Das neue Börsenjahr startet für Bitcoin mit einem klaren Signal von der Profi-Seite. US-Spot-ETFs verzeichnen kräftige Zuflüsse, während On-Chain-Daten auf eine Phase hindeuten, in der das Angebot verkümmert und große Adressen akkumulieren. Entscheidend ist nun die Frage, wie stark dieser Rückenwind reicht, solange der Kurs klar unter dem Hoch vom Oktober 2025 bleibt.

ETF-Zuflüsse als Haupttreiber

In der ersten Handelswoche 2026 dominiert ein Thema: institutionelle Nachfrage über US-Spot-ETFs. Laut aktuellen Daten flossen in den ersten beiden Handelstagen des Jahres mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar in Bitcoin-ETFs. Allein der Montag brachte mit 697 Millionen US-Dollar den höchsten Tageszufluss der vergangenen drei Monate.

Bloomberg-Analyst Eric Balchunas weist darauf hin, dass sich bei anhaltendem Tempo annualisierte Zuflüsse von bis zu 150 Milliarden US-Dollar ergeben könnten – ein Sprung von rund 600 % gegenüber den Nettozuflüssen von 21,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Parallel dazu hat Morgan Stanley am Dienstag Anträge für neue Bitcoin- und Solana-basierte ETFs eingereicht. Das signalisiert, dass der Bankensektor weiter aktiv an Krypto-Produkten arbeitet.

Capriole Investments stützt dieses Bild: Analyst Charles Edwards berichtet, dass institutionelle Anleger seit dem 7. Januar 2026 wieder als Nettokäufer auftreten. Zuvor war diese Kennzahl im Oktober 2025 – zeitgleich mit dem BTC-Hoch über 126.000 US-Dollar – ins Lager der Verkäufer gedreht. Historisch gingen solche Signale im Schnitt Kursanstiegen von rund 109 % voraus, auch wenn Marktbeobachter betonen, dass vergangene Muster keine Garantien für die Zukunft liefern.

On-Chain: Akkumulation durch Angebotsknappheit

Auf der Blockchain-Seite zeigt sich ein Markt, der weniger von euphorischen Privatanlegern als von fehlendem Verkaufsdruck geprägt ist. Analyst Axel Adler beschreibt die aktuelle Phase als „Akkumulationsregime“, das vor allem durch Erschöpfung auf der Verkäuferseite gestützt wird. Der On-Chain Pressure Oscillator liegt derzeit bei etwa 46 und deutet damit auf einen moderaten Spannungsgrad hin.

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Einige zentrale On-Chain-Faktoren:

  • Short-Term Holder (STH): Bitcoin notiert aktuell unterhalb des durchschnittlichen Einstandspreises kurzfrister Halter. Viele jüngere Käufer liegen damit „unter Wasser“, was potenziellen Gewinnmitnahmen vorerst die Grundlage entzieht. Erst im Bereich um 100.000 US-Dollar dürfte dieser Druck wieder deutlich zunehmen.
  • Mineraktivität: Der börsennotierte Miner Riot Platforms verkaufte im Dezember 2025 rund 1.818 BTC im Gegenwert von 161 Millionen US-Dollar und reduzierte seine Bestände auf 18.005 BTC. Gleichzeitig legte die Produktion im Monatsvergleich um 8 % auf 460 BTC zu. Miner bleiben damit zwar Verkäufer, haben aber weiterhin substanzielle Reserven.
  • Whale-Bewegungen: Heute wurde eine größere Transaktion mit Bezug zu Galaxy Digital registriert: 3.200 BTC wechselten on-chain den Besitzer, bewertet mit etwa 295 Millionen US-Dollar. Solche Bewegungen werden von Marktteilnehmern genau beobachtet, da sie punktuell spürbaren Verkaufsdruck in den Markt bringen können.

Diese Kombination aus begrenztem Angebot, ETF-Nachfrage und selektiven Großtransaktionen erzeugt ein Umfeld, in dem einzelne Orders deutlichen Einfluss auf die Preisbildung haben können.

Regulierung und Krypto-Aktien im Fokus

Auch auf der Aktien- und Indexseite gibt es frische Impulse. MSCI hat gestern angekündigt, seine Pläne vorerst zu pausieren, Unternehmen mit größeren Digital-Asset-Beständen aus globalen Indizes zu entfernen. Besonders betroffen wäre MicroStrategy gewesen, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter. Nach der Meldung legte die MicroStrategy-Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als 6 % zu.

JPMorgan-Analysten hatten zuvor gewarnt, dass ein Ausschluss solcher Firmen aus wichtigen Indizes milliardenschwere Zwangsverkäufe ausgelöst hätte. Mit der MSCI-Entscheidung fällt dieser unmittelbare Belastungsfaktor für Krypto-nahe Aktien zunächst weg.

Auf der regulatorischen Ebene rückt der 15. Januar 2026 in den Mittelpunkt. Für dieses Datum ist eine Abstimmung im US-Senat über neue Krypto-Gesetze vorgesehen. Streitpunkte betreffen vor allem die Regulierung von DeFi-Anwendungen sowie Ethikvorgaben für Politiker und Behördenvertreter im Umgang mit Digital Assets. In dieser Woche hat sich deshalb das Lobbying von Branchenvertretern deutlich intensiviert.

Liquidität, Marke 100.000 und aktuelle Lage

Zur Wochenmitte handelt Bitcoin bei rund 92.064 US-Dollar und liegt damit knapp 4 % höher als vor sieben Tagen. Der Kurs hält sich leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt, zugleich trennt ihn gut ein Viertel vom bisherigen 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 38,1 signalisiert dabei eher abgekühlte als überhitzte Marktbedingungen.

Liquiditätsdaten der Börse Binance deuten auf Strukturen hin, die jenen Phasen vor früheren Aufwärtsbewegungen ähneln. Gleichzeitig bleibt die Stimmung verhalten, was gut zu dem Bild aus ETF-Käufen und On-Chain-Verkäufermüdigkeit passt. Für den mittelfristigen Trend dürfte entscheidend sein, wie sich die Liquidität rund um die psychologisch und technisch wichtige Region um 100.000 US-Dollar entwickelt, wenn dort sowohl die Break-even-Zone vieler Kurzfrist-Investoren als auch mögliche Gewinnmitnahmen der institutionellen Käufer aufeinandertreffen.

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