Die Sperrung der Straße von Hormus entwickelt sich für den Aluminiummarkt zur Zerreißprobe. Während die wichtigste Seestraße für den Welthandel blockiert bleibt, zwingt der Rohstoffmangel erste Schmelzhütten in die Knie. Für die globale Industrie bedeutet das eine massive Verknappung des Angebots bei gleichzeitig rasant steigenden Beschaffungskosten.

Logistische Blockaden bremsen Produktion

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben die Versorgungsketten unterbrochen. Seit Ende Februar sitzen schätzungsweise 2.000 Schiffe fest, was den Import von Bauxit und Tonerde in die Golfstaaten verhindert. Da die Region rund neun Prozent der weltweiten Primäraluminium-Produktion stellt, wiegt der Ausfall schwer.

Norsk Hydro bestätigte bereits, dass das Joint Venture Qatalum in Katar die Kapazitäten auf 60 Prozent drosseln musste. Grund ist eine reduzierte Erdgasversorgung durch QatarEnergy. Gleichzeitig haben große Produzenten wie Aluminium Bahrain (Alba) aufgrund der unvorhersehbaren Ereignisse bereits „Force Majeure“ angemeldet und sich damit auf höhere Gewalt berufen.

Lagerbestände unter massivem Druck

Die physische Knappheit schlägt nun voll auf die Lagerhäuser durch. An der London Metal Exchange (LME) sind die Bestände zuletzt auf rund 450.000 Tonnen gefallen. Besonders alarmierend ist die Dynamik hinter den Kulissen: Große Marktteilnehmer wie der Händler Mercuria haben massive Mengen zur Auslieferung vorgemerkt. Mittlerweile sind 40 Prozent der weltweiten LME-Bestände für den Abzug markiert – Ende Februar lag dieser Wert noch bei lediglich neun Prozent.

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Dieser Engpass treibt die regionalen Prämien auf Rekordniveaus:

  • Europa: 420 USD pro Tonne (höchster Stand seit September 2022)
  • USA: Midwest-Prämie bei 2.400 USD pro Tonne
  • Mexiko: P1020A-Aluminium bei 360 USD pro Tonne

Analysten sehen weiteres Potenzial

Die veränderte Marktlage zwingt Analystenhäuser zu schnellen Neubewertungen. JPMorgan stufte die Aktie des US-Riesen Alcoa am Freitag von „Underweight“ auf „Neutral“ hoch und setzte ein neues Kursziel von 68 USD. UBS geht mit einem Ziel von 70 USD sogar noch einen Schritt weiter.

Der Aluminiumpreis selbst konsolidierte am Freitag leicht und schloss bei 3.441,75 USD, nachdem er am Vortag ein Vierjahreshoch markiert hatte. Trotz des Tagesverlusts von 1,69 Prozent bleibt der Aufwärtstrend intakt: Der Rohstoff notiert aktuell mehr als zehn Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von rund 3.117 USD.

Sollten die Lieferunterbrechungen im Nahen Osten anhalten, halten Experten von BMI einen weiteren Preisanstieg auf bis zu 3.700 USD pro Tonne für möglich. Da die Normalisierung der Logistikketten und der Wiederhochlauf der gedrosselten Produktion selbst nach einer Wiederöffnung der Wasserstraße Monate dauern dürften, bleibt die Angebotsseite das kritische Nadelöhr für das laufende Halbjahr.

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