Cardano: Whales bleiben dran
Cardano steckt seit Wochen in einem zähen Abwärtstrend, doch im Hintergrund tut sich einiges. Während der Kurs deutlich von den Januar-Hochs zurückgekommen ist, bauen Großinvestoren ihre Positionen massiv aus und die Community treibt zentrale Governance-Reformen voran. Entscheidend ist nun, ob diese Mischung aus Fundamentaldaten und On-Chain-Signalen reicht, um die Schwächephase beim Kurs zu drehen.
Kursschwäche und zentrale Marken
ADA notiert aktuell bei rund 0,35 US‑Dollar und liegt damit fast 60 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 0,87 US‑Dollar. In den vergangenen Wochen schwankte der Coin in einer engen Spanne, die jüngste Zwischenbilanz fällt mit etwa 5 % Minus auf Sieben- und 30‑Tage-Sicht eher trüb aus.
Der Bereich um 0,35 US‑Dollar hat sich kurzfristig als zentrale Unterstützungszone herauskristallisiert. Technische Indikatoren senden dabei gemischte Signale: Der 50‑Tage‑Durchschnitt bei 0,38 US‑Dollar wurde klar unterschritten (rund 9 % Abstand), der 100‑Tage‑Durchschnitt bei 0,45 US‑Dollar liegt noch weiter entfernt. Gleichzeitig nähert sich der RSI mit 32,5 der überverkauften Zone, was auf nachlassenden Verkaufsdruck hindeutet.
Großanleger nutzen den Rücksetzer
Auffällig ist der Gegensatz zwischen großen und kleinen Adressen auf der Blockchain. Laut On-Chain-Daten haben Wallets mit Beständen zwischen 100.000 und 100 Millionen ADA in den vergangenen 60 Tagen mehr als 454 Millionen ADA aufgesammelt – ein Volumen von rund 160 Millionen US‑Dollar zum aktuellen Kursniveau.
Besonders aktiv waren dabei sehr große Halter mit 10 bis 100 Millionen ADA: Nach den lokalen Tiefs ab dem 25. Januar stiegen ihre kumulierten Bestände von 13,59 auf 13,62 Milliarden ADA. Auch die mittlere Whale-Gruppe mit 1 bis 10 Millionen ADA kehrte nach kurzer Gewinnmitnahme als Käufer zurück und baute Positionen im Wert von etwa 3,5 Millionen US‑Dollar wieder auf.
Kleinanleger verhalten sich dagegen deutlich vorsichtiger. Wallets mit 100 bis 10.000 ADA haben in den vergangenen drei Wochen kontinuierlich Bestände reduziert und insgesamt rund 22.000 ADA abgegeben. Diese Divergenz zwischen Groß- und Kleinanlegern gilt oft als Vorbote größerer Bewegungen – in welche Richtung, entscheidet sich jedoch erst an den nächsten charttechnischen Marken.
Governance: Verfassung und Vision bis 2030
Parallel zur Kursentwicklung hat Cardano wichtige Governance-Meilensteine gesetzt, die langfristig den Rahmen für das Ökosystem definieren.
Aktualisierte Cardano-Verfassung
Am 24. Januar wurde die aktualisierte Cardano-Verfassung (Version 2.4) ratifiziert. Die Maßnahme fand breite Unterstützung: 79,85 % der delegierten Repräsentanten (DReps) sowie 6 von 7 Mitgliedern des Constitutional Committee stimmten zu. Die Anpassungen zielen darauf ab, Entscheidungsprozesse klarer und robuster zu machen. Wichtige Punkte sind:
- Entfernung spezieller „Budget Info Actions“ als verfassungsrelevante Budgets
- Präzisere Anforderungen an Treasury-Abhebungen, die künftig stärker in sich geschlossen sein müssen
- Strengere Kriterien für den Verweis auf unveränderliche Off-Chain-Dokumentation
Damit soll die Governance-Architektur transparenter werden und Missverständnisse bei künftigen Finanzierungs- und Entscheidungsprozessen vermeiden.
Cardano 2030: Langfristiger Fahrplan
Zusätzlich haben die DReps dem „Cardano 2030 Vision, Mission and Strategy Framework“ zugestimmt. 67,80 % der abgegebenen Stimmen votierten dafür, insgesamt flossen 3,77 Milliarden ADA Stimmmacht in diese Info Action ein, 200 DReps sagten „Ja“.
Dieses Rahmenwerk, das 2025 unter Einbindung von über 700 Community-Mitgliedern erarbeitet wurde, legt Leitlinien für die Entwicklung bis 2030 fest – von technologischen Prioritäten über DeFi-Ausbau bis hin zu Governance-Zielen. Damit existiert nun ein klarer, gemeinschaftlich abgestimmter Fahrplan für die nächsten Jahre.
Protokoll-Upgrade Richtung Version 11
Auch auf Protokollebene geht es voran: Die Community bereitet den Schritt zu Protokollversion 11 vor. Ein Vorschlag sieht vor, den kommenden Hard Fork nach Max van Rossem („van Rossem“) zu benennen, um dessen Beitrag zur Cardano-Governance zu würdigen. Diese Info Action hat bereits 32 % Unterstützung der DReps erhalten – bei noch rund drei Wochen bis zur Frist am 14. Februar.
DeFi-Wachstum und neues Protokoll
Die Aktivität im Cardano-Ökosystem zieht weiter an, auch wenn das absolute Volumen im DeFi-Bereich hinter größeren Netzwerken wie Ethereum oder Solana zurückbleibt.
Start von Surge Protocol
Am 19. Januar ist das Surge Protocol im Mainnet live gegangen. Das Projekt bringt ein dezentrales, nicht verwahrendes Market-Making-Protokoll auf Cardano. Ziel ist es, Tradern und Token-Projekten automatisierte Handelsstrategien zu ermöglichen, ohne die Kontrolle über eigene Mittel abzugeben – ganz im Sinne des Dezentralisierungsansatzes des Netzwerks.
Netzwerkkennzahlen im Überblick
Laut DefiLlama zeigen die Kennzahlen ein wachsendes Ökosystem:
- 387 aktive Protokolle, ein Plus von 62,4 % im Jahresvergleich
- Total Value Locked (TVL) bei 161,87 Millionen US‑Dollar, knapp 1,5 % höher als vor 24 Stunden
- Rund 42.000 tägliche Transaktionen, 57,3 % mehr als vor einem Jahr
- Peak-TPS von 2.500, ein Zuwachs von 33,3 % nach Hydra-Upgrades
DeFi-Projekte wie Minswap, Indigo Protocol und Aada Finance tragen weiterhin den Großteil zum TVL bei. Im relativen Vergleich wächst Cardano damit solide, auch wenn die Lücke zu den größten Smart-Contract-Plattformen in absoluten Zahlen noch deutlich bleibt.
Volumenrückgang und technische Signale
Ein Wermutstropfen bleibt der deutlich rückläufige Handel: Das wöchentliche Volumen ist seit einem Flash-Crash-Spike im Oktober 2025 von rund 15 Milliarden auf etwa 3,8 Milliarden US‑Dollar gefallen – ein Rückgang um rund 75 %. Das deutet auf nachlassendes kurzfristiges Interesse hin, auch wenn die Whale-Käufe eine gegensätzliche Botschaft senden.
Spannend ist der Blick auf die Indikatoren:
- Auf Tagesbasis hat sich zwischen dem 18. Dezember und dem 25. Januar eine bullische Divergenz im RSI gebildet. Während der Preis tiefere Tiefs markierte, drehte der RSI nach oben – klassisch ein Hinweis auf nachlassenden Verkaufsdruck.
- Beim Money Flow Index (MFI) zeigt sich ein ähnliches Bild: Trotz fallender Kurse zwischen dem 21. und 26. Januar stieg der MFI an, was eher auf „Dip-Käufe“ als auf Kapitulation schließen lässt.
Ausblick: Entscheidungszone um 0,35 US‑Dollar
Kurzfristig steht Cardano an einer entscheidenden technischen Marke: Der Bereich um 0,35 US‑Dollar fungiert als Unterstützung, während die Abstände zu den gleitenden Durchschnitten die aktuelle Schwächephase unterstreichen. Die Kombination aus deutlicher Whale-Accumulation, gestärkter Governance-Struktur und wachsendem Ökosystem bildet einen fundamentalen Gegenpol zu rückläufigem Volumen und angeschlagenem Chartbild.
In den nächsten Tagen dürften daher vor allem zwei Punkte im Fokus stehen: Gelingt es ADA, sich oberhalb der jüngsten Tiefs zu stabilisieren und die kurzfristigen Widerstände zurückzuerobern, würde das die jüngsten bullischen Divergenzen bestätigen. Fällt der Kurs hingegen deutlicher unter die aktuellen Unterstützungszonen, rücken wieder die Tiefs nahe 0,33 US‑Dollar in den Vordergrund – trotz aller Fortschritte auf Protokoll- und Governance-Ebene.
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