Doppelter Druck am Verfallstag: Der DAX kämpft heute mit dem quartalsweisen Hexensabbat — und gleichzeitig mit den Nachwirkungen einer hawkischen EZB-Botschaft. Kein günstiger Zeitpunkt für Stabilität.

Am Donnerstag fiel der Leitindex in der Spitze auf 22.759 Punkte, ein Tagesrückgang von 2,8 Prozent. Verantwortlich waren vor allem die EZB-Signale: Die Notenbank ließ den Einlagenzins bei 2,0 Prozent unverändert, hob aber ihre Inflationsprognose für 2026 auf 2,6 Prozent an — gegenüber 1,9 Prozent noch im Dezember. Das Wachstumsziel für das laufende Jahr senkte sie auf 0,9 Prozent. An den Terminmärkten ist seitdem ein bis zwei Zinserhöhungen bis Jahresende eingepreist, der erste Schritt möglicherweise bereits bis Juli.

Verfallszeitpunkt als Katalysator

An der Eurex werden DAX-Futures und -Optionen um 13:00 Uhr abgerechnet — genau in dieser Phase befand sich der Markt heute Mittag. Um diesen Zeitpunkt fungiert die 23.000-Punkte-Marke als zentrales Kursniveau, auf das sich das Open Interest konzentriert. Der DAX rutschte kurzzeitig darunter, konnte die Marke jedoch zurückerobern.

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Typisch für Verfallstage: Das Handelsvolumen liegt deutlich über dem Normalwert, die Kursschwankungen nehmen zu. Dass dies heute besonders ausgeprägt ausfiel, liegt am Zusammentreffen mit dem EZB-Schock vom Vortag.

Einzelwerte unter besonderem Druck

Neben dem Gesamtmarkt stechen einige Einzelwerte heraus. Vonovia verlor am Donnerstag 12,1 Prozent — steigende Zinsen belasten Immobilienwerte unmittelbar. Lufthansa gab rund 5,4 Prozent nach, belastet durch anhaltend hohe Energiekosten bei einem Brent-Ölpreis, der zuletzt um rund 12 Prozent gestiegen ist. Siemens Energy verlor 4,2 Prozent; Marktbeobachter sehen darin auch klassische Gewinnmitnahmen nach einer langen Kursrally.

Der EuroStoxx 50 fiel parallel um 2,0 Prozent — die Schwäche ist damit kein rein deutsches Phänomen.

Nachmittag entscheidet über die Richtung

Nach dem Settlement um 13:00 Uhr folgt häufig eine Gegenbewegung zum Vormittagstrend. Ob der DAX die 23.000-Punkte-Zone als neue Unterstützung etablieren kann, wird der Nachmittagshandel zeigen. Mit einem YTD-Minus von rund 6,6 Prozent und einem Abstand von fast 10 Prozent zum Jahreshoch bei 25.421 Punkten bleibt die technische Ausgangslage angespannt — solange die geopolitischen Risiken rund um den Iran und die Unsicherheit über den weiteren EZB-Kurs den Markt belasten.

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