Der britische Energieriese BP sieht sich mit ernsthaften juristischen Vorwürfen aus den USA konfrontiert: Der Bundesstaat Michigan klagt wegen angeblicher Wettbewerbsverzerrung bei Erneuerbaren Energien. Doch statt einzuknicken, zeigt sich die Aktie erstaunlich robust. Anleger scheinen derzeit technische Kaufsignale und das laufende Aktienrückkaufprogramm höher zu gewichten als die drohenden Rechtsrisiken.

Vorwürfe wiegen schwer

Die juristische Entwicklung sorgte am Freitag kurzzeitig für Unruhe. Dana Nessel, Generalstaatsanwältin von Michigan, reichte Klage gegen BP und weitere Ölkonzerne ein. Der zentrale Vorwurf lautet auf „kartellartiges Verhalten“. Die Unternehmen sollen sich abgesprochen haben, um den Wettbewerb in den Märkten für Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien gezielt zu behindern. Ziel sei es gewesen, die Dominanz fossiler Brennstoffe künstlich zu verlängern und die Energiewende zu verzögern. Für BP bedeutet dies ein zusätzliches Reputationsrisiko in einer Phase, in der das Unternehmen ohnehin um seine strategische Ausrichtung ringt.

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Charttechnik und Rückkäufe stützen

Trotz dieser negativen Nachrichtenlage kletterte der Kurs am Freitag auf 5,15 Euro. Marktbeobachter führen diese Widerstandskraft primär auf zwei Faktoren zurück. Zum einen fungiert das aggressive Aktienrückkaufprogramm als Kurspflege: Allein am Freitag kaufte BP fast drei Millionen eigene Anteile zurück, was als effektiver Boden für den Aktienkurs wirkt.

Zum anderen gelang ein wichtiger charttechnischer Durchbruch. Der Kurs überschritt die 200-Tage-Linie, was trotz der allgemeinen Schwäche im Energiesektor oft als Signal für eine langfristige Trendwende interpretiert wird.

Gegenwind von Analysten und Investoren

Das Gesamtbild bleibt jedoch gemischt. Analysten von Wall Street Zen stuften den Titel am Freitag auf „Hold“ herab und verwiesen auf Bedenken hinsichtlich der kurzfristigen Bewertung. Gleichzeitig wächst der Druck von institutioneller Seite: Eine Investorengruppe um den Lothian Pension Fund fordert per Hauptversammlungs-Resolution mehr Transparenz darüber, wie BP in einem Szenario sinkender Ölnachfrage Werte schaffen will. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer bereits angekündigten Belastung: Das Management warnte kürzlich vor Abschreibungen in Höhe von 4 bis 5 Milliarden US-Dollar im kommenden Quartalsbericht.

Der Blick der Anleger richtet sich nun auf den 10. Februar 2026. An diesem Tag veröffentlicht BP die vorläufigen Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr. Erst dann wird sich zeigen, ob der technische Ausbruch den fundamentalen Belastungen durch Abschreibungen und Rechtsstreitigkeiten standhalten kann.

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