Wenige Tage vor der geplanten Vorlage der Jahreszahlen muss Beyond Meat die Reißleine ziehen. Der Hersteller von pflanzlichen Fleischalternativen verschiebt seinen Jahresbericht und warnt vor wesentlichen Schwächen bei den internen Finanzkontrollen. Während das Unternehmen gleichzeitig eine umfassende Neuausrichtung der Marke versucht, rückt nun die Zuverlässigkeit der bisherigen Bilanzen in den Fokus der Anleger.

Probleme bei der Bestandsbewertung

Der offizielle Jahresbericht für 2025 lässt auf sich warten. Das Management benötigt mehr Zeit, um die Bestände sowie die Rückstellungen für überschüssige und veraltete Waren zu prüfen. Diese Verzögerung bringt erhebliche Probleme bei der Unternehmensführung ans Licht. Beyond Meat geht davon aus, für den Stichtag 31. Dezember 2025 eine wesentliche Schwäche bei den internen Kontrollen der Finanzberichterstattung melden zu müssen.

Das Management erarbeitet derzeit einen Plan, um diese Prozesse zu überarbeiten. Im schlimmsten Fall könnte der Prüfungsausschuss feststellen, dass frühere Finanzberichte aufgrund dieser Kontrollmängel nicht mehr verlässlich sind. Spätestens am 31. März 2026 soll der Bericht nun eingereicht werden.

Vorläufige Zahlen und juristischer Druck

Um die Informationslücke zu schließen, veröffentlichte das Unternehmen vorläufige Eckdaten. Der Nettoumsatz für das vierte Quartal soll bei etwa 61 Millionen US-Dollar liegen. Für das Gesamtjahr 2025 rechnet Beyond Meat mit 275 Millionen US-Dollar, was einem Umsatzrückgang von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

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Diese buchhalterischen Unsicherheiten treffen den Konzern zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Bereits im Vorfeld reichten Investoren eine Sammelklage ein. Auslöser waren massive Wertminderungen auf Anlagevermögen in der zweiten Jahreshälfte 2025, die den Aktienkurs zeitweise um über 22 Prozent einbrechen ließen. Geschädigte Aktionäre haben noch bis zum 24. März Zeit, sich als Hauptkläger zu registrieren.

Strategischer Umbau trifft auf Gegenwind

Abseits der Bilanzen versucht der Konzern einen strategischen Neustart. Unter dem verkürzten Namen "Beyond" und der neuen Firmierung "Beyond the Plant Protein Co." will man sich vom reinen Fleischersatz lösen. Der Fokus rückt auf den breiteren Markt für funktionale Proteine aus Erbsen oder Linsen. Im Januar 2026 startete bereits eine Linie mit proteinangereicherten Getränken, Riegel sollen im Sommer folgen.

Dieser Schwenk passiert in einem schwierigen Marktumfeld. Während der Absatz von echtem Fleisch in den USA im Jahr 2025 laut Branchenberichten um zwei Prozent stieg, kämpft Beyond Meat um Marktanteile. Analysten bleiben entsprechend skeptisch. Die Investmentbank Mizuho bestätigte ihr "Underperform"-Rating im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen.

Die kommenden Tage sind terminlich eng getaktet. Am 24. März endet die Frist für die Sammelklage, am 25. März nach US-Börsenschluss folgen die vollständigen Quartals- und Jahresergebnisse. Das Management muss dann nicht nur die endgültigen Zahlen präsentieren, sondern auch aufzeigen, ob die ambitionierten Ziele für 2026 – darunter eine Bruttomarge von 20 Prozent und ein positives EBITDA im zweiten Halbjahr – angesichts der internen Kontrollmängel überhaupt noch haltbar sind.

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