Bitcoin: Institutionen zurück
Bitcoin startet ins Jahr 2026 mit Rückenwind von der ETF-Seite und solider On-Chain-Unterstützung. Nach der Schwäche zum Jahresende hat sich der Markt spürbar stabilisiert, während große Adressen weniger verkaufen und private Anleger weiter zukaufen. Entscheidend ist nun, ob dieser Mix aus Kapitalzuflüssen und verbesserten Fundamentaldaten reicht, um die Marke von 100.000 US‑Dollar ins Visier zu nehmen.
Kursbild und Marktumfeld
Seit Jahresbeginn hat Bitcoin spürbar zugelegt und sich von den Tiefs nahe 87.500 US‑Dollar gelöst. Aktuell notiert die Kryptowährung um 95.600 US‑Dollar und liegt damit rund 8 % im Plus seit Jahresanfang. Trotz eines leichten Rücksetzers von 1,47 % am Freitag wirkt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
Auffällig: Der Kurs hat sich deutlich vom 52‑Wochen-Tief bei rund 84.700 US‑Dollar nach oben abgesetzt, bleibt aber noch deutlich unter dem Hoch von Anfang Oktober 2025. Mit einem Abstand von gut 23 % zum damaligen Rekordstand ist die Luft zwar noch nicht ganz dünn, aber die Phase der Überhitzung scheint vorerst vorbei. Das spiegelt auch ein 14-Tage-RSI von 38 wider, der eher neutrale als extreme Marktbedingungen signalisiert.
ETF-Zuflüsse als Haupttreiber
Der wichtigste Impuls zum Jahresstart kommt von den Spot-Bitcoin-ETFs. Nach deutlichen Abflüssen zum Jahresende hat sich das Bild im Januar komplett gedreht.
- In der Woche bis zum 12. Januar sammelten ETFs laut Glassnode rund 17.700 BTC ein – inflowseitig die stärkste Woche seit Oktober 2025.
- Zwischen dem 13. und 15. Januar flossen über 1,7 Milliarden US‑Dollar in Spot-ETFs, wobei Fidelitys FBTC an einem Tag allein 351 Millionen US‑Dollar anzog.
Damit hat sich die zuvor beobachtete „Verteilungsphase“ in eine neue Akkumulationsphase gewandelt. Institutionelle Anleger scheinen verstärkt zurückzukehren, nachdem sie Ende 2025 eher auf der Verkaufsseite standen.
Parallel dazu profitieren die börsennotierten Bitcoin-Miner: JPMorgan zufolge haben US-gelistete Miner in den ersten beiden Januarwochen rund 13 Milliarden US‑Dollar an Börsenwert hinzugewonnen und kommen nun zusammen auf etwa 62 Milliarden US‑Dollar. Die Bank verweist auf bessere Profitabilität und weniger intensiven Wettbewerb – ein Umfeld, das den Sektor aus Sicht vieler Marktteilnehmer attraktiver macht.
On-Chain-Daten: Druck lässt nach
Auch unter der Oberfläche zeigen sich Verbesserungen.
Netzwerkaktivität
- Täglich werden derzeit rund 355.000 Transaktionen abgewickelt.
- Knapp 148.000 Adressen waren in den letzten 24 Stunden aktiv.
- Die durchschnittliche Transaktionsgebühr liegt mit unter einem US‑Dollar auf einem niedrigen Niveau.
Das deutet auf eine solide Nutzung des Netzwerks bei gleichzeitig überschaubaren Gebühren hin – ein Umfeld, in dem Transaktionen für viele Anwendungen wirtschaftlich bleiben.
Angebotsstruktur
Besonders wichtig ist der Blick auf die langfristigen Halter. Glassnode zufolge liegt deren realisierter Gewinnverkauf aktuell bei rund 12.800 BTC pro Woche. In früheren Zyklusspitzen waren es zeitweise mehr als 100.000 BTC pro Woche. Die Verkaufsbereitschaft der „alten Hände“ ist also deutlich zurückgegangen, auch wenn Gewinnmitnahmen weiterhin stattfinden.
Hinzu kommt:
- Große Adressen mit 1.000 bis 10.000 BTC haben ihre Verkäufe reduziert.
- Kleinere Wallets mit weniger als 1 BTC akkumulieren seit Mitte November verstärkt.
Die Kombination aus nachlassender Angebotsseite bei den Großadressen und anhaltender Nachfrage von Kleinanlegern wirkt stabilisierend für den Markt.
Mining-Kennzahlen
Beim Mining zeichnet sich ebenfalls eine leichte Entspannung ab:
- Die Netzwerk-Hashrate liegt bei rund 956 EH/s.
- Die durchschnittliche Blockzeit beträgt etwa 11 Minuten und 15 Sekunden.
- Pro Block werden 3,125 BTC plus rund 0,026 BTC an Gebühren ausgeschüttet.
- Das nächste Halving wird bei Block 1.050.000 in etwa 808 Tagen erwartet.
JPMorgan berichtet, dass die durchschnittliche Hashrate in der ersten Januarhälfte um rund 2 % gesunken ist. Das erhöht die Ertragslage der verbleibenden Miner: Die Bruttomargen sind von Dezember ausgehend um etwa 300 Basispunkte auf rund 47 % gestiegen, während der sogenannte Hashprice im Vergleich zum Jahresende um 11 % zulegte.
Charttechnik: Widerstand bestätigt, Support hält
Technisch hat Bitcoin jüngst am 50‑Wochen-EMA knapp unterhalb von 97.200 US‑Dollar angedockt und ist dort zunächst abgeprallt. Diese Zone fungiert damit erneut als wichtiger Widerstand.
Wesentliche Marken im Überblick:
- Kurzfristiger Widerstand: 96.000–97.500 US‑Dollar
- Zentrale Unterstützung: 93.500–94.000 US‑Dollar
- Tiefere Unterstützung: 90.000–92.500 US‑Dollar
- Übergeordneter Widerstand: 103.300–107.500 US‑Dollar
Das Überschreiten der Marke von etwa 95.300 US‑Dollar führte zu einer größeren Bereinigung auf der Short-Seite: Rund 270 Millionen US‑Dollar an Short-Positionen wurden liquidiert, was für einen derivativesgetriebenen Kursschub sorgte. Auf Binance schnellte das Netto-Taker-Volumen kurzzeitig auf über 500 Millionen US‑Dollar an, während das Open Interest weiter stieg – ein Muster, das in der Vergangenheit häufig mit Trendfortsetzungen einherging.
Regulierung: Clarity Act auf Eis
Auf der regulatorischen Seite hat der viel diskutierte „Clarity Act“ in dieser Woche einen Dämpfer erhalten. Coinbase-CEO Brian Armstrong entzog dem Gesetzesvorhaben am Abend des 15. Januar öffentlich seine Unterstützung. Daraufhin verschob der Bankenausschuss des US-Senats die ursprünglich für den 16. Januar geplante Anhörung.
Armstrong kritisierte mehrere Passagen des Entwurfs, unter anderem:
- eine faktische Beschränkung tokenisierter Aktien,
- Einschränkungen bei Stablecoin-Bonusprogrammen,
- eine deutliche Ausweitung der SEC-Kompetenzen zulasten der CFTC.
Seine klare Botschaft: „Lieber kein Gesetz als ein schlechtes Gesetz.“
Der Vorsitzende des Bankenausschusses, Tim Scott, sprach von einer „kurzen Pause“ und betonte, dass weiterhin alle Beteiligten verhandlungsbereit seien. Senatorin Cynthia Lummis hält eine Fortsetzung der Gespräche bis in den Februar hinein für möglich, während Senator Thom Tillis einen Abschluss der Ausschussberatungen noch im ersten Quartal für realistisch hält.
Zentraler Streitpunkt sind vor allem die Regelungen zu Stablecoin-Renditen, bei denen die Interessen der Kryptobranche und jener der traditionellen Banken aufeinandertreffen. Trotz des Rückschlags bleibt die Erwartung vieler Marktteilnehmer bestehen, dass klarere Regeln langfristig die institutionelle Nutzung von Bitcoin erleichtern könnten.
Stimmung und Ausblick
Am Derivatemarkt zeigt sich derzeit vorsichtiger Optimismus. Im Optionshandel konzentriert sich ein großer Teil der offenen Call-Positionen auf den Bereich um 100.000 US‑Dollar vor dem Verfall am 30. Januar. Auf der Unterseite ist die Nachfrage nach Absicherung vor allem zwischen 70.000 und 90.000 US‑Dollar gebündelt.
Auch im Stablecoin-Segment hellt sich das Bild auf: Nach Abflüssen von mehr als einer Milliarde US‑Dollar pro Woche zum Jahresende haben sich die Flüsse stabilisiert und zuletzt ins Positive gedreht. Das gilt als konstruktives Signal für die Liquiditätslage im Kryptomarkt.
Bei den Prognosen für 2026 klafft die Spanne weit auseinander. Branchenbeobachter rechnen mit möglichen Szenarien zwischen 75.000 und 225.000 US‑Dollar. CoinShares erwartet eher eine Handelsspanne zwischen 120.000 und 170.000 US‑Dollar und sieht die zweite Jahreshälfte als tendenziell freundlichere Phase.
Zum aktuellen Zeitpunkt spricht vieles für ein strukturell solides Setup: Rekordnahe ETF-Zuflüsse, abnehmender Verkaufsdruck langjähriger Halter, robuste On-Chain-Daten und ein makroökonomisches Umfeld, in dem mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank wieder stärker diskutiert werden. Kurzfristig bleiben die Unterstützungszone um 93.500 US‑Dollar auf der Unterseite und die psychologisch wichtige 100.000‑US‑Dollar-Marke auf der Oberseite die zentralen Marken, an denen sich die weitere Entwicklung von Bitcoin in den kommenden Wochen entscheiden dürfte.
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