Der gestrige Erholungsversuch war wohl nur eine Fußnote. Heute hat der Iran-Krieg die Anleger wieder fest im Griff – und der DAX musste dafür den Preis zahlen.

Der deutsche Leitindex beendete den Handelstag mit einem Minus von 1,37 Prozent bei 23.640 Punkten. Zugewinne zur Mittagszeit und am Nachmittag lösten sich jeweils rasch in Luft auf. Das Auf und Ab des Index spiegelte dabei genau die Gefühlslage der Marktteilnehmer wider: angespannt, unruhig, ohne klare Richtung.

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Hormuz-Effekt trifft die Märkte

Der Auslöser ist bekannt, die Wirkung aber keineswegs abgestumpft. Die Straße von Hormuz ist faktisch blockiert – mehrere Schiffe gerieten unter Beschuss. Was das bedeutet, zeigte sich umgehend: Der Ölpreis der Nordsee-Sorte Brent schnellte auf über 92 Dollar je Barrel, ein Tagesplus von rund 5 Prozent. Der Gaspreis legte ebenfalls rund 4 Prozent zu und kostete zeitweise 49 Euro je Megawattstunde.

Steigende Energiepreise sind Gift für weite Teile der Wirtschaft – das spüren Fluggesellschaften über Logistiker bis hin zur Chemiebranche. Kein Wunder also, dass Anleger nervös reagieren. Der Euro gab gegenüber dem Dollar nach und notierte am Nachmittag bei 1,1573 Dollar.

Die Internationale Energieagentur kündigte zwar die Freigabe von 400 Millionen Barrel strategischer Ölreserven an – Rekordmenge hin oder her. Marktkenner werten dies lediglich als kurzfristige Maßnahme, die eine anhaltende Versorgungsstörung nicht auffangen kann.

Enttäuschende Unternehmenszahlen verschärfen den Druck

Neben dem geopolitischen Gegenwind sorgten schwache Quartalsergebnisse für zusätzlichen Druck im Index. Rheinmetall verlor rund 8 Prozent, nachdem der Konzern im vierten Quartal 2025 die hohen Erwartungen der Anleger verfehlte und mit seinem Ausblick ebenfalls enttäuschte. Auch Henkel büßte knapp 3,5 Prozent ein – Analysten bemängelten ebenfalls Schwächen im Schlussquartal sowie einen durchwachsenen Jahresausblick.

SAP gab rund 2,5 Prozent nach und konnte sich damit nicht vom positiven Newsflow rund um den US-Konkurrenten Oracle abkoppeln. Lufthansa verlor 1,6 Prozent – und muss sich neben steigenden Kerosinkosten nun auch mit einem für Donnerstag und Freitag angekündigten Pilotenstreik auseinandersetzen.

Lediglich Wacker Chemie stach positiv heraus: Die Aktie gewann rund 6,6 Prozent und setzte damit die Erholung vom jüngsten Mehrmonatstief fort. Treiber war ein Unternehmensziel für das operative Ergebnis 2026, das leicht über den Analystenschätzungen lag.

Boden frühestens in zwei Wochen?

Ein Experte der Consorsbank sieht das gestrige DAX-Plus rückblickend lediglich als technische Gegenbewegung ohne trendsetzenden Charakter. Eine stabile Bodenbildung erwartet er im günstigsten Fall erst in ein bis zwei Wochen.

Auch europaweit und in den USA zeigte sich ein ähnliches Bild: Der EuroStoxx 50 verlor 0,73 Prozent, der Dow Jones gab ebenfalls nach. Einzig der Nasdaq 100 hielt sich vergleichsweise stabil – Technologietitel bleiben im aktuellen Umfeld gefragt.

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