DAX: Mutlos vor 25.000
Der deutsche Leitindex zeigt sich am Dienstag schwankungsfreudig. Mit einem Rückgang von gerade einmal 0,02 Prozent auf 24.986,25 Punkte scheiterte der DAX erneut an der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke. Zwischenzeitlich hatte das Barometer die Hürde kurz überwunden, konnte sich aber nicht darüber halten. Die freundliche Wall Street vermochte keine nachhaltige Unterstützung zu liefern.
Die Zurückhaltung hat konkrete Gründe: Die USA setzten am Montag neue weltweite Zölle von 10 Prozent in Kraft – trotz juristischen Gegenwinds vom Supreme Court. Laut Bloomberg arbeitet das Weiße Haus bereits an einer formellen Verordnung zur Erhöhung auf 15 Prozent. Der Zeitplan ist noch offen, doch die Unsicherheit bleibt.
Zollchaos und Iran-Krise lähmen Anleger
"Die Mutigen sind aktuell in der Minderheit", bringt es Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners auf den Punkt. Die doppelte Belastung aus US-Zollpolitik und Iran-Konflikt halte die Investoren von Käufen ab. Allerdings nutzten sie Kursschwächen immer wieder für Zukäufe.
Andreas Lipkow von CMC Markets sieht das zentrale Problem: "Wie soll ein Abkommen zwischen den USA und der EU vereinbart werden, wenn es überhaupt keine Klarheit mehr gibt?" Die Ausgangslage für eine Konjunkturerholung in Deutschland könnte sich durch neue Handelskonflikte wieder eintrüben.
Erschwerend kommt die wachsende Sorge um die Softwarebranche hinzu. Ein am Wochenende viral gegangener Report von Citrini Research über eine mögliche KI-getriebene "Verdrängungsspirale" drückte Softwarewerte um 200 Milliarden Dollar. Die Angst: Künstliche Intelligenz könnte bestehende Geschäftsmodelle strukturell aushöhlen.
Versorger als sichere Häfen gefragt
In diesem unsicheren Umfeld rückten defensive Werte in den Fokus. RWE legte 1,9 Prozent zu, EON gewann 1,4 Prozent. Versorger gelten als relativ konjunkturunabhängig und profitieren zudem von den massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz, die einen steigenden Energiebedarf nach sich ziehen.
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Autohersteller und Zulieferer zählten ebenfalls zu den Gewinnern, da die neuen US-Strafzölle unter den ursprünglich vereinbarten Sätzen liegen. Continental führte die Handelsliste an. Die Anleger zeigten sich nicht so sehr von den konkreten Zollhöhen beeindruckt als vielmehr von den potenziellen künftigen Konflikten, die daraus entstehen könnten.
Am unteren Ende fanden sich dagegen Fresenius Medical Care mit einem Minus von 7,5 Prozent und MTU mit minus 6,6 Prozent. Bei beiden kritisierte der Markt vor allem die Management-Ziele für 2026.
Der MDAX gewann 0,10 Prozent auf 31.409,50 Punkte, der EuroStoxx 50 legte 0,04 Prozent auf 6.116,60 Zähler zu. Der Schweizer SMI überwand erstmals die Marke von 14.000 Punkten und schloss deutlich im Plus.
Schwelende Risiken unter der Oberfläche
Während der Markt derzeit noch schwächere Inflationsdaten feiert und auf Zinssenkungen hofft, mehren sich die Signale für einen Regimewechsel. Marktbeobachter registrieren, dass der Fokus allmählich von Zinshoffnungen auf Wachstumssorgen umschwenkt. Die jüngsten Arbeitsmarktdaten lieferten erste Hinweise darauf, dass sich Konjunkturrisiken stärker in den Vordergrund schieben könnten.
Entscheidend ist dabei nicht nur die Datenlage selbst, sondern die Reaktion der Märkte darauf. Sie offenbart, wovor sich Investoren aktuell am meisten fürchten – und gegenwärtig dominiert noch das Hochkonjunktur-Regime. Doch je länger dieses Umfeld anhält, desto wahrscheinlicher wird ein Umschwenken auf Wachstumsängste.
Der DAX hatte am 13. Januar bei 25.507,79 Punkten sein Allzeithoch markiert. Am Freitag war er zeitweise bis auf 25.331 Punkte geklettert – eine Rückkehr an das Rekordhoch schien nur noch eine Frage von Tagen. Nun ist die Verunsicherung zurück.
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