AMD liefert starke Zahlen und wichtige Fortschritte im Rechenzentrums- und KI-Geschäft. Gleichzeitig sorgen neue US-Zölle, Insiderverkäufe und ein erster Stimmungsdämpfer von Analystenseite für Gegenwind. Der Titel hat sich in den vergangenen Wochen deutlich erholt – doch wie stabil ist dieser Aufschwung, wenn politische Risiken und Konkurrenzdruck zunehmen?

Analysten bleiben optimistisch – mit ersten Bremsspuren

Auf Wall-Street-Ebene dominiert weiterhin ein positives Bild: Das Konsensrating liegt bei „Strong Buy“, basierend auf 24 Kaufempfehlungen und 8 Halteempfehlungen. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten beträgt aktuell 283,50 US‑Dollar und signalisiert damit weiteres Aufwärtspotenzial aus Sicht der Experten.

Gleichzeitig zeigen sich erste Risse im Optimismus. Die Plattform Wall Street Zen hat die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ zurückgestuft. Diese Einzelstimme steht zwar gegen die breite Mehrheit, macht aber deutlich, dass nach dem starken Lauf mehr Analysten genauer auf Risiken wie Bewertung, Konkurrenz und politische Rahmenbedingungen schauen könnten.

Am Markt ist die Zuversicht zuletzt dennoch klar spürbar gewesen: Die Aktie hat innerhalb eines Monats rund 37 % zugelegt und auf Wochensicht mehr als 14 % gewonnen. Am Freitag schloss das Papier bei 231,83 US‑Dollar – ein neues 52‑Wochen-Hoch.

Rechenzentren und KI als Wachstumstreiber

Operativ liefert AMD derzeit, was sich Investoren von einem großen Chipwert erhoffen. Der Fokus auf das Data-Center-Geschäft zahlt sich aus, insbesondere bei CPUs für Server und der breiten AI-PC-Strategie.

Analysten sehen hier den nächsten Wachstumsmotor: Datenzentrums-CPUs und massenmarktfähige KI-PCs sollen Umsatz und Margen anschieben. Konkrete Nachfrage deutet sich etwa an, wenn Kunden wie Riot Platforms Rechenzentrumsflächen anmieten, um AMD-Lösungen zu nutzen – ein praktisches Signal, dass die Produkte nicht nur auf Folien, sondern im Markt ankommen.

Zusätzliche Unterstützung könnte von der Angebotsseite kommen. Berichte über Server-CPU-Engpässe und erwartete Preiserhöhungen von 10–15 % würden direkt auf die Marge einzahlen. Auch bei GPUs deuten sich für 2026 aus Unternehmessicht vorteilhafte Preisverhandlungen an, was die Profitabilität im KI-Bereich weiter verbessern könnte.

Die jüngsten Quartalszahlen unterstreichen das Momentum:

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  • Gewinn je Aktie: 1,20 US‑Dollar, über dem Konsens von 1,17 US‑Dollar
  • Umsatz: 9,25 Mrd. US‑Dollar, ein Plus von 35,6 % gegenüber dem Vorjahr und klar über den erwarteten 8,76 Mrd. US‑Dollar

Fundamental steht AMD damit deutlich stärker da als noch vor einem Jahr.

Neue US-Zölle treffen KI-Strategie

Auf der Risikoseite rückt die Politik nach vorne. Die USA haben einen neuen Strafzoll von 25 % auf bestimmte KI-Chips eingeführt. Betroffen ist auch AMDs MI-Serie, die eine zentrale Rolle in der KI-Offensive des Konzerns spielt.

Diese Tarife können zwei zentrale Effekte haben: Zum einen sinkt die Wettbewerbsfähigkeit im Export, wenn Kunden auf günstigere Alternativen ausweichen. Zum anderen wird die Preissetzungsmacht eingeschränkt, da höhere Abgaben die Spielräume bei Margen und Verkaufspreisen einengen. Damit steht ausgerechnet der Bereich unter Druck, der als Wachstumstreiber für die nächsten Jahre gilt.

Die Tarife konterkarieren somit ein Stück weit die positive Erzählung rund um AMDs Ausbau im KI-Chip-Markt. Für Investoren erhöht sich die Unsicherheit, wie viel der theoretischen Wachstumsfantasie tatsächlich im Nettoergebnis ankommt.

Insider- und Institutionenverkäufe als Stimmungsbremse

Zusätzliche Vorsicht entsteht durch jüngste Insidertransaktionen. CEO Lisa T. Su hat 125.000 Aktien verkauft, weitere Führungskräfte haben ihre Bestände ebenfalls reduziert. Parallel dazu sollen auch einige institutionelle Investoren Positionen verkleinert haben.

Solche Verkäufe müssen nicht automatisch ein Misstrauensvotum gegenüber der eigenen Firma sein – Gründe wie Diversifikation oder persönliche Liquiditätsplanung sind üblich. In Kombination mit den neuen Zöllen und der starken Kursrally verstärken sie aber den Eindruck, dass ein Teil der professionellen Marktteilnehmer kurzfristig Gewinne sichert.

Dazu passt, dass die Aktie nach der CES 2026 zunächst um rund 9 % korrigierte. Trotz überzeugender Präsentationen blieben Zweifel, ob AMD im Datenzentrums-GPU-Markt dauerhaft gegen den etablierten Platzhirsch Nvidia aufholen kann. Diese Skepsis ist ein Kontrapunkt zum sonst starken Zahlenbild.

Fazit: Starke Basis, höhere Fallhöhe

AMD steht aktuell an einem spannenden Punkt: Operativ laufen Rechenzentrums- und KI-Geschäft rund, Umsatz und Gewinn übertreffen die Erwartungen, und die Aktie hat sich innerhalb von zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Auf Jahressicht liegt das Plus bei gut 100 %, der Kurs notiert auf Rekordniveau und deutlich über den gleitenden Durchschnitten.

Demgegenüber stehen neue US-Zölle auf zentrale KI-Produkte, erste zurückhaltendere Analystenstimmen sowie auffällige Insider- und Institutionsverkäufe. Für die nächsten Monate dürften daher vor allem zwei Fragen entscheidend sein: Wie stark wirkt sich der 25%-Tarif auf Absatz und Margen der MI-Serie aus, und gelingt es AMD, den aufgebauten Vorsprung im Rechenzentrums- und AI-PC-Segment in nachhaltiges Gewinnwachstum zu übersetzen.

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