Arafura rückt wieder stärker in den Fokus, seit die EU mit dem 3-Milliarden-Euro-Programm „RESourceEU Action Plan“ gezielt alternative Anbieter seltener Erden unterstützt. Die Aktie des australischen Entwicklers hat in den vergangenen zwei Wochen rund 9,4 % zugelegt und sich nach einem starken Start ins Jahr 2026 um 0,29 AUD eingependelt. Zentral ist dabei die Frage, wie stark Arafura konkret von der europäischen Neujustierung profitieren kann.

EU-Programm als Katalysator

Der im Dezember 2025 verabschiedete RESourceEU Action Plan der EU-Kommission gilt als wichtiger politischer Impuls für den Sektor seltener Erden. Ziel ist es, die derzeit extrem hohe Abhängigkeit von China – Schätzungen zufolge rund 98 % der Versorgung – schrittweise zu verringern. Vorgesehen sind unter anderem:

  • 3 Milliarden Euro mobilisiertes Kapital für vorrangige Projekte bei kritischen Rohstoffen
  • Ein „Matchmaking“-Mechanismus, der ab März 2026 Lieferanten mit europäischen Abnehmern zusammenbringt
  • Beschränkungen für den Export von Schrott aus Permanentmagneten zur Stärkung des europäischen Recyclings
  • Eine verstärkte Prüfung ausländischer Investitionen in strategische Projekte

Arafuras Nolans-Projekt im Northern Territory positioniert das Unternehmen als möglichen Profiteur dieser Diversifizierungsstrategie. Die geplante Jahresproduktion von 4.440 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) entspräche rund 4 % des weltweiten Angebots.

Finanzierung weit fortgeschritten

Für Nolans hat Arafura bereits Finanzierungspakete von über 1 Mrd. AUD gesichert. Dazu zählen:

  • Export Finance Australia: 533 Mio. AUD aus der Critical Minerals Facility
  • Export Development Canada: 300 Mio. USD (Kreditgenehmigung im Dezember 2025 verlängert)
  • National Reconstruction Fund Corporation: 200 Mio. AUD Eigenkapitalzusagen
  • Northern Australia Infrastructure Facility: 200 Mio. AUD für Infrastruktur

Offen bleibt noch eine Eigenkapitallücke von rund 500 Mio. USD, die vor der Final Investment Decision (FID) geschlossen werden muss. Diese Investitionsentscheidung ist für das erste Quartal 2026 angepeilt.

Strategische Investoren und Abnahmeverträge

Im Dezember 2025 hat Hancock Prospecting seine Beteiligung durch Teilnahme an einer Platzierung zu 0,28 AUD je Aktie auf 15,60 % ausgebaut. Der Rohstoffkonzern hält damit über 726 Mio. Aktien. Dieser Ankerinvestor gilt als stabilisierender Faktor, während sich das Projekt dem FID-Meilenstein nähert.

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Auf der Absatzseite ist Arafura mit Abnahmeverträgen bereits deutlich vorangekommen. Vereinbarungen mit Hyundai, Kia und Traxys Europe decken rund 66 % des Ziels ab, 80 % der geplanten Produktion über verbindliche Offtake-Verträge zu sichern – eine wichtige Voraussetzung für die Projektfinanzierung.

Kursentwicklung und Bewertung

Auf Zwölf-Monats-Sicht hat die Arafura-Aktie rund 135 % zugelegt und damit den S&P/ASX 200 klar geschlagen. Die Handelsspanne der vergangenen 52 Wochen reicht von 0,11 AUD bis 0,62 AUD. Das spiegelt die typische Volatilität von Entwicklern im Rohstoffsektor und die sich verändernde Marktsicht auf das Projektrisiko wider.

Nach einer Schwächephase im Anschluss an die Kapitalerhöhung Ende 2025 notiert der Kurs derzeit wieder bei etwa 0,29 AUD. Auf diesem Niveau liegt die Marktkapitalisierung bei rund 1,35 Mrd. AUD.

Entscheidende Monate bis FID

Das kommende Quartal ist für Arafura zentral. Ein FID im ersten Quartal 2026 würde einen rund dreijährigen Bauzeitplan auslösen, mit Produktionsbeginn gegen Ende 2029. Das Projekt gilt als baureif, die wichtigsten Umweltgenehmigungen liegen vor.

Zusätzlich könnte die erste Matchmaking-Runde im Rahmen des EU-Rohstoffmechanismus im März 2026 weitere kommerzielle Optionen eröffnen. Gelingt es, zusätzliche europäische Abnahmeverträge zu schließen, würde dies das bestehende Finanzierungspaket strukturell stärken und die Umsetzung des Nolans-Projekts unterstützen.

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