Bitcoin: Trendwende bestätigt
Bitcoin ist mit Rückenwind ins Jahr 2026 gestartet. Nach einer längeren Seitwärtsphase deutet nun vieles darauf hin, dass der Markt in einen neuen Aufwärtsmodus übergeht. Treiber sind vor allem frische Mittelzuflüsse in Spot-ETFs, robuste On-Chain-Daten und ein freundliches makroökonomisches Umfeld. Wie stabil ist dieser Anstieg wirklich?
Bruch aus der Seitwärtsphase
In den vergangenen drei Monaten hatte Bitcoin überwiegend in einer engen Spanne seitwärts tendiert. Diese Konsolidierung ist nun klar nach oben aufgelöst worden. Der Kurs liegt aktuell bei rund 96.947 US‑Dollar und damit gut 9 % höher als zu Jahresbeginn.
Charttechnisch ist dabei ein wichtiger Schritt gelungen: Der Bereich um 95.000 US‑Dollar, der zuvor mehrfach als Widerstand fungierte, wurde überzeugend überwunden. Gleichzeitig notiert Bitcoin spürbar über seinem 50‑Tage-Durchschnitt, der bei etwa 89.900 US‑Dollar verläuft. Der Abstand von knapp 8 % unterstreicht den kurzfristig intakten Aufwärtstrend, ohne auf eine überzogene Überhitzung hinzuweisen.
Auch mit Blick auf die letzten Wochen wirkt die Bewegung konstruktiv: Vom jüngsten 52‑Wochen-Tief Ende November bei rund 84.700 US‑Dollar hat sich Bitcoin um gut 14 % nach oben abgesetzt. Zum 52‑Wochen-Hoch im Oktober fehlt allerdings noch ein gutes Fünftel – die Strecke nach oben ist also keineswegs „ausgereizt“.
ETF-Zuflüsse als Nachfrageanker
Einen zentralen Beitrag zum jüngsten Schwung leisten die US-Spot-Bitcoin-ETFs. Mitte Januar verzeichneten sie die stärksten Tageszuflüsse des bisherigen Jahres. Allein am 14. Januar flossen laut SoSoValue rund 843,6 Millionen US‑Dollar zu – der dritte Tag in Folge mit positiven Zuflüssen.
In Summe drehten die ETFs innerhalb von drei Tagen frühere Abflüsse komplett um: Rund 1,71 Milliarden US‑Dollar neue Mittel neutralisierten die Abflüsse von etwa 1,4 Milliarden US‑Dollar aus der Periode 6.–9. Januar. Das signalisiert, dass institutionelle Investoren wieder verstärkt Engagement aufbauen.
Besonders im Fokus steht der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock, der mit rund 648 Millionen US‑Dollar den Löwenanteil der Tageszuflüsse auf sich zog. Fidelitys Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC) steuerte 125 Millionen US‑Dollar bei, die Produkte von ARK/21Shares und Bitwise kleinere zweistellige Millionenbeträge.
Insgesamt halten die US-Spot-Bitcoin-ETFs inzwischen etwa 128 Milliarden US‑Dollar an Vermögen, davon entfallen rund 75,5 Milliarden US‑Dollar allein auf IBIT. Dessen durchschnittliches tägliches Handelsvolumen der letzten 30 Tage von über 52,5 Millionen Anteilen unterstreicht das anhaltende Interesse institutioneller Anleger.
On-Chain- und Derivate-Daten stützen den Anstieg
Neben den ETF-Flows zeichnet auch der Blick „unter die Haube“ ein vergleichsweise gesundes Bild. Laut Analysen von Checkonchain hat sich der Charakter der Rally zuletzt verändert: Weg von einem überwiegend hebelgetriebenen Anstieg hin zu einem von Spot-Käufen dominierten Markt.
Futures-Markt entspannt, Potenzial für Short Squeeze
Die Daten von Coinglass zeigen, dass das offene Interesse in Bitcoin-Futures gemessen in BTC nahezu konstant geblieben ist – aktuell rund 678.000 BTC gegenüber 679.000 BTC eine Woche zuvor. Das spricht gegen eine aggressive Hebelaufstockung, wie sie häufig anfällige Übertreibungsphasen kennzeichnet.
Auffällig ist zudem die Struktur der Perpetual-Futures: Die Finanzierungsraten sind negativ, also zahlen Short-Positionen derzeit die Long-Seite. In Kombination mit anhaltender Spot-Nachfrage erhöht das den Druck auf Bären. Sollten steigende Kurse die Short-Seller zum Eindecken zwingen, könnte eine Kaskade an Liquidationen die Bewegung nach oben zusätzlich beschleunigen.
Der RSI auf 14‑Tage-Basis liegt mit 38,1 zwar noch unter der Neutralmarke von 50, bewegt sich aber aus dem zuvor schwachen Bereich nach oben. Das passt zum Bild einer Rally, die sich aus einer Phase der Skepsis heraus entwickelt.
Stimmung dreht auf „Gier“
Auch die Marktstimmung hat sich spürbar aufgehellt. Der Crypto Fear & Greed Index kletterte am 15. Januar auf 61 Punkte und damit erstmals seit Oktober 2025 wieder in den Bereich „Gier“. Zuvor hatte der Indikator wochenlang „Angst“ und „extreme Angst“ signalisiert – typisch für ausgedehnte Konsolidierungsphasen.
SynFutures‑Chefin Rachel Lin beschreibt das makroökonomische Umfeld als „Goldilocks-Szenario“: US‑Wachstum bleibt robust, die Inflation stabilisiert sich, und der Liquiditätsdruck lässt nach. Vor diesem Hintergrund gewinnen Sachwerte wie Gold und Bitcoin an Attraktivität. Lin verweist zudem auf anhaltende Sorgen vor Währungsentwertung, die Investoren verstärkt in knappe, nicht verwässerbare Assets treibt.
Makro und Fed: Stabile Kulisse
Im Vergleich zu klassischen Risikoanlagen sticht Bitcoin zu Jahresbeginn klar hervor. Während der Nasdaq 100 per heute nahezu unverändert notiert, kommt Bitcoin seit Jahresanfang auf ein Plus von gut 9 %. Das stützt die Erzählung, dass Bitcoin zunehmend als hochbeta-Beimischung zum Tech-Sektor wahrgenommen wird.
Gleichzeitig bleiben die Erwartungen an die US-Notenbank stabil. Laut CME FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 95 %, dass die Fed den Leitzinskorridor auf ihrer späten Januarsitzung im Bereich von 3,50–3,75 % belässt. Dieses weitgehend eingepreiste und ruhige Zinsumfeld verschafft Risikoanlagen Rückenwind, solange keine überraschenden Signale für eine deutlich straffere Geldpolitik auftauchen.
Technischer Ausblick: Marken nach oben und unten
Seit November 2025 bewegt sich Bitcoin grob zwischen einer Unterstützung über 80.000 US‑Dollar und Widerständen um 94.000 US‑Dollar. Der jüngste Ausbruch über 95.000 US‑Dollar gilt deshalb als bullisches Signal. Kursmuster mit ansteigenden Tiefpunkten seit dem November-Tief deuten zudem auf zunehmenden Kaufdruck hin.
Technische Analysten haben nun die 200‑Tage‑EMA im Bereich um 99.600 US‑Dollar als nächste wichtige Hürde im Blick. Ein nachhaltiger Anstieg darüber könnte den Weg in Richtung der nächsten Zielzonen um 107.000 US‑Dollar und höher öffnen. Längerfristige Fibonacci‑Projektionen aus dem Trend seit Ende 2022 nennen darüber hinaus potenzielle Zielbereiche im Bereich von 110.000, 126.000 und im Extremfall sogar 135.000–150.000 US‑Dollar.
Auf der Unterseite bleibt der Bereich um 80.000 US‑Dollar eine zentrale Absicherungsmarke. Ein Bruch dieser Unterstützung würde laut den genannten Analysen Korrekturziele bei etwa 74.000, 68.600 und 56.000 US‑Dollar ins Spiel bringen. Solange Bitcoin jedoch deutlich oberhalb dieser Spanne notiert und die Spot-Nachfrage anhält, spricht das Setup eher für eine Fortsetzung des begonnenen Aufwärtstrends.
Fazit: Solider Anstieg mit Rückenwind
Die Rally im Januar 2026 zeigt mehrere Merkmale eines strukturell gesunden Aufschwungs: Sie wird von ETF-Zuflüssen und Spot-Käufen getragen, nicht primär von Hebelwetten, und sie findet vor dem Hintergrund eines stabilen Makroumfelds statt. Gleichzeitig hat sich die Stimmung von Angst zu vorsichtiger Gier gedreht, ohne dass Bitcoin schon wieder in der Nähe seines Jahreshochs handelt. Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob die Kombination aus ETF-Nachfrage, entspannter Derivatestruktur und freundlicher Geldpolitik ausreicht, um den psychologisch wichtigen Bereich um 100.000 US‑Dollar nachhaltig anzugreifen.
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