Alphabet Aktie: Volatil, aber stark
Alphabet gerät zum Wochenstart unter Druck. Auf die allgemeine Nervosität an den Weltbörsen kommen unternehmensspezifische Themen wie Verzögerungen bei einer wichtigen KI-Tochter und neue rechtliche Unsicherheit im US-Kartellverfahren. Entscheidend ist nun, wie belastbar das Wachstumsthema KI und Cloud vor den Zahlen Anfang Februar bleibt.
Marktstress trifft Hightech
Auslöser der aktuellen Schwäche ist ein breiter Ausverkauf an den globalen Aktienmärkten, der sich aus neuen geopolitischen Spannungen speist. Hightech-Titel reagieren darauf besonders empfindlich, weil viele Investoren dort in den vergangenen Monaten hohe Kursgewinne aufgebaut haben.
Alphabet hatte sich zuletzt in die Spitzenliga der Weltbörsen vorgearbeitet und zeitweise eine Marktkapitalisierung von 4 Billionen US-Dollar erreicht. Inzwischen ist der Wert wieder auf knapp unter 4 Billionen gefallen. Der Schlusskurs liegt mit 324,33 US-Dollar nur wenige Prozent unter dem jüngsten Rekordstand, nach einer Rally von rund 71 % auf Sicht von zwölf Monaten bleibt der Aufwärtstrend aber intakt.
Isomorphic Labs bremst Erwartungen
Für zusätzliche Ernüchterung sorgt eine Ankündigung aus Davos: Demis Hassabis, Chef von Google DeepMind, stellte klar, dass Isomorphic Labs – Alphabets KI-Plattform für Wirkstoffforschung – die ersten klinischen Studien nun erst bis Ende 2026 erwartet. Zuvor hatte das Unternehmen in Aussicht gestellt, dass KI-entwickelte Medikamente bereits Ende 2025 in die klinische Phase gehen könnten.
Damit verschiebt sich ein Teil der Fantasie rund um KI in der Pharmaforschung zeitlich nach hinten. Die Meldung unterstreicht, dass selbst bestens finanzierte KI-Projekte deutlich länger brauchen können, um den Sprung von der Rechenleistung ins Krankenhaus und letztlich in Umsatz und Gewinn zu schaffen. Kurzfristig dürfte Isomorphic Labs damit eher ein strategisches Zukunftsprojekt bleiben als ein Treiber für die nächste Quartalsbilanz.
Hedgefonds setzen weiter auf KI-Story
Trotz der erhöhten Schwankungen bricht die institutionelle Unterstützung für Alphabet nicht weg. In einem Investorenbrief zum vierten Quartal 2025 bezeichnete der Alger Spectra Fund die Aktie als stärksten Performancebeitrag seiner Strategie. Der Fonds verweist auf eine verbesserte Umsetzung der KI-Strategie, starke Nutzungszahlen und wachsende KI-Workloads als zentrale Treiber.
Besonders positiv hervorgehoben wird Google Cloud. Das Management sieht dort eine beschleunigte Nutzung, steigende Verarbeitung von KI-Token und anhaltenden Rückenwind durch das Gemini-Ökosystem. Die Zahl der Hedgefonds, die Alphabet im Portfolio halten, ist nach diesen Angaben von 178 auf 186 gestiegen – ein Zeichen dafür, dass professionelle Investoren die jüngere Volatilität eher als Begleiterscheinung eines laufenden Trends werten.
Zur Einordnung der jüngsten Kursbewegung helfen einige Kennzahlen:
- Kursplus von rund 23 % in den letzten 30 Tagen
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief von gut 145 % bei nur rund 3 % unter dem Hoch
Die Aktie bleibt damit deutlich über ihren 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitten und zeigt bislang kein technisches Schwächesignal.
Kartellberufung erhöht Rechtsrisiken
Rechtlich bleibt Alphabet gefordert. Am 16. Januar hat das Unternehmen Berufung gegen ein Urteil eines US-Bundesrichters eingelegt, der Google eine illegale Monopolstellung in der Internetsuche attestiert hatte. Gleichzeitig beantragt der Konzern, die Umsetzung der im Dezember 2025 finalisierten Auflagen vorerst auszusetzen.
Die ursprüngliche Entscheidung aus dem September 2025 war von Marktbeobachtern als vergleichsweise mild bewertet worden, weil Google seinen Chrome-Browser nicht abstoßen muss. Dennoch sind die Auflagen spürbar:
- Google soll Teile der Rohdaten zu Suchinteraktionen offenlegen, die zum Training von Ranking- und KI-Systemen genutzt werden
- Exklusive Vertriebsvereinbarungen für die Suche dürfen nur noch einjährige Laufzeiten haben
Diese Vorgaben könnten mittelfristig sowohl technische Abläufe als auch die Verhandlungsposition gegenüber Partnern beeinflussen. Die Berufung bringt zusätzliche Unsicherheit, ändert aber kurzfristig nichts am operativen Geschäft.
Starke Basis vor den Zahlen
Fundamental steht Alphabet trotz der aktuellen Marktunruhe robust da. 2025 gelang im dritten Quartal erstmals ein Quartalsumsatz von über 100 Milliarden US-Dollar. Auf Basis der letzten zwölf Monate summieren sich die Erlöse auf 385,5 Milliarden US-Dollar, bei einer Nettomarge von 32,23 %. Damit bewegt sich der Konzern weiterhin in einer Profitabilitätsliga, die nur wenige globale Tech-Schwergewichte erreichen.
Am 4. Februar 2026 legt Alphabet die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Angesichts des jüngsten Rekordquartals und der hohen Erwartungen an KI und Cloud wird der Markt genau darauf achten, ob Wachstum und Margen das aktuelle Bewertungsniveau rechtfertigen – und ob das Management neue Hinweise zur weiteren Monetarisierung seiner KI-Plattformen liefern kann.
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