BayWa Aktie: Schuldenabbau beschleunigt
BayWa startet mit einem deutlichen Kurssprung ins neue Jahr. Am ersten Handelstag 2026 legte die Aktie zeitweise um rund 15 % auf etwa 3,20 Euro zu. Auslöser ist der Verkauf der Agrarhandelstochter Cefetra, der die Bankverbindlichkeiten des Konzerns spürbar reduziert und die laufende Sanierung voranbringt. Entscheidend ist nun, ob BayWa den finanziellen Befreiungsschritt in nachhaltige operative Erfolge ummünzen kann.
Die Eckpunkte des Cefetra-Deals
Am 23. Dezember 2025 meldete BayWa den Verkauf der niederländischen Cefetra Group B.V. an ein Investorenkonsortium. Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei rund 125 Millionen Euro.
Wesentliche Finanzdetails:
- 80 Millionen Euro fließen bei Vollzug der Transaktion
- 45 Millionen Euro folgen bis spätestens Ende April 2026 bzw. 90 Tage nach Closing
- Bei vorzeitiger Zahlung der zweiten Tranche reduziert sich dieser Betrag um bis zu 5 Millionen Euro
Zusätzlich erhält BayWa rund 62 Millionen Euro aus der Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen im Zuge der Refinanzierung von Cefetra durch die Käufer. Die beiden Kernbanken von Cefetra haben eine Kreditlinie von 600 Millionen Euro zugesagt, was die Finanzierung der ausgelagerten Einheit absichert.
Der Vollzug des Verkaufs hängt noch von mehreren Bedingungen ab:
- Abschluss des Konsultationsverfahrens mit dem Cefetra-Betriebsrat
- Freigabe nach Außenwirtschaftsrecht in Italien
- Zustimmung des BayWa-Aufsichtsrats
- Umsetzung der Cefetra-Refinanzierung
Der Vorstand rechnet mit einem Closing im ersten Quartal 2026.
Schuldenabbau als zentrales Ziel
Für BayWa ist der Rückgang der Bankverbindlichkeiten der Kern der Sanierungsstrategie. Durch die Entkonsolidierung von Cefetra und den Einsatz der Verkaufserlöse zum Schuldenabbau sinken die Bankverbindlichkeiten um mehr als 600 Millionen Euro.
Zu Beginn der Sanierung 2024 lag der Schuldenstand bei über 5 Milliarden Euro. Bis Ende 2028 soll er auf 1,3 Milliarden Euro reduziert werden. Mit bisherigen Verkäufen wurden bereits rund 700 Millionen Euro Schulden abgebaut, der Cefetra-Deal ist dabei der bislang größte Einzelschritt.
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Parallel dazu läuft ein umfassender Konzernumbau. Von rund 23.000 Beschäftigten soll die Belegschaft auf etwa 8.000 sinken. Der künftige Konzernumsatz wird auf rund 10 Milliarden Euro erwartet, nach 21,1 Milliarden Euro im Jahr 2024. In den ersten neun Monaten 2025 erzielte BayWa Einsparungen von 116 Millionen Euro und übertraf damit den Sanierungsplan, der 85 Millionen Euro vorgesehen hatte. Rund 1.000 Beschäftigte haben das Unternehmen bereits verlassen.
Das StaRUG-Restrukturierungsverfahren wurde im Mai 2025 mit den erforderlichen Mehrheiten abgeschlossen und vom Amtsgericht München bestätigt. Über 95 % der Finanzgläubiger stimmten dem Finanzierungskonzept zu, das die Durchfinanzierung des Konzerns bis Ende 2027 sicherstellt.
Kursreaktion und Analystenbewertung
Die Aktie notierte zum Jahreswechsel bei rund 2,80 Euro und sprang am ersten Handelstag 2026 auf etwa 3,20 Euro. Bereits am Vortag hatte der Kurs die 50-Tage-Linie nach oben durchbrochen, was technisch orientierten Anlegern ein erstes Kaufsignal lieferte.
Die Baader Bank stuft den Titel mit „Add“ ein und nennt ein Kursziel von 5,12 Euro. Bei erfolgreicher Umsetzung des Turnarounds sehen die Analysten grundsätzlich Verdopplungspotenzial, verweisen aber ausdrücklich auf die weiterhin erheblichen Risiken der Sanierung.
Nächste Schritte: Fokus auf Erträge
Nach der Entlastung der Bilanz rückt nun die operative Profitabilität in den Vordergrund. Spätestens Ende 2026 sollen wieder positive operative Ergebnisse und Cashflows erzielt werden. Weitere Portfoliobereinigungen sind geplant, darunter der mögliche Verkauf des neuseeländischen Obstproduzenten Turners & Growers (T&G Global) im Laufe des Jahres 2026.
Herausfordernd bleibt die Entwicklung bei BayWa r.e. Die Sparte für erneuerbare Energien leidet unter dem Rückzug der US-Regierung aus der Förderung und durchläuft eine eigene Restrukturierung. Für US-Projekte läuft eine Abschreibungsprüfung, deren Ergebnis für die weitere Ergebnisentwicklung der Sparte wichtig sein dürfte.
Wesentliche Termine für Anleger sind das erwartete Closing des Cefetra-Verkaufs im ersten Quartal 2026 und die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 am 26. März 2026. Diese Daten liefern konkrete Hinweise, ob BayWa beim Übergang vom bilanziellen Schuldenabbau zur stabilen operativen Ertragsbasis planmäßig vorankommt.
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