Bitcoin kletterte diese Woche auf den höchsten Stand seit einem Monat und durchbrach die psychologisch wichtige Marke von 73.000 US-Dollar. Während traditionelle Märkte unter der Eskalation im Nahen Osten leiden, zeigt sich die Kryptowährung überraschend robust. Verantwortlich für die Erholung: massive Zuflüsse in Spot-ETFs und eine veränderte Marktstruktur bei institutionellen Investoren.

ETF-Zuflüsse drehen den Trend

Nach fünf Wochen mit Abflüssen von insgesamt knapp 4 Milliarden US-Dollar wendete sich das Blatt. Allein in der vergangenen Woche flossen 787 Millionen Dollar in Spot-Bitcoin-ETFs zurück, diese Woche kamen weitere 683 Millionen Dollar hinzu. Treiber war vor allem BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT), der am Dienstag 322 Millionen Dollar einsammelte und damit Abflüsse bei Fidelity und Grayscale mehr als kompensierte.

Die ETF-Dynamik hat sich 2026 zum entscheidenden Indikator entwickelt: Steigen die Zuflüsse, steigt Bitcoin – beschleunigen sich die Abflüsse, baut sich Druck auf. Diese neue Mechanik prägt mittlerweile die Kursbewegungen stärker als klassische On-Chain-Metriken.

Parallel dazu kaufte Strategy weitere 3.015 BTC für rund 204 Millionen Dollar zu einem Durchschnittspreis von 67.700 Dollar. Das Unternehmen hält nun 720.737 Bitcoin – erworben für insgesamt 54,8 Milliarden Dollar.

On-Chain-Daten signalisieren Stabilisierung

Langfristige Halter haben den Verkaufsdruck deutlich reduziert. Anfang Februar lag die 30-Tage-Nettoveränderung noch bei minus 243.737 BTC, Anfang März nur noch bei minus 31.967 BTC – ein Rückgang um 87 Prozent. Auch Miner, die Bitcoin zur Deckung ihrer Betriebskosten verkaufen müssen, zeigen nachlassenden Verkaufsdruck. Der Höhepunkt lag am 8. Februar bei minus 4.718 BTC, bis zum 1. März sank dieser Wert auf minus 837 BTC.

Große Wallets mit 100.000 bis 1.000.000 BTC stockten ihre Bestände Mitte Februar von 676.540 auf 690.000 BTC auf – und haben seitdem nicht verkauft. Kleinere Whale-Wallets (1.000 bis 10.000 BTC) begannen Ende Februar mit dem Aufbau von Positionen.

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Souveräne Fonds nutzen Schwäche

Zwei große Investmentgesellschaften aus Abu Dhabi erhöhten im vierten Quartal 2025 ihre Bitcoin-Exposition deutlich. Mubadala Investment Company stockte zwischen Oktober und Dezember auf 12,7 Millionen IBIT-Anteile auf, Al Warda Investments hielt Ende des Quartals 8,2 Millionen Anteile. Zusammen hielten beide Fonds Bitcoin im Wert von über einer Milliarde Dollar – obwohl die Kryptowährung im betreffenden Zeitraum rund 23 Prozent verlor.

Die Käufe erfolgten während der turbulenten Phase nach dem "10/10"-Crash, bei dem binnen Stunden fast 19 Milliarden Dollar an gehebelten Positionen liquidiert wurden. Die erst im Februar veröffentlichten 13F-Filings zeigen: Während Retail-Anleger panikartig verkauften, nutzten institutionelle Investoren die Schwäche zum Einstieg.

Geopolitik trifft auf Makro-Dynamik

Die Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 liegt aktuell bei 0,55 – Bitcoin bewegt sich also weiterhin parallel zu Aktien. Das untergräbt die These vom sicheren Hafen in Krisenzeiten. Dennoch hielt sich die Kryptowährung während der jüngsten Eskalation im Nahen Osten erstaunlich stabil, mit einer Untergrenze um 65.000 Dollar.

Der Fear & Greed Index verharrt seit drei Wochen in "extremer Angst", und auf Polymarket gehen 62 Prozent der Nutzer davon aus, dass Bitcoin in diesem Jahr noch unter 50.000 Dollar fallen wird. Historisch betrachten solche extremen Stimmungslagen allerdings oft Wendepunkte.

JPMorgan erwartet zudem, dass ein Krypto-Regulierungsgesetz bis Mitte des Jahres verabschiedet werden könnte – ein möglicher Katalysator für die zweite Jahreshälfte. Ein parteiübergreifender Gesetzentwurf würde Blockchain-Entwickler vor Strafverfolgung schützen, sofern sie keine Nutzergelder kontrollieren.

Marktausblick: Kritische Zone erreicht

Aus Zyklus-Perspektive steht Bitcoin an einem Scheideweg. Das letzte Hoch in Dollar lag im Oktober 2025 bei etwa 126.000 Dollar, gemessen an Gold erreichte Bitcoin im Januar 2025 seinen Höhepunkt. Folgt der aktuelle Zyklus historischen Mustern, könnte die Bodenbildung im Februar begonnen haben, mit einer möglichen Erholung ab März.

Von den ursprünglich 21 Millionen Bitcoin sind noch etwa 1,32 Millionen ungemined, während geschätzt 3 bis 4 Millionen dauerhaft verloren sind. Das wirksam verfügbare Angebot schrumpft strukturell.

Für März definiert sich die Spannbreite zwischen 60.000 Dollar auf der Unterseite und 72.000 bis 75.000 Dollar nach oben. Ein Bruch unter 60.000 Dollar könnte den Weg in Richtung Mitte der 50.000er-Zone öffnen. Oberhalb von 70.000 Dollar könnte sich die Dynamik angesichts des aufgebauten Short-Interesses schnell drehen. Die Kombination aus nachlassendem Verkaufsdruck, starken ETF-Zuflüssen und institutioneller Akkumulation deutet auf einen möglichen Übergang von Distributionsphase zu früher Akkumulation hin.

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