Barrick Aktie: Spannung vor Zahlen
Barrick geht mit enormem Rückenwind in den Jahresauftakt 2026. Nach einem außergewöhnlich starken Goldjahr 2025 haben sich die Erwartungen an den Minenriesen deutlich nach oben geschoben. Entscheidend wird nun, ob die bald anstehenden Jahreszahlen den hohen Vorschusslorbeeren gerecht werden – oder erste Bremsspuren zeigen.
Wichtiger Termin im Februar
Barrick hat angekündigt, am 5. Februar 2026 die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 zu veröffentlichen. Angesichts der Rekord-Goldpreise rechnen viele Marktteilnehmer mit einem kräftigen Ergebnissprung.
Die Grundlage dafür liegt in der starken Entwicklung im vergangenen Jahr:
- Deutlich höhere Goldpreise stützen Umsätze und Margen
- Bereits sehr robuste Q3-Zahlen setzen die Messlatte hoch
- Analysten erwarten kräftiges Gewinnwachstum für 2025 und 2026
Im deutschen Handel liegt die Aktie heute bei 39,91 Euro und damit nur leicht unter ihrem jüngsten 52‑Wochen-Hoch. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Kursplus von knapp 160 Prozent zu Buche – ein klarer Hinweis darauf, wie stark der Markt die Story bereits eingepreist hat.
Jefferies sieht weiteres Potenzial
Die Investmentbank Jefferies gehört zu den Optimisten. Sie hat ihr Kursziel für Barrick von 46 auf 55 US‑Dollar angehoben und das „Buy“-Votum bestätigt. In der Analyse wird das Papier als „Top-Pick unter den Goldminen mit großer Marktkapitalisierung“ geführt.
Als zentrale Argumente nennt Analyst Fahad Tariq:
- Attraktive Bewertung im Branchenvergleich
- Aussicht auf steigende Margen dank hoher Goldpreise
- Erwarteter Zuwachs beim freien Cashflow im Jahr 2026
- Operative Stärke, die eine Bewertung mit Aufschlag rechtfertigen soll
Damit unterstreichen die Analysten die These, dass Barrick nicht nur von den hohen Goldpreisen profitiert, sondern auch intern genügend Hebel für Ertragsverbesserungen sieht.
Starke Ausgangsbasis aus Q3
Schon das dritte Quartal 2025 lieferte ein klares Signal, wie stark der Hebel auf den Goldpreis inzwischen wirkt. Barrick meldete:
- Operativen Cashflow von 2,4 Milliarden US‑Dollar (Rekordquartal)
- Freien Cashflow von 1,5 Milliarden US‑Dollar
- Goldproduktion von 829.000 Unzen
- Kupferproduktion von 55.000 Tonnen
Diese Zahlen setzten die Benchmark für das Gesamtjahr: Hohe Cashflows schaffen Spielraum für Schuldenabbau, Dividenden oder Investitionen in die Förderung. Gleichzeitig steigt damit aber auch die Erwartungshaltung an die Q4- und Jahreszahlen.
Goldpreis als Haupttreiber
Der wichtigste Rückenwind bleibt der Goldpreis. Mit Notierungen von über 4.400 US‑Dollar je Unze legte das Edelmetall 2025 um rund 65 Prozent zu. Das hat die Rahmenbedingungen für Produzenten wie Barrick grundlegend verändert.
Treiber dieser Entwicklung waren vor allem:
- Geopolitische Spannungen, unter anderem der Konflikt zwischen den USA und Venezuela
- Unsicherheit rund um US‑Handelszölle
- Zinssenkungen der US‑Notenbank Federal Reserve
- Aggressive Goldkäufe der Zentralbanken weltweit
Das Ergebnis: Die Rolle von Gold als „sicherer Hafen“ wurde 2025 deutlich verstärkt. Minenwerte wie Barrick profitierten doppelt – durch höhere Verkaufspreise und eine wiederentdeckte Nachfrage nach Goldaktien.
Gegenwind durch steigende Kosten
Ganz ohne Schattenseiten ist die Story jedoch nicht. Die Produktion wird teurer, und das bremst einen Teil des Preishebels aus. Die sogenannten All-in Sustaining Costs (AISC) stiegen im dritten Quartal 2025 auf 1.538 US‑Dollar je Unze, rund 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet Barrick Kosten in einer Spanne von 1.460 bis 1.560 US‑Dollar je Unze.
Hinzu kommt ein Rückgang der Goldproduktion: In Q3 lag sie konzernweit 12 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ein wesentlicher Faktor ist die ausgesetzte Förderung in der Mine Loulo-Gounkoto in Mali. Dort dauern die Auseinandersetzungen mit der Regierung an, eine Lösung ist bislang nicht in Sicht. Solche Projekte zeigen, wie stark politische Risiken die operative Planung eines global agierenden Minenkonzerns beeinflussen können.
Bewertung und Wachstumserwartungen
Trotz der starken Kursrally wird Barrick im Bewertungsvergleich noch nicht als überzogen teuer eingeordnet. Die Aktie handelt auf Basis der Gewinnschätzungen mit einem Forward-KGV von rund 12,8 und liegt damit etwa 4,7 Prozent unter dem Branchendurchschnitt von 13,47.
Die Konsensschätzungen von Zacks zeichnen ein klares Wachstumsbild:
- Erwartetes Gewinnwachstum 2025: +79,4 Prozent
- Erwartetes Gewinnwachstum 2026: +51,4 Prozent
Damit setzt der Markt darauf, dass Barrick die hohen Goldpreise in deutlich steigende Ergebnisse und freie Cashflows übersetzen kann – trotz Kostenanstieg und einzelner Förderprobleme.
Entscheidend wird der 5. Februar
Mit der Veröffentlichung der Q4- und Jahreszahlen am 5. Februar 2026 muss Barrick nun liefern. Im Fokus stehen vor allem drei Punkte: Ob der Konzern die starken Cashflow-Trends aus Q3 bestätigen kann, wie sich Produktionsvolumen und Kosten entwickelt haben und ob es Fortschritte bei problematischen Projekten wie Loulo-Gounkoto gibt. Davon hängt ab, ob die ambitionierten Gewinnschätzungen für 2025 und 2026 Bestand haben und die Rally der vergangenen zwölf Monate eine tragfähige Basis behält.
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