Bitcoin startet ins Jahr 2026 mit gemischten Signalen. Der Kurs liegt deutlich unter dem Rekordhoch aus 2025, die Stimmung unter Privatanlegern ist angespannt. Gleichzeitig melden große Marktakteure neue Käufe in Milliardenhöhe und ETF-Zuflüsse ziehen wieder an. Wie passt diese Kombination aus „extremer Angst“ und institutioneller Nachfrage zusammen?

Kursdruck trotz stabiler Basis

Nach einem volatilen Schlussquartal 2025 notiert Bitcoin aktuell deutlich unter seinem Allzeithoch vom Oktober. Mit knapp 30 % Abstand zur Bestmarke befindet sich der Markt klar in einer Korrekturphase, zugleich liegt der Kurs nur wenige Prozent über dem 52‑Wochentief – der Druck bleibt also spürbar.

Technische Indikatoren deuten auf ein abgekühltes Momentum hin: Der RSI liegt mit rund 38 Punkten im unteren, aber noch nicht überverkauften Bereich. Der Preis handelt zudem leicht unter dem 50‑Tage-Durchschnitt, was die laufende Konsolidierung unterstreicht. Stimmungsindikatoren wie der Crypto Fear & Greed Index signalisieren „Extreme Fear“ – vor allem auf der Retail-Seite.

Tether und ETFs als Gegenpol

Auffällig ist, dass institutionelle Akteure die Schwächephase offenbar nutzen.

Tether stockt Reserven kräftig auf

Stablecoin-Anbieter Tether hat im vierten Quartal 2025 insgesamt 8.888 BTC zugekauft. Auf Basis der damals genannten Größenordnung entspricht das rund 779 Millionen US‑Dollar. Insgesamt hält Tether nun über 96.000 BTC im Wert von geschätzt 8,4 Milliarden US‑Dollar und gehört damit zu den größten Bitcoin-Adressen weltweit.

Der Schritt folgt der bereits 2023 kommunizierten Strategie, bis zu 15 % der realisierten operativen Gewinne in Bitcoin zu investieren, um die Reserven breiter aufzustellen. Die jetzige Aufstockung zeigt, dass Tether diese Linie trotz der Kurskorrektur fortsetzt.

US-Spot-ETFs drehen wieder ins Plus

Auch bei den US‑Spot-Bitcoin-ETFs hat sich das Bild zum Jahresende verändert. Nach sieben Handelstagen in Folge mit Abflüssen von insgesamt 1,12 Milliarden US‑Dollar kam es am 30. Dezember zu einer klaren Trendwende: Die Produkte verzeichneten Nettozuflüsse von 355 Millionen US‑Dollar.

  • BlackRocks IBIT-ETF führte mit 143,7 Millionen US‑Dollar die Zuflüsse an
  • Ark 21Shares und Fidelity steuerten weitere signifikante Mittel bei

Diese Bewegung deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren die Kurse unter 90.000 US‑Dollar als Einstiegs- oder Aufstockungsgelegenheit gesehen haben – trotz der gleichzeitig sehr pessimistischen Stimmung im Retail-Segment.

On-Chain-Daten: Langfristige Anleger halten durch

Auf der Blockchain-Ebene zeigt sich ein anderes Bild als in den Sentiment-Indizes. Daten von CryptoQuant zufolge haben Langfrist-Investoren (Long-Term Holder, LTH) ihre Verkäufe gestoppt und teils sogar deutlich zugekauft. Ende Dezember sammelten LTHs an einem einzelnen Tag 10.700 BTC ein – ein klares Signal von Überzeugungsträgern, die üblicherweise eher antizyklisch agieren.

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Parallel dazu sinkt das Angebot auf den Börsen: In der Woche vor dem Jahreswechsel wurden rund 294 Millionen US‑Dollar an BTC von Handelsplätzen abgezogen. Solche Abflüsse werden in der Regel als Hinweis gewertet, dass Coins in Cold Storage wandern und kurzfristiger Verkaufsdruck abnimmt.

Auf der anderen Seite stehen Kurzfrist-Halter (Short-Term Holder, STH), die laut den Daten überwiegend „unter Wasser“ sind. Diese Gruppe ist anfälliger für emotionale Entscheidungen und verstärkt damit die in Stimmungsindikatoren sichtbare Nervosität.

Makroumfeld und Regulierung

Das Umfeld für Risikoanlagen wie Bitcoin wird 2026 stark von der Geldpolitik geprägt. Die US‑Notenbank Fed hat im Dezember 2025 die Leitzinsen auf eine Spanne von 3,50–3,75 % gesenkt. Für Januar wird zwar eher mit einem Stopp weiterer Senkungen gerechnet, insgesamt bedeutet der weichere Kurs aber Rückenwind für Vermögenswerte mit höherem Risiko – dazu zählen auch Kryptowährungen.

Gleichzeitig verschärft sich der regulatorische Wettbewerb. In den USA sehen sich Krypto-Unternehmen wie Coinbase mit Widerstand von Banken konfrontiert, wenn es um Zinsangebote auf Stablecoins geht. Parallel dazu startet China heute offiziell mit der Verzinsung von Guthaben im Digitalen Yuan.

In der Branche wächst die Sorge, dass mögliche restriktive US‑Regeln – Stichwort „Genius Act“ – Dollar-gebundene digitale Assets im internationalen Vergleich benachteiligen könnten. Vor allem gegenüber staatlich gestützten Lösungen anderer Länder könnte dies ein Nachteil sein.

Breiteres Krypto-Ökosystem in Bewegung

Abseits von Bitcoin selbst zeigt sich, dass das institutionelle Interesse an Krypto-Infrastruktur insgesamt anhält. Am 30. Dezember hat Asset Manager Bitwise bei der US‑Börsenaufsicht SEC Anträge für elf neue „Strategy“-ETFs eingereicht, die einzelne Altcoins wie Uniswap oder Aave abbilden sollen. Die Produkte sollen eine Mischung aus direkten Beständen und Derivaten nutzen. Das unterstreicht den Glauben an eine weitere Professionalisierung des Marktes, in dem Bitcoin weiterhin die zentrale Referenzgröße bleibt.

Auch aus der politischen Ecke kommen neue Impulse: Die Trump Media and Technology Group plant eine stärkere Verankerung im Blockchain-Bereich und kündigt eine neue Token-Verteilung auf der Cronos-Chain an. Damit verstärkt sich die Verknüpfung von Digital Assets und US-Innenpolitik im anlaufenden Midterm-Wahljahr.

Fazit: Spannungsfeld aus Angst und Aufbau

Zum Jahresstart 2026 steht Bitcoin in einem markanten Spannungsfeld: Der Kurs liegt rund ein Drittel unter dem Hoch von 2025, die kurzfristige Stimmung ist von Angst geprägt und technisch dominiert eine Konsolidierung unterhalb des 50‑Tage-Durchschnitts. Gleichzeitig sprechen mehrere harte Datenpunkte für eine stille Aufbauphase im Hintergrund – von Tethers BTC-Käufen über wieder positive ETF-Zuflüsse bis hin zu deutlichen Zuflüssen durch Langfrist-Investoren und sinkender Börsenliquidität.

Für die weitere Entwicklung werden vor allem drei Faktoren maßgeblich sein: die weitere Zinspolitik der Fed, der Ausgang der regulatorischen Debatten um Stablecoins und Digitalwährungen sowie das Tempo, mit dem institutionelle Produkte und Strukturen rund um Bitcoin ausgebaut werden. Wie diese drei Stränge zusammenlaufen, dürfte entscheidend dafür sein, ob die aktuelle Phase als längere Seitwärtskonsolidierung endet oder den Boden für den nächsten größeren Trend legt.

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