BioNTech startet ins Jahr 2026 mitten in einer tiefgreifenden Transformation. Die enorme Sonderkonjunktur durch den COVID-19-Impfstoff läuft aus, gleichzeitig richtet sich der Blick zunehmend auf Krebsimmuntherapien und neue mRNA-Anwendungen. Genau in dieser Phase stemmt das Unternehmen eine wichtige Übernahme und liefert gemischte Zahlen – mit klaren Stärken, aber auch sichtbaren Übergangsproblemen.

CureVac-Deal verändert die mRNA-Landschaft

Der entscheidende strategische Schritt ist die Übernahme von CureVac. Mitte Dezember 2025 schloss BioNTech das Umtauschangebot ab und sicherte sich rund 86,75 % der ausstehenden CureVac-Aktien. Die zwangsweise Übertragung der restlichen Anteile soll im Januar 2026 folgen, anschließend ist eine Dekotierung der CureVac-Aktie geplant.

Mit dem Deal bündelt BioNTech zusätzliche Kompetenzen in der mRNA-Technologie:

  • Erweiterte Fähigkeiten im mRNA-Design
  • Zusätzliche Formulierungs- und Delivery-Technologien
  • Stärkere Fertigungstechnologien und Produktionskapazitäten
  • Vollständige Integration durch anschließende Pflichtabfindung und Delisting

CEO Ugur Sahin betont, dass die Akquisition die eigene Plattform für mRNA deutlich vertieft und neue Entwicklungsmöglichkeiten als Arzneimittelklasse eröffnet. Strategisch geht es also weniger um kurzfristige Erträge, sondern um den Ausbau eines technologischen Fundaments, auf dem künftige Therapien – insbesondere in der Onkologie – aufbauen sollen.

Analysten mit klarer Aufwärtsperspektive

Trotz schwächerer Kursentwicklung im Jahr 2025 bleibt das fundamentale Bild aus Analystensicht positiv. Aktuell wird die Aktie von 15 Analysten abgedeckt, die im Konsens ein „Moderates Kaufen“ aussprechen. Dahinter steht eine deutliche Schieflage zugunsten optimistischer Stimmen:

  • 10 Kaufempfehlungen
  • 4 Halte-Einstufungen
  • 1 Verkaufsempfehlung
  • Durchschnittliches 12-Monats-Kursziel: 137,75 US-Dollar

Ausgehend vom aktuellen Kurs von 96,18 US-Dollar entspricht das einem theoretischen Aufwärtspotenzial von rund 45 %. Einzelne Häuser haben ihre Einschätzungen zuletzt angepasst: JPMorgan reduzierte das Kursziel auf 120 US-Dollar und bleibt neutral, Bank of America hält an „Kaufen“ mit Ziel 130 US-Dollar fest. UBS nahm im Dezember eine Hochstufung auf „Halten“ vor. Insgesamt sehen viele Analysten die aktuelle Übergangsphase als Belastung für die Zahlen, aber nicht als Bruch der langfristigen Geschichte.

Übergang in den Zahlen: Umsatz stark, Gewinn schwach

Die Belastungen des Strategiewechsels zeigen sich deutlich im Zahlenwerk zum dritten Quartal 2025. Der Umsatz lag mit 1,78 Milliarden US-Dollar über den Erwartungen – maßgeblich getrieben von einer Kollaborationszahlung über 700 Millionen US-Dollar von Bristol Myers Squibb. Operativ profitiert BioNTech damit weiter von Partnerschaften, die die Entwicklung der Pipeline mitfinanzieren.

Auf der Ergebnisebene sah das Bild jedoch deutlich schwächer aus: Das Ergebnis je Aktie lag bei -0,14 US-Dollar und verfehlte den Konsens von 0,75 US-Dollar klar. Wichtige Kennzahlen unterstreichen den Übergangscharakter:

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  • Marktwert: 21,44 Milliarden US-Dollar
  • Nettomarge: -17,91 %
  • Erwartetes Gesamtjahres-EPS 2025: -3,88 US-Dollar
  • Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity): 0,01
  • Barmittel und Wertpapiere: rund 16,7 Milliarden Euro

Finanziell steht BioNTech damit komfortabel da: Praktisch keine Netto­verschuldung und ein hoher Kassenbestand verschaffen dem Unternehmen viel Spielraum für Forschung, Entwicklung und Zukäufe – auch wenn die Profitabilität in der Übergangsphase deutlich unter Druck steht.

Chartbild: Erholung nach schwachem Jahr

Charttechnisch wirkt die Aktie weiterhin von der Schwäche 2025 gezeichnet, auch wenn sich zuletzt eine Gegenbewegung abzeichnete. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Titel rund 14 % im Minus, gleichzeitig hat sich der Kurs in den vergangenen 30 Tagen um knapp 16 % erholt. Mit 96,18 US-Dollar notiert die Aktie aktuell noch gut 21 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 122,80 US-Dollar, aber deutlich über dem Tief von 78,00 US-Dollar.

Interessant ist dabei die technische Ausgangslage: Der Kurs liegt spürbar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 86,13 US-Dollar und auch über der 200-Tage-Linie von 89,31 US-Dollar. Der RSI von 44,5 signalisiert weder Überkauf- noch Überverkauft-Zustand. Das spricht eher für eine neutrale bis leichte Erholungsphase, ohne dass das langfristige Bild schon gedreht wäre.

Parallel dazu agieren institutionelle Investoren nicht einheitlich, aber selektiv offensiv. So erhöhte Millennium Management seine Position im ersten Quartal um 252,5 % auf rund 545.000 Aktien. Insgesamt liegt der institutionelle Anteil bei 15,52 % – kein Extremwert, aber ein Hinweis darauf, dass größere Adressen die Story aufmerksam begleiten.

Onkologie als langfristiger Wachstumstreiber

Inhaltlich rückt BioNTech seine Krebsprogramme klar ins Zentrum. Besonders wichtig sind zwei pan-tumorale Ansätze, die für verschiedene Tumorarten ausgelegt sind und breite Anwendung finden könnten.

Im Fokus steht die Kooperation mit Bristol Myers Squibb zu pumitamig, einem bispezifischen Antikörper, der PD-L1 und VEGF-A adressiert. Phase-2-Daten bei fortgeschrittenem triple-negativem Brustkrebs fielen ermutigend aus – ein Bereich mit hohem medizinischem Bedarf und bislang begrenzten Therapieoptionen. Parallel dazu zeigte gotistobart, ein weiterer Immuntherapie-Kandidat in Zusammenarbeit mit OncoC4, in vorbehandelten Patienten mit squamösem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs klinisch relevante Verbesserungen beim Gesamtüberleben.

Diese Programme illustrieren, worauf BioNTech langfristig setzt: den Übergang von einem pandemiegetriebenen Impfstoffhersteller hin zu einem breit aufgestellten Immuntherapie-Spezialisten. Die umfangreichen Barmittel, die nahezu schuldenfreie Bilanz und die durch die CureVac-Übernahme gestärkte mRNA-Plattform schaffen dafür eine solide Basis. Entscheidend wird nun, ob die Onkologie-Pipeline in den kommenden Jahren mit weiteren überzeugenden Studiendaten nachlegt und damit Schritt für Schritt die wegbrechenden COVID-Umsätze ersetzt.

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