Jahrelang lasteten die massiven Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten wie Blei auf der Bewertung des Leverkusener Konzerns. Doch nun zeichnet sich eine potenzielle Wende ab: Der US Supreme Court hat den sogenannten Durnell-Fall zur Prüfung angenommen. Marktbeobachter werten dies als signifikantes Signal, das die juristischen Risiken drastisch reduzieren könnte. Steht die Aktie vor einer nachhaltigen Neubewertung?

  • Entscheidung: US Supreme Court prüft "Federal Preemption"-Argumentation.
  • Reaktion: Analysten erhöhen Kursziele auf bis zu 55 Euro.
  • Performance: Aktie verzeichnet über 103 % Plus auf 12-Monats-Sicht.

Hoffnung auf Ende der Klagewelle

Die Nachricht vom 16. Januar 2026 sorgt für Aufatmen in Leverkusen: Das höchste US-Gericht wird sich mit der Frage befassen, ob Bundesgesetze die Klagen auf Bundesstaatsebene aushebeln ("Federal Preemption"). Eine positive Entscheidung könnte tausenden noch offenen Klagen die rechtliche Grundlage entziehen. Monsanto, die US-Tochter des Konzerns, hatte diesen Schritt im April 2025 beantragt, um endlich Klarheit in die widersprüchlichen Urteile unterer Instanzen zu bringen.

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CEO Bill Anderson sieht darin einen entscheidenden Schritt in der Strategie, die Rechtsstreitigkeiten einzudämmen. Bis Juni 2026, dem Ende der laufenden Sitzungsperiode, wird ein Urteil erwartet. Die Chancen stehen laut Experten nicht schlecht: Analysten der Bank of America beziffern die Wahrscheinlichkeit einer für den Konzern günstigen Entscheidung auf etwa 70 Prozent.

Analysten sehen massives Potenzial

Die Finanzwelt reagierte prompt auf die Neuigkeiten aus Washington. Mehrere große Investmenthäuser passten ihre Bewertungen an die veränderte Risikolage an. BofA Securities und Morgan Stanley hoben ihre Kursziele deutlich auf 55 Euro an, was vom aktuellen Niveau aus weiteres Aufwärtspotenzial impliziert.

Die Argumentation ist schlüssig: Sollte das Gericht zugunsten des Unternehmens entscheiden, würden sich die milliardenschweren Rückstellungen für Rechtsrisiken als konservativ erweisen und Kapital für Investitionen oder Schuldenabbau freisetzen.

Operative Stärke im Pharmageschäft

Neben der Fantasie im Rechtsstreit untermauern fundamentale Entwicklungen den jüngsten Kursanstieg. Auf der jüngsten J.P. Morgan Healthcare Conference präsentierte die Pharmasparte ambitionierte Ziele. Bis 2030 soll die operative Marge auf rund 30 Prozent steigen, getrieben durch neue Blockbuster-Kandidaten wie das Krebsmittel Nubeqa oder das Nierenmedikament Kerendia. Fünf weltweite Zulassungen im kommenden Jahr deuten auf eine gut gefüllte Pipeline hin, die das Wachstum auch unabhängig von juristischen Erfolgen stützen soll.

Charttechnik und Kursentwicklung

Die Aktie hat eine beeindruckende Rally hinter sich. Mit einem Plus von 103,94 Prozent in den letzten 12 Monaten gehört das Papier zu den Top-Performern. Zuletzt erreichte der Kurs am 19. Januar ein neues 52-Wochen-Hoch bei 44,40 Euro, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten.

Aktuell notiert das Papier bei 42,69 Euro. Dieser leichte Rücksetzer könnte technisch orientierten Anlegern gelegen kommen. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt (29,39 Euro) beträgt immer noch komfortable 45,25 Prozent, was den übergeordneten Aufwärtstrend bestätigt. Interessant ist der Blick auf den RSI (14 Tage): Mit einem Wert von 19,6 signalisiert dieser Indikator nach der jüngsten Korrektur bereits eine technisch überverkaufte Situation, was oft einer Gegenbewegung vorausgeht.

Fazit und Ausblick

Die kommenden Monate werden für Bayer-Aktionäre spannend. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Juni 2026, wenn das Urteil des Supreme Court erwartet wird. Bis dahin könnten die Q4-Zahlen im März und die Hauptversammlung im April weitere Impulse liefern. Gelingt der juristische Befreiungsschlag, wäre der Weg für eine fundamentale Neubewertung der Aktie frei.

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