Bitcoin ist am Mittwoch unter die psychologisch wichtige Marke von 90.000 US-Dollar gefallen und handelt aktuell bei rund 89.200 Dollar. Die Kryptowährung erreichte im Tagesverlauf sogar ein Tief von 87.784 Dollar. Verantwortlich für den Kursrutsch sind gleich mehrere Faktoren: eskalierende Handelskonflikte, massive Abflüsse aus Bitcoin-ETFs und ein dramatischer Liquidations-Sturm im Derivatemarkt.

Handelskrieg belastet Risikobereitschaft

Der Hauptgrund für die aktuelle Verkaufswelle liegt in den zunehmenden Handelsspannungen zwischen den USA und der EU. Berichten zufolge plant die US-Regierung ab dem 1. Februar 2026 Zölle von 10 Prozent auf Importe aus acht europäischen Ländern – darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit diplomatischen Verstimmungen um Grönland.

Die geopolitische Unsicherheit hat Bitcoin enger an traditionelle Risiko-Assets gekoppelt. Die Korrelation zum Nasdaq 100 liegt mittlerweile bei 0,80 – so hoch wie seit Monaten nicht mehr. Auch der Tech-Index verzeichnete zuletzt deutliche Verluste. Der Crypto Fear & Greed Index ist auf 32 gefallen und signalisiert damit eindeutig "Angst" am Markt.

Technische Warnsignale häufen sich

Aus charttechnischer Sicht verschlechtert sich das Bild zusehends. Bitcoin konnte die wichtige Marke von 95.500 Dollar nicht zurückerobern, was die Einschätzung vieler Analysten bestätigt: Die Erholung Anfang Januar war lediglich eine Bärenmarkt-Rallye.

Besonders kritisch ist das anhaltende "Death Cross" – eine bärische Formation, bei der der 50-Tage-Durchschnitt unter den 200-Tage-Durchschnitt fällt. Dieses Signal bildete sich bereits Ende 2025 und lastet weiter auf dem Kurs. Bitcoin notiert mittlerweile auch unterhalb seines 50-Tage-EMA, was den Momentum-Verlust unterstreicht.

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Analysten von Bernstein und anderen Häusern sehen die nächste wichtige Unterstützungszone zwischen 80.000 und 85.000 Dollar. Sollte die Marke von 87.000 Dollar nachhaltig unterschritten werden, könnten technische Kursziele bis in den Bereich von 60.000 Dollar aktiviert werden.

ETF-Abflüsse vs. Unternehmens-Käufe

Während institutionelle ETF-Investoren zuletzt massiv verkauften, sammeln Unternehmen weiter Bitcoin ein. Nach einem starken Jahresstart drehte die Nachfrage nach Spot-Bitcoin-ETFs abrupt ins Negative. BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) verzeichnete bereits am 8. Januar Nettoabflüsse von 193,34 Millionen Dollar. In den letzten drei Handelstagen summierten sich die Abflüsse aller US-Bitcoin-ETFs auf über 1,1 Milliarden Dollar.

MicroStrategy bleibt derweil seinem Kurs treu: Das von Michael Saylor geführte Unternehmen kaufte zwischen dem 12. und 19. Januar weitere 22.305 BTC für rund 2,13 Milliarden Dollar – zu einem Durchschnittspreis von etwa 95.284 Dollar. Damit hält MicroStrategy nun insgesamt 709.715 Bitcoin und bleibt der größte Unternehmens-Investor. Die eigene Aktie (MSTR) verlor allerdings rund 8 Prozent.

Interessant: Während Bitcoin-ETFs unter Druck stehen, ziehen Solana-ETFs weiter Kapital an. Allein in der dritten Januarwoche flossen 46,88 Millionen Dollar in SOL-Produkte – seit ihrem Launch Ende 2025 kamen insgesamt etwa 755,77 Millionen Dollar zusammen.

Liquidations-Welle trifft gehebelte Positionen

Der Fall unter 90.000 Dollar löste eine massive Liquidationswelle aus. In den letzten 24 Stunden wurden im gesamten Kryptomarkt Positionen im Wert von etwa 1,09 Milliarden Dollar zwangsliquidiert – der überwiegende Teil davon Long-Positionen.

Am 21. Januar allein wurden zahlreiche gehebelte Bitcoin-Käufer aus dem Markt gedrängt. On-Chain-Daten zeigen Extremfälle wie einen Wal, der eine 5-fach gehebelte Position über 84,37 BTC verlor. Das Net Taker Volume auf Binance Futures drehte mit minus 319 Millionen Dollar deutlich ins Negative. Analysen von CryptoQuant deuten darauf hin, dass vor allem kurzfristige Halter Verluste realisieren und damit zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.

Entscheidende Tage stehen bevor

Bitcoin steht nun vor einem kritischen Test im Bereich zwischen 87.000 und 88.000 Dollar. Während Unternehmen langfristig weiter akkumulieren, bleibt die kurzfristige Perspektive durch ETF-Abflüsse und das fragile makroökonomische Umfeld belastet. Die 80.000-Dollar-Marke gilt als nächste wichtige Verteidigungslinie. Ob Bitcoin diese halten kann, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen – besonders mit Blick auf den 1. Februar, wenn die angekündigten Zölle in Kraft treten sollen.

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