Die Aufholjagd der Leverkusener gewinnt weiter an Dynamik. Getrieben von neuen Zulassungsfantasien und positiven Analystenstimmen nähert sich der Kurs wichtigen Marken, die seit über zwei Jahren nicht mehr erreicht wurden. Doch reicht der Treibstoff nach der jüngsten Rallye für den Sprung über die psychologisch wichtige 50-Euro-Hürde?

  • Analysten-Votum: JPMorgan sieht weiteres Kurspotenzial bis 50 Euro.
  • Regulierung: FDA erteilt wichtigen Status für Zelltherapie-Kandidaten.
  • Performance: Kursplus von über 109 % auf 12-Monats-Sicht.

JPMorgan setzt auf Überraschungseffekt

Die US-Investmentbank JPMorgan liefert Argumente für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Analyst Richard Vosser bestätigte am Freitagmorgen die Einstufung „Overweight“ und behält das Kursziel von 50 Euro bei. Ausgehend vom aktuellen Niveau bei 44,16 Euro entspräche dies einem weiteren Potenzial von rund 13 Prozent.

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Vosser stützt seine Zuversicht nicht auf Hoffnung, sondern auf operative Erwartungen. Für die Ende Februar anstehenden Zahlen zum vierten Quartal sieht er „Überraschungspotenzial“. Besonders die Agrarsparte (Crop Science) könnte besser abgeschnitten haben als vom Markt befürchtet. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet die Bank zudem mit keinen negativen Ausreißern bei den Unternehmenszielen, was die Planungssicherheit für Investoren erhöht.

Rückenwind aus den USA

Nicht nur die Analysten, auch die Regulierungsbehörden spielen dem Konzern in die Karten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Zelltherapie-Kandidaten OpCT-001 den sogenannten „Orphan Drug“-Status verliehen. Das Medikament, entwickelt von der Tochter BlueRock Therapeutics, zielt auf die Behandlung einer seltenen Augenkrankheit (Retinitis Pigmentosa) ab.

Dieser Status ist weit mehr als eine formale Auszeichnung. Er garantiert dem Hersteller in den USA nach der Zulassung sieben Jahre Marktexklusivität und bietet finanzielle Vorteile bei klinischen Studien. Strategisch wertet dieser Schritt die Pharma-Pipeline auf und signalisiert Fortschritte jenseits des reinen Kerngeschäfts.

Der eigentliche Kurstreiber

Während operative Verbesserungen und Pipeline-News den Kurs stützen, bleibt die juristische Situation der stärkste Motor. Der Markt spekuliert zunehmend darauf, dass der US Supreme Court im Fall Durnell eine Grundsatzentscheidung zur „Federal Preemption“ trifft.

Sollte das oberste Gericht entscheiden, dass die Zulassung durch die Bundesbehörde EPA Vorrang vor einzelstaatlichen Klagen hat, würde dies Tausenden von Glyphosat-Verfahren die rechtliche Basis entziehen. Diese Perspektige hat dazu geführt, dass die Aktie aktuell nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 44,40 Euro notiert.

Institutionelle Anleger positionieren sich

Trotz der positiven Grundstimmung nehmen einige Großinvestoren Gewinne mit. Goldman Sachs hat laut einer aktuellen Stimmrechtsmitteilung die Beteiligung leicht von 5,16 auf 4,66 Prozent reduziert. Marktbeobachter interpretieren diesen Schritt primär als technische Portfolioanpassung nach dem massiven Kursanstieg der letzten Monate und nicht als fundamentales Misstrauensvotum.

Das Zusammenspiel aus operativer Stabilität im Agrarsektor und der Hoffnung auf ein Ende der Rechtsstreitigkeiten treibt den Kurs. Anleger sollten nun genau beobachten, ob der Ausbruch über den Widerstand bei 45 Euro gelingt. Ein nachhaltiges Überwinden dieser Marke würde den Weg in Richtung des von JPMorgan ausgegebenen Ziels ebnen.

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