Beyond Meat Aktie: Klage verschärft Druck
Beyond Meat gerät nach einem weiteren Kurseinbruch nun auch rechtlich stärker unter Druck. Eine US-Kanzlei hat eine Sammelklage wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs eingereicht, die sich auf die hohen Wertberichtigungen im Jahr 2025 stützt. Parallel dazu kämpft das Unternehmen mit sinkenden Umsätzen, hoher Verschuldung und einem Aktienkurs nahe Penny-Stock-Niveau.
Sammelklage wegen Wertberichtigungen
Die Kanzlei Pomerantz LLP hat gestern beim U.S. District Court für den Central District of California eine Wertpapier-Sammelklage gegen Beyond Meat und mehrere Führungskräfte eingereicht (Aktenzeichen 26‑cv‑00742). Die Klage richtet sich an Investoren, die zwischen dem 27. Februar 2025 und dem 11. November 2025 Wertpapiere des Unternehmens gekauft haben.
Den Beklagten wird vorgeworfen, im genannten Zeitraum wesentliche falsche oder irreführende Aussagen zu Geschäft, operativer Entwicklung und Perspektiven gemacht zu haben. Konkret soll Beyond Meat nach Darstellung der Klägerseite unter anderem:
- den Buchwert bestimmter langlebiger Vermögenswerte über deren tatsächlichen Fair Value hinausgeführt haben, wodurch eine wesentliche Wertminderung absehbar gewesen sei
- die damit verbundenen Risiken für die fristgerechte Einreichung von SEC-Berichten nicht offengelegt haben
- insgesamt öffentliche Aussagen veröffentlicht haben, die zu den jeweiligen Zeitpunkten materiell falsch und irreführend gewesen seien
Die Klage stützt sich auf Sections 10(b) und 20(a) des Securities Exchange Act von 1934 sowie Rule 10b‑5 und richtet sich gegen das Unternehmen und bestimmte Top-Manager.
Wie sich die Probleme entladen haben
Die Klageschrift zeichnet eine Abfolge von Meldungen nach, die nach Ansicht der Kläger die tatsächliche Lage erst nach und nach offenbart haben.
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24. Oktober 2025: Beyond Meat meldet vorbörslich per 8‑K bei der SEC, für das dritte Quartal 2025 eine „wesentliche“ nicht zahlungswirksame Wertminderung auf bestimmte langlebige Vermögenswerte zu erwarten. Die Aktie bricht daraufhin um 23,06 % ein und schließt bei 2,185 US‑Dollar.
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3. November 2025: Das Unternehmen kündigt die Verschiebung der Q3‑Zahlen an, um die Überprüfung der Wertminderungen abzuschließen. Der Kurs fällt um weitere 16,01 % auf 1,39 US‑Dollar.
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10. November 2025: Beyond Meat legt die Q3‑2025-Ergebnisse vor. Das operative Ergebnis liegt bei −112,3 Mio. US‑Dollar, darin enthalten 77,4 Mio. US‑Dollar an nicht zahlungswirksamen Wertminderungen. Die Aktie gibt um 3,60 % auf 1,34 US‑Dollar nach.
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11. November 2025: Im Earnings Call erläutert CFO Lubi Kutua, dass sich die 77,4 Mio. US‑Dollar Wertminderung auf Sachanlagen (PP&E), Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen und im Voraus gezahlte Leasingkosten verteilen. Der Kurs sinkt nochmals um 8,96 % auf 1,22 US‑Dollar.
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12. November 2025: Die Abwärtsbewegung setzt sich fort, die Aktie verliert weitere 8,61 % auf 1,115 US‑Dollar.
Diese Kursreaktionen bilden den Kern der Behauptung, wonach der Markt die Risiken erst mit Verzögerung vollständig eingepreist habe.
Angespannte Finanzlage
Hohe Schulden, schmale Margen
Operativ bleibt die Lage angespannt. Beyond Meat meldete zum Ende des dritten Quartals 2025 Barmittel und Zahlungsmitteläquivalente (einschließlich gebundener Mittel) von 131,1 Mio. US‑Dollar, denen rund 1,2 Mrd. US‑Dollar an ausstehenden Finanzverbindlichkeiten gegenüberstanden.
Der Umsatz in den ersten neun Monaten 2025 lag 14 % unter dem Vorjahreswert. Die Bruttomarge schrumpfte auf 6,9 %. Damit bleibt kaum Puffer, um die Zins- und Fixkosten zu decken.
Um die Kapitalstruktur zu stabilisieren, hat das Unternehmen seine Schulden zuletzt umgebaut. 800 Mio. US‑Dollar an 0‑%‑Wandelanleihen mit Fälligkeit 2027 wurden in neue Wandelanleihen mit 7 % Kupon und Laufzeit bis 2030 getauscht. Am 12. Januar 2026 wurde per Nachtrag (Supplemental Indenture) zudem die europäische Tochtergesellschaft als Garantin für diese 2030er-Anleihen hinzugefügt.
Kursentwicklung im Penny-Stock-Bereich
An der Börse spiegelt sich das Misstrauen deutlich wider. Die Aktie notiert zuletzt bei rund 0,99 US‑Dollar und bewegt sich damit im Penny‑Stock-Bereich. Auf Jahressicht beläuft sich das Minus auf etwa 78 %. Seit dem Allzeithoch von 234,90 US‑Dollar im Juli 2019 summiert sich der Rückgang auf rund 99 %.
Fristen für Anleger und juristische Front
Anleger, die im genannten Zeitraum Beyond‑Meat‑Wertpapiere erworben haben, können sich bis 24. März 2026 um die Rolle des Lead Plaintiff in der Sammelklage bewerben. Mehrere weitere Kanzleien, darunter Bleichmar Fonti & Auld LLP, haben ebenfalls Untersuchungen wegen möglicher Verstöße im Zusammenhang mit den Wertminderungen angekündigt.
Damit droht dem Unternehmen eine längere juristische Auseinandersetzung, die Managementkapazitäten und Ressourcen zusätzlich bindet.
Ausblick: Neue Produkte, alte Baustellen
Das Management hat sich ambitionierte operative Ziele gesetzt. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 sollen eine Bruttomarge von mindestens 20 % und ein positiver EBITDA-Run-Rate auf Jahresbasis erreicht werden. Zudem versucht Beyond Meat, das Portfolio zu verbreitern: Am 15. Januar 2026 wurde mit „Beyond Immerse“ eine pflanzliche Protein-Getränkelinie eingeführt, die über das klassische Fleischersatz-Geschäft hinausgeht.
Die Markterwartungen bleiben dennoch verhalten. Analysten rechnen für das Gesamtjahr 2025 mit einem Umsatzrückgang von rund 15 % und einem sich ausweitenden Nettoverlust von etwa 232 Mio. US‑Dollar. Zusammen mit der neuen Wertpapierklage und der hohen Verschuldung entsteht ein Umfeld, in dem Beyond Meat sowohl operativ als auch finanziell klare Fortschritte liefern muss, um Vertrauen zurückzugewinnen.
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