ASML, SK Hynix & Bayer: Wenn Chipgiganten jubeln, während Pharma-Hoffnungen auf Gerichte setzen
Liebe Leserinnen und Leser,
13,2 Milliarden Euro – so viel Auftragsvolumen verbuchte ASML im vierten Quartal. Fast das Doppelte dessen, was Analysten erwartet hatten. Während der niederländische Chipausrüster heute neue Rekorde feiert und seine Aktie auf Allzeithochs klettert, liefert auch Südkoreas SK Hynix beeindruckende Zahlen. Der KI-Boom treibt die Halbleiterindustrie weiter an – und lässt andere Branchen alt aussehen. Denn gleichzeitig hofft Bayer darauf, dass ein Gerichtsurteil in den USA endlich die Last der Glyphosat-Klagen abschüttelt. Drei Unternehmen, drei Welten – und doch verbindet sie die Frage: Reichen starke Fundamentaldaten noch, oder braucht es mehr?
Chipausrüster im Höhenrausch: ASML sprengt alle Erwartungen
Manchmal sagt eine Zahl mehr als tausend Worte. 13,2 Milliarden Euro Auftragseingang im Schlussquartal – ASML hat die Analystenschätzungen um 89 Prozent übertroffen. Der niederländische Konzern, der als einziger Hersteller weltweit die hochkomplexen EUV-Lithografiemaschinen für modernste Chips produziert, profitiert massiv vom ungebrochenen Hunger nach KI-Hardware. Der Umsatz kletterte im vierten Quartal auf 9,7 Milliarden Euro, die Bruttomarge lag bei starken 52,2 Prozent. Für 2026 peilt ASML Erlöse zwischen 34 und 39 Milliarden Euro an – deutlich über den bisherigen Markterwartungen.
Die Reaktion ließ nicht auf sich warten: Die Aktie schoss in Amsterdam um über 5 Prozent nach oben und markierte ein neues Rekordhoch bei 1.309 Euro. Damit hat sich der Kurs binnen zwölf Monaten verdoppelt. Analyst Janardan Menon von Jefferies sieht trotz der bereits hohen Bewertung weiteres Potenzial, getrieben durch die positive Dynamik in der Chipindustrie. Auch für die kommenden Jahre rechnet JPMorgan mit zweistelligen Anstiegen der Konsensschätzungen. Kein Wunder: ASML kündigte zudem einen Aktienrückkauf von bis zu 12 Milliarden Euro bis Ende 2028 an – ein klares Signal des Managements an die Investoren.
Für deutsche Anleger besonders interessant: Die Tech-Rally schwappte direkt auf heimische Werte über. Infineon legte im DAX um über 6 Prozent zu und durchbrach erstmals seit 2001 die Marke von 45 Euro. Auch Jenoptik, Zulieferer für die Halbleiterindustrie, schoss um fast 17 Prozent nach oben. Der europäische Tech-Index erreichte den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Die Botschaft ist klar: Wer in der Lieferkette für KI-Chips positioniert ist, wird derzeit vom Markt belohnt.
Südkoreas Speicherchip-Champion: SK Hynix liefert Rekordquartal ab
Während ASML die Maschinen baut, liefert SK Hynix die Chips – und zwar in Rekordmengen. Der südkoreanische Konzern meldete für das vierte Quartal einen operativen Gewinn von 19,2 Billionen Won (rund 11,2 Milliarden Euro), mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Analystenschätzungen. Der Nettogewinn schwoll um 90 Prozent auf 15,2 Billionen Won an, der Umsatz kletterte um zwei Drittel auf 32,8 Billionen Won.
Was SK Hynix besonders macht: Das Unternehmen gilt als führender Lieferant von High-Bandwidth-Memory-Modulen (HBM) für Nvidias KI-Beschleuniger. Die aktuelle Spitzenversion HBM3E ist heiß begehrt – nicht nur bei Nvidia, sondern auch bei Microsoft, das die Module exklusiv für seinen KI-Chip Maia 200 bezieht. Die nächste Generation HBM4 läuft bereits in großem Stil an. SK Hynix und Samsung liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Zertifizierung durch Nvidia. Wer hier den Zuschlag bekommt, sichert sich Milliardenumsätze für die kommenden Jahre.
Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von über 5 Prozent auf 841.000 Won. Anleger honorierten nicht nur die starken Zahlen, sondern auch die Ankündigung höherer Dividenden: Pro Aktie sollen inklusive Sonderausschüttung 3.000 Won fließen. Zudem will SK Hynix eigene Aktien im Wert von 12,2 Billionen Won einziehen – gut zwei Prozent der ausgegebenen Papiere. Ein klares Zeichen, dass das Management an die Nachhaltigkeit des KI-Booms glaubt. Offen bleibt die Frage eines möglichen US-Börsengangs, den das Unternehmen weiter prüft.
Bayer setzt auf Gerichtsentscheid: Hoffnung auf Ende der Glyphosat-Last
Ganz anders die Lage bei Bayer. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern bleibt zwar mit einem Jahresplus von 22 Prozent der beste DAX-Wert 2026 – doch die Gründe dafür liegen weniger in operativen Erfolgen als in juristischen Hoffnungen. Seit der Übernahme von Monsanto 2018 kämpft Bayer mit Tausenden Klagen in den USA, in denen es um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat geht. Nun wartet das Unternehmen auf ein Grundsatzurteil des US Supreme Court, das die langwierige Rechtshängigkeit endlich beenden könnte.
Die Anleger setzen darauf, dass die Glyphosat-Belastung bald Geschichte ist. Seit Dezember hat die Aktie eine Neubewertung erfahren, getrieben von der Hoffnung auf juristische Klarheit und verbesserten Perspektiven im Pharmageschäft. Die Angst vor einer Patentklippe ist angesichts erfolgreicher neuer Medikamente und vielversprechender Kandidaten in der Pipeline weitgehend verflogen. Analysten von Kepler Cheuvreux sehen Bayer neben BASF als beste Anlageidee in der deutschen Chemiebranche für 2026.
Dennoch bleibt die Aktie volatil. Am heutigen Mittwoch gab der Kurs nach dem starken Vortagshoch wieder etwas nach. Mit einem aktuellen Kurs um 44 bis 46 Euro bleibt Bayer weit entfernt von früheren Höchstständen, die vor der Monsanto-Übernahme bei über 100 Euro lagen. Die zentrale Frage: Kann ein Gerichtsurteil allein ausreichen, um das Vertrauen langfristig wiederherzustellen? Oder braucht es mehr – etwa eine klare Wachstumsstrategie im Pharmageschäft und eine Entschuldung der Bilanz?
Weitere Marktbewegungen: DAX unter Druck, Gold auf Rekordkurs
Während Technologiewerte glänzten, zeigte sich der DAX heute Vormittag schwächer. Nach einem positiven Start drehte der deutsche Leitindex ins Minus und notierte zeitweise 0,22 Prozent tiefer bei 24.853 Punkten. Anleger agierten vorsichtig vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Abend. Zwar wird keine Änderung erwartet, doch die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zur Unabhängigkeit der Zentralbank dürften genau beobachtet werden – insbesondere nach den jüngsten Attacken von US-Präsident Donald Trump.
Auffällig: Während Infineon und Siemens Energy zu den Gewinnern zählten, gerieten Bayer, Fresenius und Heidelberg Materials unter Druck. Die Verlierer verloren zwischen 2 und 3 Prozent. Der schwache Dollar, der auf ein Vierjahrestief gefallen ist, belastet exportorientierte Unternehmen. Gleichzeitig profitiert Gold von der Greenback-Schwäche und kletterte erstmals über 5.300 Dollar je Feinunze. Für deutsche Anleger bedeutet das: Edelmetalle als Absicherung bleiben gefragt, doch die Währungseffekte müssen im Blick behalten werden.
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Auch die Konsumentenstimmung in Deutschland hellt sich auf. Der GfK-Konsumklimaindex stieg für Februar stärker als erwartet auf -24,1 Punkte, nach -26,9 im Januar. Einkommenserwartungen und Kaufbereitschaft verbesserten sich deutlich. Ökonomen werten dies als Zeichen, dass die deutsche Wirtschaft nach drei Jahren Stagnation auf einen moderaten Wachstumspfad zurückkehren könnte. Für 2026 wird ein Plus von rund einem Prozent erwartet – nicht berauschend, aber immerhin eine Trendwende.
Ausblick: Fed-Entscheid und Tech-Earnings im Fokus
Die kommenden Stunden dürften volatil werden. Nach Börsenschluss in den USA berichten Meta, Tesla und Microsoft über ihre Quartalsergebnisse – drei Schwergewichte, deren Zahlen die Stimmung im Tech-Sektor maßgeblich beeinflussen werden. Anleger werden genau prüfen, ob die hohen Bewertungen durch starke Fundamentaldaten gerechtfertigt sind oder ob erste Risse im KI-Narrativ sichtbar werden.
Parallel dazu bleibt die Frage, wie lange die Dollar-Schwäche anhält. Ein schwacher Greenback stützt zwar Rohstoffe und europäische Exporte, doch die Unsicherheit über Trumps Handelspolitik und die Fed-Unabhängigkeit könnte schnell zu neuen Verwerfungen führen. Für deutsche Anleger gilt: Die Halbleiterrally bietet weiter Chancen, doch Diversifikation bleibt das Gebot der Stunde. Wer ausschließlich auf Tech setzt, sollte sich der Risiken bewusst sein – und vielleicht einen Blick auf defensive Werte wie Bayer werfen, die von juristischen Katalysatoren profitieren könnten.
Bis morgen – und bleiben Sie wachsam!
Beste Grüße
Andreas Sommer








