Bitcoin: Abwartende Phase
Bitcoin startet vorsichtig ins neue Jahr. Nach einem schwankungsreichen Jahresauftakt hat sich der Kurs zuletzt in einer engen Spanne eingependelt, während Marktteilnehmer auf neue Impulse aus Makro- und On-Chain-Daten warten. Im Zentrum steht die Frage, ob die aktuelle Ruhe nur eine Verschnaufpause im Aufwärtstrend oder der Auftakt für eine stärkere Korrektur ist.
Enger Korridor, klare Marken
Am Sonntag notiert Bitcoin knapp unterhalb von 91.000 US‑Dollar und bewegt sich damit seit dem Wochenende in einem schmalen Band zwischen 90.000 und 91.000 US‑Dollar. Gegenüber dem 52‑Wochen-Hoch von gut 124.700 US‑Dollar liegt der Kurs rund 27 % zurück, gleichzeitig verläuft er leicht über dem 50‑Tage-Durchschnitt – ein Zeichen für eine eher neutrale, abwartende Marktphase.
Charttechnisch steht eine wichtige Unterstützungszone im Fokus. Kurzfristig gilt der Bereich um 89.500 US‑Dollar als zentrale Haltemarke. Ein Bruch darunter könnte aus technischer Sicht den Weg in Richtung 85.000 US‑Dollar öffnen. Auf der Oberseite sehen Analysten erst über 92.000 US‑Dollar ein Signal, das den aktuell leicht bärischen Kurzfrist-Bias infrage stellen und Raum in Richtung 95.000 US‑Dollar freimachen würde.
Mit einer Marktdominanz von rund 57 % bleibt Bitcoin trotz dieser Seitwärtsphase klar das Zentrum des Kryptomarkts. Eine breite Umschichtung in Altcoins ist bislang ausgeblieben, wenngleich es vereinzelt Bewegung in kleineren Werten gibt.
On-Chain: Langfristanleger nutzen Rücksetzer
Unter der Oberfläche zeigt sich ein anderes Bild als im Kursverlauf. On-Chain-Daten deuten auf eine wachsende Kluft zwischen kurzfristig orientierten Tradern und langfristigen Überzeugungstätern hin.
In der vergangenen Woche haben sogenannte „Hodler“ – Adressen mit historisch geringer Verkaufsaktivität – ihre Bestände weiter ausgebaut. Der Kennwert „Hodler Net Position Change“ ist ins Positive gedreht. Das wird von Marktbeobachtern als Hinweis gewertet, dass langfristig orientiertes Kapital das aktuelle Niveau um 90.000 US‑Dollar eher als Einstiegs- beziehungsweise Nachkaufszone und nicht als Ausstiegsniveau interpretiert. Damit unterscheidet sich das Verhalten deutlich von der Verkaufsneigung, die Ende 2025 zu beobachten war.
ETF- und Börsenflüsse im Fokus
Auf institutioneller Seite hat sich das Tempo spürbar verlangsamt. Die Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs sind zuletzt gemischt bis leicht negativ ausgefallen. Das nimmt dem Markt kurzfristig Auftrieb und erklärt einen Teil der fehlenden Dynamik nach oben.
Gleichzeitig bleiben die BTC-Bestände auf zentralisierten Börsen weitgehend stabil. Größere Abflüsse, die auf verstärkte langfristige Verwahrung hindeuten würden, sind ebenso wenig zu sehen wie auffällige Einzahlungswellen, die auf eine bevorstehende Verkaufswelle schließen ließen. Von einem akuten Verkaufsdruck durch Privatanleger kann daher aktuell nicht die Rede sein.
Makro-Bremse und Stimmungslage
Parallel zur On-Chain-Entwicklung belasten makroökonomische Faktoren die Risikobereitschaft. Nach den am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten, die einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigten, haben sich die Erwartungen an die US-Notenbank verschoben.
An den Märkten wird zunehmend damit gerechnet, dass die Federal Reserve auf der nächsten Sitzung der FOMC-Zinskommission zunächst keine weiteren Anpassungen vornimmt. Dieses „higher for longer“-Narrativ – also länger höhere Zinsen – dämpft die Risikofreude quer über die Anlageklassen und bringt auch Bitcoin in eine defensivere Position.
Das spiegelt sich in der Stimmung wider: Der „Crypto Fear & Greed Index“ steht aktuell bei 29 Punkten und signalisiert damit deutliche Angst im Markt. Konträre Anleger sehen solchen Pessimismus traditionell als mögliches Bodenmuster, solange sich das makroökonomische Umfeld nicht weiter deutlich eintrübt.
Fundamentale Aktivität bleibt robust
Abseits der kurzfristigen Kursschwankungen zeigt das Bitcoin-Ökosystem weiter solide Fundamentaldaten:
- Netzwerk-Hashrate: Die Rechenleistung des Netzwerks bewegt sich nahe historischen Höchstständen. Das signalisiert, dass Miner trotz der Korrektur seit den Höchstständen im Oktober 2025 weiterhin profitabel arbeiten und dem Netzwerk treu bleiben.
- DeFi-Entwicklungen: Auf Layer‑2-Lösungen und durch Protokollupdates wird intensiv daran gearbeitet, dezentrale Finanzanwendungen stärker auf Bitcoin zu bringen. Diese langfristig wichtigen Trends werden derzeit jedoch klar von der kurzsichtigen Fokussierung auf den Spotpreis überlagert.
Ausblick auf den Wochenschluss
Mit dem anstehenden Wochenschluss rückt die psychologisch wichtige Marke von 90.000 US‑Dollar in den Mittelpunkt. Hält diese Zone bis zum Close, könnte das den Boden für einen Erholungsversuch legen, wenn die traditionellen Finanzmärkte zu Wochenbeginn wieder voll ins Geschehen eingreifen. Ein Rutsch darunter würde dagegen technisch orientierten Verkäufern neue Argumente liefern und den Druck in Richtung tieferer Unterstützungen erhöhen.
Unterm Strich befindet sich Bitcoin derzeit in einer Art Gleichgewichtslage: Langfristige Kapitalströme und stabile Netzwerkdaten stehen einem vorsichtigen, von Zinsen und Konjunkturdaten geprägten Makroumfeld gegenüber. Wie lange dieses fragile Gleichgewicht anhält, dürfte vor allem von den kommenden Signalen der Notenbankpolitik und der Entwicklung der ETF-Flüsse abhängen.
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