Arafura Aktie: Problemstelle erkannt?
Die Arafura-Aktie geriet zum Wochenschluss unter Druck. Auslöser ist die genaue Ausgestaltung eines möglichen Cornerstone-Finanzierungspakets über 1,05 Milliarden US-Dollar für das Nolans-Rare-Earths-Projekt. Der Kurs gab um rund 5 % auf 0,28 AUD nach und blieb damit hinter dem ASX-200-Materialiensektor und Wettbewerber Lynas Rare Earths zurück.
Im Zentrum steht die Frage, zu welchen Konditionen Arafura die umfangreiche Projektfinanzierung sichern kann – und wie stark bestehende Aktionäre dabei verwässert werden.
Struktur des Finanzierungspakets
Für das Nolans-Projekt wird ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 1,226 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Das avisierte Cornerstone-Paket über 1,05 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden AUD) gilt als entscheidender Baustein, um im ersten Quartal 2026 eine Final Investment Decision (FID) zu treffen.
Die geplante Finanzierung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:
- Bereits abgeschlossene Kapitalerhöhung über 475 Millionen AUD (Institutional Placement, Ende 2025)
- Strategische Beteiligung von Hancock Prospecting über 125 Millionen AUD (rund 15,7 % Anteil)
- Konditionierte Senior-Darlehen über 775 Millionen US-Dollar von Exportkreditagenturen
- Zusage des National Reconstruction Fund Australiens über 200 Millionen AUD
- Bis zu 100 Millionen US-Dollar konditioniertes Eigenkapital von Export Finance Australia
- Potenzielles Funding über 100 Millionen Euro aus dem deutschen Rohstofffonds (Due Diligence läuft)
- Letter of Interest über 300 Millionen US-Dollar von der US-Export-Import-Bank
Anleger prüfen vor allem das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital und die damit verbundenen Verwässerungsrisiken sowie Zins- und Tilgungsbelastungen.
Bewertungsunterschied zu Produzenten
Die schwächere Kursentwicklung im Vergleich zu Lynas, das im selben Zeitraum um fast 10 % zulegte, unterstreicht die Bewertungsunterschiede zwischen Projektentwicklern und etablierten Produzenten. Arafura trägt typische Projekt- und Finanzierungsrisiken, während Produzenten unmittelbarer von Förderprogrammen und steigenden Neodym-Praseodym-(NdPr)-Preisen profitieren.
Arafura wird aktuell mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von etwa 8,9 bewertet. Das liegt in etwa doppelt so hoch wie der Durchschnitt der Vergleichsgruppe (4,6) und mehr als dreimal so hoch wie der Schnitt des australischen Metall- und Minensektors (2,7). Diese Prämie stützt sich vor allem auf die Erwartungen an das Nolans-Projekt, nicht auf die aktuelle Ertragslage – das Unternehmen weist einen negativen Nettogewinn von 19,24 Millionen AUD aus.
Staatliche Unterstützung als Stabilitätsfaktor
Ein wichtiger Stützpfeiler für das Investment-Case wurde am 12. Januar gesetzt. Ressourcenschutzministerin Madeleine King skizzierte Pläne für eine strategische Reserve für kritische Mineralien über 1,2 Milliarden AUD und nannte das Nolans-Projekt ausdrücklich als zentralen Zielkandidaten.
Das Programm sieht Preisuntergrenzen und Contract-for-Difference-Strukturen vor, um Preisrisiken zwischen Produzenten und Staat zu teilen und Erlöspfad und Finanzierungskalkulation besser abzusichern.
Die Ankündigung sorgte zu Wochenbeginn zunächst für einen Kursanstieg von 6,8 %. Bis zum Wochenschluss waren diese Gewinne jedoch vollständig aufgezehrt, da die Marktaufmerksamkeit wieder auf die Details der Projektfinanzierung zurückschwenkte.
Chartbild und Volumen
Charttechnisch pendelt der Kurs derzeit um die Unterstützungszone bei 0,28 AUD. Ein erster Widerstand zeigt sich im Bereich von 0,32 AUD. Ein nachhaltiger Rutsch unter die aktuelle Zone wäre ein Signal anhaltender Skepsis gegenüber der Finanzierungsstruktur. Im Gegenzug könnte eine klar bestätigte Finanzierungsvereinbarung den Weg in Richtung 0,35 AUD öffnen.
Begleitet wird die Bewegung von hohen Umsätzen: Während der Verkaufswelle Mitte Januar wechselten 64,1 Millionen Aktien den Besitzer. Das deutet auf spürbare Umschichtungen institutioneller Investoren im Vorfeld der FID-Entscheidung hin.
Nächste Meilensteine und Rahmenbedingungen
Das Nolans-Projekt soll zur ersten vollintegrierten „Ore-to-Oxides“-Anlage für Seltene Erden in Australien werden. Geplant ist eine jährliche Produktion von rund 4.440 Tonnen NdPr-Oxid, was etwa 4 % des weltweiten Angebots an Magnet-Seltenen-Erden entspräche. Abnahmeverträge mit Hyundai und Siemens Gamesa Renewable Energy sind bereits gesichert.
Die nächsten Schritte sind klar umrissen:
- Final Investment Decision (FID): Anvisiert für das erste Quartal 2026
- Verhandlungen zur Cornerstone-Eigenkapitalfinanzierung: Abschluss in den kommenden Wochen erwartet
- Bauzeitplan: Rund 42 Monate von FID bis zum Produktionsstart
Strukturell bleibt der strategische Hintergrund für westliche Seltene-Erden-Projekte robust. Chinesische Exportbeschränkungen für Permanentmagnete und der anhaltende Ausbau von Elektromobilität und erneuerbarer Infrastruktur treiben die Nachfrage. Prognosen gehen davon aus, dass sich die weltweite Nachfrage nach Seltenen Erden in den kommenden zehn Jahren in etwa verdoppeln könnte.
Arafura-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Arafura-Analyse vom 20. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Arafura-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Arafura-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Arafura: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








