Bitcoin startet schwach ins Jahr 2026. Makroökonomische Sorgen, Turbulenzen am Anleihemarkt und politische Spannungen setzen die größte Kryptowährung spürbar unter Druck. Gleichzeitig baut ein prominenter Institutioneller seine Bestände so stark aus wie seit über einem Jahr nicht mehr. Wie passt das zusammen?

Schwache Kursentwicklung, hohe Unsicherheit

Nach einem zunächst freundlichen Jahresauftakt hat Bitcoin in den vergangenen Tagen seine Gewinne wieder abgegeben. Mit rund 87.900 US‑Dollar notiert BTC aktuell leicht im Minus seit Jahresbeginn und rund 30 % unter seinem Rekordhoch von rund 126.000 US‑Dollar aus Oktober 2025 – ein deutliches Zeichen, dass Anleger vorsichtiger geworden sind.

Auslöser der jüngsten Schwäche ist vor allem ein deutlicher Stimmungswechsel an den globalen Finanzmärkten. Risikoassets geraten unter Druck, während klassische „sichere Häfen“ wie Gold auf neue Höchststände steigen. Bitcoin wird in dieser Phase eher wie ein risikoreiches Anlagegut gehandelt, nicht wie ein Krisenschutz.

Makrorisiken drücken auf Krypto

Japanischer Anleihemarkt als Brandherd

Ein zentraler Belastungsfaktor: Turbulenzen am japanischen Staatsanleihemarkt. Ein kräftiger Kursrutsch bei japanischen Staatsanleihen und der damit verbundene Renditesprung haben eine globale Risikoaversion ausgelöst. Diese Umschichtung weg von riskanten Anlagen trifft Kryptowährungen besonders stark.

Der bekannte Krypto-Investor Arthur Hayes bezeichnete den Renditeanstieg japanischer Staatsanleihen als möglichen „Zündfunken“ für eine breitere Risikoabwende weltweit. Parallel dazu kletterte Gold auf Rekordwerte von über 4.800 US‑Dollar je Unze – ein klares Signal, dass viele Anleger Sicherheit suchen, statt auf Wachstumsstories im Kryptomarkt zu setzen.

Spannungen um Grönland belasten Stimmung

Zusätzliche Unsicherheit kommt von der politischen Seite. Spannungen zwischen den USA und europäischen Partnern im Zusammenhang mit Grönland sorgen für Unruhe. Zwar versuchte US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu beruhigen und betonte, die USA hätten „keine Absicht, Grönland mit Gewalt zu nehmen“ und würden Verhandlungen suchen. Dennoch bleibt die geopolitische Gemengelage angespannt und dämpft die Risikobereitschaft an den Märkten.

Immerhin: Trumps optimistischer Ton zu einem möglichen Krypto-Regulierungsrahmen in den USA gab den Kursen kurzfristig etwas Halt. Die Aussicht auf klare Spielregeln wird von vielen Marktteilnehmern grundsätzlich positiv gesehen.

Institutionelle Aktivitäten: Kaufen im Rücksetzer

Strategy weitet Bitcoin-Bestand deutlich aus

Während kurzfristig orientierte Anleger offensichtlich Gewinne mitnehmen, nutzt ein großer Player die Schwächephase zum Aufstocken: Strategy (ehemals MicroStrategy) hat zwischen dem 12. und 19. Januar 2026 Bitcoin im Wert von 2,13 Milliarden US‑Dollar gekauft. Insgesamt erwarb das Unternehmen 22.305 BTC – der größte wöchentliche Zukauf seit November 2024.

Damit steigen die Bestände auf 709.715 BTC. Der gesamte Bestand wurde nach Unternehmensangaben für rund 53,92 Milliarden US‑Dollar aufgebaut, was einem durchschnittlichen Einstandskurs von etwa 75.979 US‑Dollar je Bitcoin entspricht. Vor der jüngsten Kaufserie hielt Strategy 687.410 BTC und hatte am 12. Januar bereits 13.627 BTC für 1,247 Milliarden US‑Dollar erworben.

Einige zentrale Punkte im Überblick:

  • Neuankauf (12.–19. Januar): 22.305 BTC für 2,13 Mrd. US‑Dollar
  • Gesamtbestand: 709.715 BTC
  • Durchschnittlicher Kaufpreis: ca. 75.979 US‑Dollar je BTC
  • Größter wöchentlicher Zukauf seit November 2024

Für den Markt ist das ein deutliches Signal: Trotz kurzfristiger Schwankungen setzt Strategy seine langfristig ausgerichtete Bitcoin-Treasury-Strategie fort und akzeptiert dabei hohe Konzentrationsrisiken.

ETF-Ströme drehen wieder ins Plus

Auch auf ETF-Ebene hellt sich das Bild leicht auf. Nach Abflüssen von über 1 Milliarde US‑Dollar aus US‑Spot-Bitcoin-ETFs im Dezember – maßgeblich durch steuerlich motivierte Verkäufe zum Jahresende – zeigen die ersten Januar-Tage wieder Zuflüsse. Allein am 5. Januar wurden netto rund 400 Millionen US‑Dollar in diese Produkte investiert.

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Das deutet darauf hin, dass institutionelle und professionelle Investoren nach dem „Jahresendputzen“ wieder Positionen aufbauen. Die ETF-Ströme bleiben damit ein wichtiger Indikator dafür, wie stark das Interesse größerer Adressen an Bitcoin aktuell ist.

Regulatorische Weichenstellungen in den USA

Entwurf für umfassendes Krypto-Gesetz

Auf politischer Ebene arbeitet die US-Politik an einem Rahmen für den Kryptomarkt. Am 13. Januar stellten Senatoren einen Gesetzentwurf vor, der eine umfassende Marktstruktur für digitale Assets schaffen soll. Kernpunkte sind:

  • klare Abgrenzung, wann Token als Wertpapiere, Rohstoffe oder andere Assetklassen gelten
  • Stärkung der Zuständigkeit der CFTC für den Spotmarkt in Kryptowährungen
  • Regelungen zu Zinszahlungen auf Stablecoins und damit verbundene Bedenken der Bankenbranche

Der Prozess ist jedoch holprig. Kritik unter anderem von Coinbase-CEO Brian Armstrong hat dazu geführt, dass Ausschussberatungen verschoben wurden. Strittig sind vor allem Details zur Geldwäscheprävention und zum Umgang mit dezentralen Finanzanwendungen (DeFi). Dennoch zeigt der Entwurf, dass das Thema Regulierung in Washington weit oben auf der Agenda steht.

Signale aus dem Weißen Haus

Rückenwind kommt aus der Regierung. David Sacks, Berater des Weißen Hauses für Krypto und KI, rechnet damit, dass US-Banken nach einer gesetzlichen Klärung zunehmend mit Kryptowährungen und speziell Stablecoins arbeiten werden. Seine Kernaussage: Banken- und Kryptoindustrie werden langfristig zu einem gemeinsamen „Digital-Asset“-Sektor zusammenwachsen, statt parallel nebeneinanderherzulaufen.

Für Bitcoin ist das kein unmittelbarer Kurstreiber, aber ein Hinweis auf die strategische Richtung: Digitale Vermögenswerte sollen stärker in das bestehende Finanzsystem integriert werden.

On-Chain-Daten und Derivatemarkt

Weniger Verkaufsdruck von „Walen“, mehr Retail-Käufe

On-Chain-Daten ergänzen das Bild: Adressen mit sehr großen Beständen zwischen 1.000 und 10.000 BTC („Wale“) haben ihren Verkaufsdruck im Verlauf des Januars offenbar reduziert. Die starke Distribution größerer Wallets scheint abzuflauen.

Parallel dazu wächst die Aktivität kleinerer Anleger. Adressen mit weniger als 1 BTC bauen seit Mitte November ihre Bestände aus. Viele Retail-Investoren nutzen die Konsolidierungsphase offenbar, um Positionen aufzubauen oder zu erweitern.

Optionen und Futures: Wetten auf die Marke 100.000 US‑Dollar

Im Derivatemarkt zeigt sich ein spannendes Setup. Bei Bitcoin-Optionen konzentriert sich ein großer Teil der offenen Call-Positionen für Ende Januar auf den Strike von 100.000 US‑Dollar. Trader positionieren sich damit für ein mögliches Aufwärtsszenario, auch wenn der aktuelle Kurs noch ein gutes Stück darunter liegt.

Auf der Unterseite sind Put-Optionen vor allem im Bereich zwischen 70.000 und 90.000 US‑Dollar gebündelt, was auf eine Absicherung gegen stärkere Rücksetzer hindeutet. Die Finanzierungsraten für Perpetual-Futures, die Ende Dezember während eines Deleveraging-Events ins Negative gedreht waren, sind inzwischen wieder positiv – ein Zeichen, dass Long-Positionen erneut überwiegen.

Branchenstimmen und Ausblick 2026

Ripple-CEO erwartet neue Rekordstände

Trotz der aktuellen Schwächephase gibt es optimistische Stimmen für den weiteren Jahresverlauf. Ripple-CEO Brad Garlinghouse zeigte sich in Davos ausgesprochen zuversichtlich und rechnet damit, dass der Kryptomarkt 2026 neue Allzeithochs erreichen wird. Er erklärte, er sei „sehr bullisch“ und gehe „on the record“ davon aus, dass ein neues Rekordniveau erreicht werde.

Als wesentlichen Treiber sieht er das wachsende Interesse großer Finanzinstitute, das seiner Einschätzung nach noch nicht vollständig in den aktuellen Kursen reflektiert ist. Angesichts des aktuellen Abstands von rund 29 % zum Allzeithoch bleibt dafür zumindest theoretisch Spielraum nach oben – vorausgesetzt, das Makroumfeld stabilisiert sich und die regulatorische Entwicklung verläuft konstruktiv.

Fazit: Kurzfristige Belastungen, langfristige Unterstützung

Bitcoin bewegt sich im Januar in einem schwierigen Umfeld aus globalen Zins- und Anleihemarktschocks, geopolitischer Unsicherheit und einer deutlichen Verschiebung in Richtung sicherer Häfen. Das erklärt die deutlichen Rückgänge seit dem Zwischenhoch Mitte Januar und den mittlerweile spürbaren Abstand zum Rekordniveau von 2025.

Gleichzeitig stehen mehrere strukturelle Faktoren auf der Unterstützungsseite: massive Unternehmenskäufe wie jene von Strategy, wieder anziehende Zuflüsse in US‑Spot-ETFs, Fortschritte bei der US-Regulierung und positive On-Chain-Signale bei Retail-Adressbeständen und Derivatemarktpositionierung. In Summe spricht vieles dafür, dass Bitcoin kurzfristig anfällig für weitere Ausschläge bleibt, der langfristige Investmentcase jedoch durch die zunehmende institutionelle Verankerung und regulatorische Klärung untermauert wird.

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