Bitcoin steckt Anfang 2026 in einer heiklen Übergangsphase. Auf der einen Seite ziehen große ETF-Anleger Millionenbeträge ab, auf der anderen Seite bauen Unternehmen ihre Bestände weiter aus. Gleichzeitig verschärft sich das geopolitische Umfeld – und Gold markiert Rekorde, während Bitcoin deutlich unter seinem Hoch notiert. Wie passt das zur Erzählung vom „digitalen Gold“?

Zwischen Korrektur und technischer Schlüsselzone

Nach deutlichen Schwankungen in den vergangenen Tagen bewegt sich Bitcoin aktuell in der Nähe von 90.000 US-Dollar. Damit liegt die Kryptowährung rund 28 % unter ihrem Rekordhoch aus Oktober 2025 und hat einen Teil der Jahresgewinne wieder abgegeben.

Auslöser der jüngsten Schwäche waren vor allem makroökonomische Signale. Am 21. Januar rutschte der Kurs zeitweise klar unter die psychologisch wichtige Marke von 90.000 US‑Dollar. Steigende globale Anleiherenditen und erste Sorgen über neue US‑Zölle auf europäische Länder sorgten für Risikoaversion – auch im Kryptomarkt.

Für Entspannung sorgte erst ein politischer Schwenk aus Washington: Nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte kündigte US-Präsident Donald Trump eine Verschiebung der geplanten EU-Zölle an. Diese Kehrtwende löste am Mittwoch eine Erholungsbewegung an den Aktienmärkten aus, von der auch Bitcoin profitierte.

Technisch betrachtet bleibt die Lage angespannt. Analysten verweisen auf eine seit über zwölf Jahren relevante Aufwärtstrendlinie, die aktuell im Bereich von etwa 80.000 bis 84.000 US‑Dollar verläuft. Ein Bruch dieser Zone würde den Charakter der Korrektur deutlich verschärfen, während im Bereich von 98.000 bis 100.000 US‑Dollar der nächste nennenswerte Widerstand gesehen wird.

ETF-Abflüsse und gehebelte Wetten

Druck von der ETF-Seite

Auf der institutionellen Seite zeigt sich ein klares Muster: Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen in der laufenden Korrektur spürbare Abflüsse. Am Dienstag, 20. Januar, zogen Investoren rund 480 Millionen US‑Dollar aus US‑gelisteten Bitcoin-ETFs ab. Besonders der iShares Bitcoin Trust (IBIT) meldete Nettoabflüsse von rund 56,9 Millionen US‑Dollar. Das signalisiert, dass Teile der klassischen Finanzinvestoren angesichts der erhöhten Volatilität zunächst den Rückzug antreten.

Bereinigung im Derivatemarkt

Parallel dazu wurde der gehebelte Handel kräftig durchgeschüttelt. Am 20. Januar summierten sich Liquidationen im Kryptomarkt auf mehr als 1,08 Milliarden US‑Dollar, über 182.000 Trader wurden aus ihren Positionen gedrängt. In den darauffolgenden 24 Stunden kamen noch einmal rund 709 Millionen US‑Dollar hinzu, überwiegend auf der Long-Seite. Viele Marktteilnehmer, die auf weiter steigende Kurse gesetzt hatten, wurden damit zwangsweise aus dem Markt gespült.

Auch strukturelle Strategien leiden: Die beliebte „Cash-and-Carry“-Arbitrage, bei der Spot-Käufe mit Short-Positionen in Futures kombiniert werden, bringt nur noch rund 5 % annualisierte Rendite. Gleichzeitig ist das offene Interesse an Bitcoin-Futures an der CME deutlich zurückgegangen und liegt erstmals seit 2023 unter dem von Binance. Das deutet auf einen Rückgang des professionellen Hebeleinsatzes hin.

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Firmen kaufen, während ETFs verkaufen

Einen deutlich anderen Kurs verfolgen einige Unternehmen, die Bitcoin in der Bilanz halten. Prominentestes Beispiel bleibt MicroStrategy. Die Firma meldete am 20. Januar den Kauf weiterer 22.305 Bitcoin. Die Transaktion wurde zwischen dem 12. und 19. Januar für rund 2,13 Milliarden US‑Dollar durchgeführt, zu einem durchschnittlichen Kurs von 95.284 US‑Dollar je Coin.

Damit erhöht sich der Bestand von MicroStrategy auf 709.715 Bitcoin. Auffällig: Der aktuelle Marktpreis liegt unterhalb des jüngsten durchschnittlichen Einkaufskurses. Kurzfristig steht diese aggressive Kaufstrategie damit unter Druck, signalisiert aber zugleich langfristige Überzeugung des Managements.

In Summe steht der Markt damit zwischen zwei Polen:

  • ETF-Anleger reduzieren Engagement und realisieren Gewinne oder begrenzen Verluste.
  • Unternehmensbilanzen werden weiter mit Bitcoin gefüllt, trotz kurzfristiger Kursbelastung.
  • Derivatemarkt baut Leverage spürbar ab, was die Volatilität kurzfristig dämpfen, aber auch neue Bewegungen vorbereiten kann.

Regulierung, „digitales Gold“ und Umfeld

Auf der regulatorischen Seite weht in den USA ein anderer Wind. Seit Paul Atkins im April 2025 den Vorsitz der SEC übernommen hat, wurden prominente Verfahren gegen große Kryptobörsen wie Coinbase und Binance eingestellt. Gleichzeitig sind Maßnahmen gegen börsennotierte Unternehmen deutlich zurückgegangen, während der Fokus stärker auf klassischem Kleinanlegerbetrug liegt.

Politisch setzt die US-Regierung ebenfalls neue Akzente. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos am 21. Januar verwies Präsident Trump auf Fortschritte in der Kryptoregulierung und erwähnte die Einrichtung einer „Bitcoin Strategic Reserve“. Solche Signale stützen grundsätzlich die These, dass Bitcoin als strategischer Vermögenswert ernst genommen wird.

Gleichzeitig wird die „digitales Gold“-Erzählung aktuell auf die Probe gestellt. Während Bitcoin in den vergangenen Tagen schwächelte, kletterte Gold auf Rekordstände um 4.860 US‑Dollar je Feinunze. Einige Analysten hinterfragen daher, wie robust die Rolle von Bitcoin als sicherer Hafen in Phasen akuter geopolitischer Spannungen tatsächlich ist.

Entwicklungen im Umfeld

Abseits des Bitcoin-Kurses gibt es mehrere relevante Bewegungen im weiteren Krypto-Ökosystem:

  • Tokenisierte Assets: Die New York Stock Exchange arbeitet an einem 24/7‑Handel mit tokenisierten Aktien. Das wäre ein wichtiger Schritt, um Blockchain-Technologie tiefer in den klassischen Kapitalmarkt zu integrieren.
  • Schärfere Aufsicht in Asien: Südkorea hat erstmals das neue „Virtual Asset User Protection Act“ angewendet und eine Person wegen eines „Pump-and-Dump“-Schemas angeklagt. Das signalisiert höheren globalen Druck auf Marktmanipulation.
  • Aktienmarkt reagiert skeptisch: Die Aktie von Nakamoto Inc. (vormals KindlyMD) verlor am 21. Januar fast 10 %, nachdem das Unternehmen seine Strategie offiziell auf Bitcoin-Treasury-Aktivitäten ausgerichtet hatte. Das zeigt, dass Aktieninvestoren bei Krypto-Pivots in einer Schwächephase des Marktes zurückhaltend bleiben.

Fazit: Konsolidierung mit klaren Marken

Bitcoin befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase knapp unter 90.000 US‑Dollar, mit einem Wochenminus von rund 7 % und einem Abstand von knapp 28 % zum 52‑Wochen-Hoch. Die zentrale Zone zwischen etwa 80.000 und 84.000 US‑Dollar fungiert dabei als entscheidende technische Unterstützung, während um 100.000 US‑Dollar der nächste Widerstandsbereich wartet.

Die weitere Entwicklung dürfte davon abhängen, ob sich das Gleichgewicht zwischen ETF-Abflüssen, rückläufigem Leverage und anhaltender Unternehmensnachfrage zugunsten der Käufer verschiebt oder ob ein Bruch der langfristigen Trendlinie eine tiefere Korrektur einleitet. In den kommenden Wochen werden sowohl makroökonomische Impulse als auch regulatorische Signale entscheidend sein, ob Bitcoin seine Rolle als „digitales Wertaufbewahrungsmittel“ im aktuellen Umfeld behaupten kann.

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