Bitcoin ringt zum Wochenstart mit klaren Impulsen. Nach einem deutlichen Rücksetzer am Wochenende hat sich der Kurs zwar stabilisiert, doch die Erholung bleibt zäh. Im Fokus stehen nun gleich zwei Risikofaktoren: die laufende Fed-Sitzung und die drohende US-Haushaltssperre. Entscheidend ist, wie viel Risiko Anleger vor diesen Terminen noch eingehen wollen.

Zwischen Fed und Shutdown

Bitcoin bewegt sich derzeit in einer engen Handelsspanne und pendelt knapp unter der Marke von 90.000 US-Dollar. Nach dem Rutsch auf ein neues Jahrestief am Wochenende hat die Kryptowährung wieder etwas Boden gutgemacht, bleibt aber deutlich unter ihrem Oktober-Hoch zurück. Auf Sicht der vergangenen sieben Tage ergibt sich ein Minus von knapp 5 %, seit Jahresbeginn liegt BTC leicht im roten Bereich.

Charttechnisch deutet vieles eher auf eine Phase gedrückter Schwankungen als auf einen echten Bruch der Trendstruktur hin. Die Zone um 86.000 US-Dollar erwies sich am Wochenende als tragfähige Unterstützung, die mehrfach verteidigt wurde. Solange dieses Niveau hält, sehen Marktbeobachter das mittel- bis längerfristige Aufwärtsszenario nicht grundsätzlich in Frage gestellt – auch wenn der Abstand zum Rekordhoch bei rund 125.000 US-Dollar inzwischen bei knapp 30 % liegt.

Der RSI um 38 signalisiert einen gedämpften Risikoappetit, aber noch keinen klar überverkauften Zustand. Der Kurs notiert außerdem leicht unter dem 50- und deutlicher unter dem 100-Tage-Durchschnitt, was den Eindruck eines abgekühlten, aber nicht kollabierten Trends stützt.

Institutionelle ziehen Geld ab

Auf der Kapitalfluss-Seite zeigt sich ein klares Muster: Institutionelle Investoren reduzieren ihr Engagement. In der vergangenen Woche verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs die höchsten Abflüsse seit Februar 2025, in Summe rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Diese Rückgaben gelten als wesentlicher Grund für den jüngsten Druck auf den Kurs, da sie direkte Verkaufsorders auslösen oder Nachfrage entziehen.

Gleichzeitig deuten On-Chain-Daten darauf hin, dass langfristige Halter ihre Positionen halten oder bei Rücksetzern sogar ausbauen. Besonders unterhalb von 87.000 US-Dollar ist verstärkt Kaufinteresse zu beobachten. Das spricht dafür, dass vor allem kurzfristig orientierte, institutionelle „Touristen“ den Markt verlassen, während adressierte Langfrist-Adressen eher akkumulieren.

Auch die Netzwerkaktivität liefert ein gemischtes, aber stabiles Bild: Die Transaktionsgebühren haben sich normalisiert und deuten auf solide, jedoch nicht überhitzte Nutzung hin. Das Ökosystem läuft, ohne in einen spekulativen Überschwang zu kippen.

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Makrofront: Fed und Haushalt

Die größte Unbekannte für die nächsten Tage kommt von der Makroseite. Die US-Notenbank tagt seit heute, der Markt rechnet mit einer überwältigenden Mehrheit damit, dass die Zinsen in dieser Woche unverändert bleiben. Spannend ist daher weniger der Beschluss selbst als die Signale zum weiteren Pfad: Wird die Fed mögliche Zinssenkungen eher nach hinten schieben?

Die robuste US-Konjunktur hat genau zu dieser Verschiebung der Erwartungen geführt. Ein stärkerer Dollar und höhere Realzinsen bremsen tendenziell das Interesse an riskanteren Anlagen wie Kryptowährungen, da sichere Alternativen wieder attraktiver wirken. Das erklärt, warum Bitcoin trotz verteidigter Unterstützung noch nicht in einen neuen Aufwärtstrend übergeht.

Zusätzlichen Druck bringt der politische Kalender: Zum 31. Januar droht eine US-Regierungsschließung, sollte es keine Einigung beim Haushalt geben. Historisch führen solche Situationen kurzfristig oft zu einer Flucht in Liquidität, was riskante Assets wie BTC belasten kann, bevor sich die Lage mit einer Lösung wieder beruhigt.

Regulierung und Produkte: Struktur reift weiter

Abseits der kurzfristigen Kursbewegungen schreitet die institutionelle Infrastruktur für Kryptoanlagen voran. Aus Washington werden Fortschritte bei den Verhandlungen zur Krypto-Gesetzgebung im US-Senat gemeldet. Insbesondere im Landwirtschaftsausschuss, der für Teile der Marktstruktur zuständig ist, scheint sich eine erneute, parteiübergreifende Gesprächsbereitschaft abzuzeichnen. Für große Investoren ist genau diese regulatorische Klarheit ein wichtiger Hebel, um Engagements auszuweiten oder überhaupt erst zu starten.

Parallel wächst das Angebot an strukturierten Produkten. So wurde gestern in den USA der VanEck Avalanche ETF (VAVX) aufgelegt – der erste ETF seiner Art mit integriertem Staking-Ertrag auf die Avalanche-Blockchain. Auch wenn dieses Produkt kein direkter Bitcoin-ETF ist, signalisiert es eine zunehmende Akzeptanz von Krypto-ETPs im regulierten Marktumfeld. Das stärkt indirekt auch die Investment-These für BTC als „Kernasset“ innerhalb der Anlageklasse.

Stimmung und nächste Marken

Die Stimmung im Kryptomarkt ist angespannt, aber nicht panisch. Stimmungsindikatoren wie der Crypto Fear & Greed Index zeigen eine vorsichtige Haltung, was zum bislang nur minimalen Jahresplus von Bitcoin passt. Im Derivatemarkt ist der Einsatz von Hebel deutlich zurückgegangen, was potenziell das Risiko abrupten Zwangsverkaufsdrucks reduziert.

Kurzfristig lassen sich zwei Marken klar benennen:

  • Unterstützung: rund 86.000 US-Dollar
  • Widerstand: rund 90.000 US-Dollar

Ein nachhaltiger Ausbruch aus dieser Spanne dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit an die Kommunikation der Fed zur künftigen Zinspolitik gekoppelt sein. Je nachdem, ob die Notenbank eher eine längere Hochzinsphase andeutet oder Spielraum für frühere Lockerungen signalisiert, könnte sich daraus die Richtung für Bitcoin im Februar ergeben.

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