Barrick Aktie: Machtkampf um Gold
Barrick steht an einem Wendepunkt: Der Goldkonzern tauscht den Finanzchef aus, während Rivalin Newmont offenbar genau diesen Übergang nutzt, um strategisch anzusetzen. Im Raum steht nichts Geringeres als ein Angriff auf die lukrativsten nordamerikanischen Minen. Für Anleger geht es damit um die Frage, wie Barrick seine stärksten Assets schützt und gleichzeitig mehr Wert aus dem Konzern heben will.
Wechsel im Finanzressort in heikler Phase
Barrick hat am Sonntag, 19. Januar 2026, die Ernennung von Helen Cai zur Senior Executive Vice President und Chief Financial Officer bekanntgegeben. Sie übernimmt die Funktion zum 1. März 2026 und folgt auf Graham Shuttleworth, der nach sieben Jahren als CFO geht, sobald die Jahresabschlusszahlen eingereicht sind.
Cai sitzt seit November 2021 im Board von Barrick und bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung in Aktienanalyse, Corporate Finance und M&A im Minensektor mit. Stationen waren unter anderem Goldman Sachs und die China International Capital Corporation (CICC), wo sie mehrfach von StarMine, Institutional Investor und Asiamoney als Top-Analystin ausgezeichnet wurde.
Der Group COO und Interim-CEO Mark Hill betonte, Cais „tiefe Finanzexpertise und jahrzehntelange Branchenerfahrung“ seien zentral, um Performance und Wert für die Aktionäre zu steigern. Der CFO-Wechsel fällt in eine sensible Phase: Langzeit-CEO Mark Bristow ist bereits Ende 2025 ausgeschieden, der Konzern wird derzeit von einer Interimführung gesteuert und steht vor weitreichenden strategischen Entscheidungen.
Newmont spekuliert auf Nevada-Assets
Parallel zu diesem Führungswechsel verdichten sich Spekulationen um eine mögliche offensive M&A-Strategie von Newmont. Berichten vom 20. Januar 2026 zufolge bereitet der US-Konkurrent einen komplexen, potenziell feindlichen Schritt vor, um sich Barricks wichtigste nordamerikanische Vermögenswerte zu sichern.
Im Fokus steht vor allem der 61,5%-Anteil an Nevada Gold Mines, dem größten Goldförderkomplex der Welt. Marktquellen zufolge hat Newmont hochkarätige M&A-Berater mandatiert, um mögliche Transaktionsstrukturen für eine Art „Carve-out“ der Nevada-Beteiligung zu prüfen. Die neue Newmont-CEO Natascha Viljoen, seit 1. Januar 2026 im Amt, sieht dem Vernehmen nach Chancen in der aktuellen Führungssituation bei Barrick.
Barrick arbeitet laut den Berichten an einem Gegenzug: Geplant ist ein Börsengang einer neuen Einheit mit dem internen Arbeitstitel „NewCo“. In diese Gesellschaft sollen die nordamerikanischen Assets gebündelt werden – darunter der Nevada-Anteil, die Mine Pueblo Viejo in der Dominikanischen Republik sowie die große Fourmile-Entdeckung.
Ein solcher Spin-off würde ein fokussiertes nordamerikanisches Goldunternehmen schaffen. Analysten argumentieren, dass diese Vermögenswerte im aktuellen Konglomeratabschlag leiden, weil Barricks Engagements in risikoreicheren Regionen wie Afrika und Pakistan den Bewertungsmultiplikator drücken. Ein eigenständiges Nordamerika-Vehikel könnte diesen Wert nach vorn holen – und gleichzeitig die Basis für einen feindlichen Zugriff erschweren.
Aktivisten im Hintergrund, Bewertung mit Abschlag
Im Hintergrund der Diskussion steht auch der Einstieg des aktivistischen Investors Elliott Management. Der Fonds soll Ende 2025 eine Barrick-Position im Volumen von rund 1 Milliarde US-Dollar aufgebaut haben. Ziel: genau jene Art von Restrukturierung voranzutreiben, die Newmont jetzt möglicherweise taktisch nutzen will.
Fundamental zeigt Barrick solide Kennzahlen. Für das vierte Quartal 2025 erwartet der Marktkonsens einen Umsatz von rund 5,15 Milliarden US-Dollar. Bereits im dritten Quartal 2025 verzeichnete der Konzern einen Rekord beim operativen Cashflow von 2,4 Milliarden US-Dollar und einen Free Cashflow von 1,5 Milliarden US-Dollar. Produziert wurden 829.000 Unzen Gold und 55.000 Tonnen Kupfer.
Trotz der starken operativen Entwicklung wird die Aktie laut Analystenschätzungen mit etwa dem 13,2-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt – deutlich unter dem eigenen 10-Jahres-Durchschnitt von rund dem 20-fachen. Die Marktkapitalisierung liegt je nach Börsenplatz im Bereich von etwa 84 bis 114 Milliarden US-Dollar, was den Discount im historischen Vergleich unterstreicht.
Kursbild: Starke Rally, kurzfristige Konsolidierung
Nach der massiven Rally der vergangenen zwölf Monate hat sich das Kursbild zuletzt etwas beruhigt. Gestern schloss die Aktie bei 41,97 Euro und liegt damit nur rund 2 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, nachdem sie sich seit dem Tief von 15,14 Euro im Januar 2025 mehr als verdoppelt hat.
Technisch notiert der Titel klar über seinen mittelfristigen Durchschnitten: Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt rund 60 %, zur 50-Tage-Linie gut 10 %. Gleichzeitig signalisiert ein 14-Tage-RSI von 28,4 eine überverkaufte Zone nach jüngeren Schwankungen – ein Hinweis auf eine Phase erhöhter Unsicherheit, aber im Kontext eines intakten Aufwärtstrends. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 26,56 % spiegelt das erhöhte Nervositätsniveau rund um die strategischen Optionen wider.
Nächster Meilenstein im Februar
Der Blick des Marktes richtet sich nun klar auf den 5. Februar 2026. An diesem Tag legt Barrick die Zahlen für das Gesamtjahr und das vierte Quartal 2025 vor – und dürfte zugleich Farbe zur künftigen Struktur bekennen. Erwartet wird, dass das Management entweder konkret den Börsengang der nordamerikanischen Assets ankündigt oder sich zu möglichen Offerten von Newmont positioniert.
Für Anleger sind damit mehrere Punkte entscheidend: Wie offensiv verteidigt Barrick seine Kernvermögenswerte, welche Form die geplante „NewCo“-Struktur annehmen soll und ob der aktuelle Bewertungsabschlag durch klarere Struktur und Governance reduziert werden kann. Der 5. Februar markiert damit einen klaren Termin, an dem sich die strategische Richtung des Konzerns wesentlich schärfer abzeichnen dürfte.
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