Coinbase-CEO Brian Armstrong geht auf Konfrontationskurs. Seine überraschende Entscheidung, dem CLARITY-Gesetz die Unterstützung zu entziehen, hat für erhebliche Spannungen mit der Trump-Administration gesorgt. Anleger reagieren alarmiert auf den offenen politischen Machtkampf: Die Aktie geriet massiv unter Druck, während das Weiße Haus seinen Unmut ungewöhnlich deutlich macht.

Armstrong verteidigt Blockade

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos versuchte Brian Armstrong am Dienstag, die Wogen zu glätten, blieb in der Sache jedoch hart. Der CEO begründete seinen Rückzug von der geplanten Krypto-Gesetzgebung damit, dass der aktuelle Entwurf zu viele Zugeständnisse an die traditionelle Finanzwelt ("TradFi") enthalte. Er plane Gespräche mit Bankchefs, um eine "Win-Win"-Lösung zu finden.

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Die Reaktion aus Washington fiel heftig aus. Patrick Witt, Exekutivdirektor des Beraterrats für digitale Vermögenswerte des Präsidenten, warnte öffentlich, dass Armstrongs Haltung ein riskantes Spiel sei. Die Möglichkeit, das Gesetz abzulehnen, bestehe nur aufgrund des Wahlsiegs von Donald Trump und dessen pro-Krypto-Personalentscheidungen. Laut Medienberichten herrscht im Weißen Haus Wut über den Alleingang von Coinbase, den einige Regierungsvertreter als Verrat an der gemeinsamen Sache werten.

Der Kern des Streits: Stablecoins

Hinter dem politischen Lärm steht ein konkretes wirtschaftliches Interesse. Der Hauptstreitpunkt dreht sich um Bestimmungen, die Zinszahlungen auf Stablecoin-Bestände verbieten würden. Bankenlobbyisten drängen auf diese Regelung, um zu verhindern, dass Krypto-Börsen in direkte Konkurrenz zu klassischen Einlagenkonten treten.

Für Coinbase steht hierbei viel auf dem Spiel. Im dritten Quartal 2025 generierte das Unternehmen 355 Millionen US-Dollar an Umsätzen im Zusammenhang mit Stablecoins, getrieben durch hohe Zinsen und USDC-Bestände von 15 Milliarden Dollar auf der Plattform. Kara Calvert, eine führende Politik-Expertin bei Coinbase, bezeichnete die Möglichkeit, Zinsanreize zu bieten, als "absolut kritisch" für die Wettbewerbsfähigkeit.

Analysten senken Kursziele

Die Kombination aus politischem Gegenwind und einem allgemein schwierigen Marktumfeld – belastet durch Zolldrohungen gegen die EU und Turbulenzen am japanischen Anleihemarkt – hat deutliche Spuren hinterlassen. Die Unsicherheit spiegelt sich im Kurs wider: Auf Wochensicht verzeichnet das Papier ein Minus von 22,78 Prozent und notiert aktuell bei 197,58 Euro.

Mehrere Wall-Street-Häuser haben auf die Entwicklung reagiert und ihre Kursziele nach unten korrigiert:
* Piper Sandler senkte das Ziel von 350 auf 270 Dollar.
* Cantor Fitzgerald reduzierte von 459 auf 320 Dollar.
* Needham & Company korrigierte von 400 auf 290 Dollar.
* JPMorgan nahm eine leichte Anpassung von 404 auf 399 Dollar vor.

Trotz der Anpassungen bleibt der Konsens der Analysten überwiegend bei einer Kaufempfehlung ("Moderate Buy"), was darauf hindeutet, dass die langfristigen Aussichten trotz des aktuellen Störfeuers noch als intakt angesehen werden.

Ausblick

Die kommenden Wochen dürften entscheidend für die weitere Entwicklung sein. Trotz des Widerstands von Coinbase plant der Landwirtschaftsausschuss des Senats für den 27. Januar eine Anhörung zum Gesetzesentwurf. Regierungsvertreter haben angedeutet, dass das Gesetz notfalls auch ohne die Unterstützung von Coinbase vorangetrieben werden könnte. Investoren richten ihren Blick nun auf den 12. Februar 2026: Nach Börsenschluss wird Coinbase die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr vorlegen und muss beweisen, dass das operative Geschäft robust genug ist, um den politischen Turbulenzen standzuhalten.

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