Bernstein Research hält an BMW fest — Kursziel 108 Euro, Einstufung „Outperform". Das klingt nach Rückenwind, doch die Realität ist komplizierter. Seit Jahresanfang hat die Aktie knapp 19 Prozent verloren, und im Mai treffen gleich mehrere belastende Faktoren aufeinander.

Neuer Chef, neue Ära

Am 6. Mai legt BMW die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Nur eine Woche später, nach der Hauptversammlung am 13. Mai, übergibt Oliver Zipse nach 35 Jahren das Steuer an Milan Nedeljković. Der bisherige Produktionsvorstand gilt intern als gut vernetzt — er hat den Produktionsanlauf der Neuen Klasse im neuen Werk Debrecen verantwortet und gilt als Architekt der Fertigungsstrategie der kommenden Jahre.

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Nedeljković übernimmt allerdings kein einfaches Erbe. Für 2026 rechnet BMW mit einer Zollbelastung von rund 1,25 Prozentpunkten der EBIT-Marge im Automobilsegment — und das, obwohl Gegenmaßnahmen bereits eingepreist sind. Das China-Geschäft soll in etwa auf Vorjahresniveau bleiben, bleibt aber strukturell unsicher.

Roboter in der Batteriemontage

Einen strategischen Akzent hat Nedeljković noch als Produktionsvorstand gesetzt: Im Werk Leipzig testet BMW erstmals humanoide Roboter in der Produktion. Das Modell AEON, entwickelt von Hexagon Robotics, soll in der Hochvolt-Batteriemontage eingesetzt werden — einem Bereich, in dem Präzision und Arbeitssicherheit besonders zählen. Ab April läuft ein weiterer Testbetrieb, die eigentliche Pilotphase ist für Sommer 2026 geplant. BMW positioniert die Technologie ausdrücklich als Ergänzung, nicht als Ersatz für Mitarbeiter.

Ölpreis als unerwarteter Rückenwind?

Bernstein-Analystin Eunice Lee skizziert ein Szenario, das BMW mittelfristig nutzen könnte: Bleiben die Ölpreise dauerhaft hoch, dürfte die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen steigen — vorausgesetzt, erschwingliche Modelle stehen bereit. Chinesische E-Auto-Hersteller und japanische Hybridanbieter würden davon am stärksten profitieren, US-amerikanische Hersteller mit verbrauchsstarken Modellen am stärksten leiden. BMW, das mit dem neuen i3 und dem iX3 auf Elektromobilität setzt, könnte in diesem Szenario zu den Gewinnern zählen.

Der Mai wird zeigen, wie belastbar diese These ist. Die Q1-Zahlen liefern den ersten Stresstest unter den verschärften Zollbedingungen — und Nedeljković seinen ersten Auftritt als CEO.

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