Barrick hat seine Anleger in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Kursverdreifacher verwöhnt. Treiber sind nicht nur der starke Goldpreis, sondern auch ambitionierte Umbaupläne. Jetzt rückt eine mögliche Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts in den Mittelpunkt – und ausgerechnet Konkurrent Newmont entscheidet mit, ob der Schritt gelingt.

Newmont als Schlüsselspieler

Laut einem Reuters-Bericht vom 23. Januar hängt Barricks geplanter Spin-off der nordamerikanischen Vermögenswerte vollständig von der Zustimmung des Joint-Venture-Partners Newmont ab. Der US-Konzern besitzt Vorkaufsrechte auf Barricks Anteil an den Nevada Gold Mines – ein bemerkenswerter Rollenwechsel, weil Barrick vor gut einem Jahrzehnt selbst versucht hatte, Newmont zu übernehmen.

Das Nordamerika-Geschäft wird auf rund 42 Milliarden US-Dollar geschätzt. Analysten erwarten, dass eine eigenständige Einheit an der Börse höher bewertet werden könnte als im aktuellen Konzernverbund. Bevor es dazu kommt, muss Barrick jedoch die komplexen Rechte- und Besitzverhältnisse im Joint Venture mit Newmont klären.

Eckpunkte der geplanten Neuordnung

  • Der Spin-off soll sich auf hochwertige Assets in Nevada und der Dominikanischen Republik konzentrieren
  • Barrick will eine bedeutende Beteiligung an der neuen Gesellschaft behalten
  • Mit den Q4-Zahlen im Februar sollen weitere Details zu Struktur und Timing des Deals folgen
  • Interim-CEO Mark Hill führt das Tagesgeschäft, während die Suche nach einem dauerhaften CEO läuft

Die geplante Abspaltung ist damit nicht nur eine Bewertungsfrage, sondern auch ein Test, wie gut die Partnerschaft mit Newmont tatsächlich funktioniert.

Rückenwind vom Goldpreis

Zusätzliche Fantasie kommt von der Makroseite: Am 22. Januar hat Goldman Sachs seine Jahresend-Prognose für den Goldpreis deutlich auf 5.400 US-Dollar je Unze angehoben, nach zuvor 4.900 US-Dollar. Begründet wird der optimistische Ausblick mit zwei strukturellen Treibern:

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  • Anhaltende Käufe privater Investoren, die Gold als Absicherung gegen politische Risiken nutzen
  • Fortgesetzte Diversifikation von Notenbanken aus Schwellenländern, die im Schnitt 60 Tonnen pro Jahr zukaufen sollen

Für Barrick würde ein solches Preisniveau die freien Cashflows spürbar erhöhen, da die Förderkosten vergleichsweise stabil sind. Die Kombination aus möglicher Bewertungshebelfläche durch den Spin-off und einem freundlichen Goldmarktumfeld ist einer der zentralen Gründe, warum der Titel zuletzt stark gesucht war.

Managementwechsel nach schwierigem Jahr

Auf der Führungsebene stellt sich Barrick ebenfalls neu auf. Am 19. Januar meldete der Konzern die Ernennung von Helen Cai zur neuen CFO. Sie bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in Aktienanalyse, Corporate Finance und M&A mit – unter anderem aus Positionen bei Goldman Sachs und China International Capital Corporation in den Bereichen Rohstoffe, Industrie und Technologie.

Parallel läuft die Suche nach einem neuen CEO, nachdem 2025 von Turbulenzen geprägt war. In Mali hatte das Militärregime zeitweise eine Mine des Unternehmens unter staatliche Kontrolle gestellt, bevor eine einvernehmliche Lösung gefunden wurde. Verwaltungsratschef John Thornton soll mit dem Umbau des Managements das Vertrauen der Investoren wieder festigen.

Kursentwicklung und Markteinordnung

Die Barrick-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 180 % zugelegt und am Freitag mit 43,19 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch markiert. Damit notiert der Kurs klar über den viel beachteten Durchschnittslinien der vergangenen 50, 100 und 200 Tage, was die starke Aufwärtsbewegung unterstreicht.

Im vergangenen dritten Quartal 2025 hatte Barrick bereits Rekordergebnisse vorgelegt: Die Goldproduktion stieg sequenziell um 4 %, das auf Barrick entfallende Gold-EBITDA legte um 25 % gegenüber dem Vorquartal zu. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen seine Basisdividende um 25 % und kündigte ein erweitertes Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden US-Dollar an. Diese Kombination aus wachsender Ertragskraft und aktionärsfreundlicher Kapitalpolitik spiegelt sich in der Performance der Aktie wider.

Q4-Zahlen als nächster Prüfstein

Am 5. Februar 2026 legt Barrick die Zahlen für das Gesamtjahr und das vierte Quartal 2025 vor. Im Mittelpunkt stehen dabei voraussichtlich drei Punkte: Konkretere Aussagen zur geplanten Abspaltung der nordamerikanischen Assets, die Entwicklung der Margen im Umfeld des höheren Goldpreises und Fortschritte beim Managementumbau. Wie stark diese Faktoren zusammenspielen, dürfte maßgeblich bestimmen, ob der aktuelle Höhenflug der Aktie in die nächste Runde geht oder zunächst eine Konsolidierung ansteht.

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