ASML Aktie: Glanzvolle Entwicklung
ASML legt nach einer deutlichen Hochstufung durch Bernstein Research kräftig zu und markiert neue Rekordstände. Die Aktie des niederländischen Lithografie-Spezialisten profitiert gleich von zwei optimistischen Analystenkommentaren mit deutlich angehobenen Kurszielen.
Doppelte Hochstufung, deutlicher Kurssprung
Der jüngste Kursschub setzte ein, nachdem Bernstein-Analyst David Dai die Einstufung von Market Perform auf Outperform anhob. Das Kursziel steigt von 800 auf 1.300 Euro, was aus Sicht der Analysten rund 32 % Potenzial gegenüber dem jüngsten Kursniveau bedeutet.
Kurz zuvor hatte Aletheia Capital bereits von Sell direkt auf Buy hochgestuft und ein mit 1.500 Euro aktuell höchstes Kursziel am Markt ausgerufen. In der Folge sprang die ASML-Aktie um 8,8 % nach oben und gehörte zu den stärksten Werten im Nasdaq 100.
Die Analysten begründen ihre positive Haltung vor allem mit strukturellen Wachstumstreibern in Speicher- und Logikchips:
- Ausbau der DRAM-Kapazitäten: Große Speicherhersteller planen bis 2026 rund 250.000 zusätzliche Wafer pro Monat an neuer Kapazität
- Höhere Lithografie-Intensität: Der Wechsel auf 1c-DRAM-Technologie erfordert laut Bernstein eine Lithografie-Intensität von 28 % statt zuvor 20–24 %
- KI-getriebene Nachfrage: Stark steigender Bedarf an EUV-Anlagen für KI- und High-Performance-Computing-Anwendungen
- 3-nm-Ramp-up: Führende Foundries bauen ihre Kapazitäten für 3-Nanometer-Chips für GPUs und KI-Beschleuniger aus
Speicherchips als unterschätzter Hebel
Im Mittelpunkt der positiven Bernstein-Thesis steht eine aus Sicht des Hauses bislang unterschätzte Chance im DRAM-Segment. Viele Investoren rechneten vor allem im Logikbereich mit Wachstum, während der Beitrag aus Speicherinvestitionen zu vorsichtig eingeschätzt werde.
Samsung Electronics, SK Hynix und Micron erhöhen ihre Investitionsbudgets, um die stark steigende Nachfrage nach KI-Servern bedienen zu können. Bisher limitierende Engpässe bei Reinraumflächen werden durch den beschleunigten Bau neuer Anlagen und die Umwidmung bestehender Kapazitäten adressiert.
Bedenken rund um eine mögliche Migration auf eine 4F²-Speicherstruktur, die die Nachfrage nach EUV-Systemen verringern würde, haben sich laut Bernstein vorerst abgeschwächt. In dem aktuell sehr starken Nachfrageumfeld priorisieren die Hersteller Fertigbarkeit gegenüber Kostenoptimierung. Das stützt einen höheren EUV-Einsatz bis in die zweite Hälfte des Jahrzehnts.
Bewertung unter historischem Aufschlag
Trotz der starken Kursentwicklung sehen die Bernstein-Analysten die Bewertung im Branchenvergleich nicht ausgereizt. ASML wird demnach derzeit zu einem Bewertungsaufschlag von rund dem Einfachen der Peer-Group gehandelt, während der historische Durchschnitt bei etwa dem 1,6-Fachen liegt. Daraus leitet das Haus ein attraktives Einstiegsniveau im Vergleich zu anderen Herstellern von Halbleiterfertigungsanlagen ab.
Für den Zeitraum 2025 bis 2027 hebt Bernstein die erwartete Ergebnisdynamik auf eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 18 % an. Das liegt klar über der Konsensschätzung von 15 %. Zusätzlich stützt das jüngste Management-Statement, wonach der Umsatz 2026 voraussichtlich nicht unter dem Niveau von 2025 liegen soll, das positive Szenario.
Advanced Logic als zweiter Wachstumsmotor
Neben Speicher bleibt der Bereich Advanced Logic ein zentraler Wachstumstreiber. Führende Auftragsfertiger erhöhen ihre 3-nm-Kapazitäten, um die KI-Nachfrage zu bedienen. Dieser Technologieknoten weist laut Bernstein die höchste Lithografie-Intensität auf und soll in den nächsten zwei Jahren die Basis für den Großteil der GPUs und KI-Beschleuniger bilden.
Bernstein bezeichnet 2026 und 2027 als „große Jahre für EUV und für ASML“. Aufgrund der faktischen Monopolstellung bei EUV-Lithografiesystemen sieht das Haus ASML als Hauptprofiteur der geplanten Investitionen der Halbleiterindustrie.
Risiken durch Politik und Technologiekomplexität
Trotz des Rückenwinds durch KI und Kapazitätsausbau bleiben geopolitische Risiken ein zentrales Thema. Exportbeschränkungen, Zölle und politische Eingriffe könnten den Zugang zu wichtigen Endmärkten beeinträchtigen oder Investitionspläne von Kunden verzögern. Zudem beeinflusst die komplexe Einführung der High-NA-EUV-Systeme weiterhin den Zeitpunkt und Umfang von Kundenbestellungen.
Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie rund 59 % zugelegt. Der nächste konkrete Orientierungspunkt für den Markt sind die Quartalszahlen, die für den 28. Januar 2026 terminiert sind und Hinweise liefern dürften, ob die von Bernstein erwartete Wachstumsdynamik sich in den offiziellen Prognosen widerspiegelt.
ASML-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ASML-Analyse vom 07. Januar liefert die Antwort:
Die neusten ASML-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ASML-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ASML: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








