Allianz Aktie: Doppelter Strategie-Coup
Während Wettbewerber wie die Zurich Insurance Group mit gescheiterten Übernahmen kämpfen und die Swiss Re unter Analysten-Abstufungen leidet, setzt die Allianz zum operativen Gegenangriff an. Der Münchner Versicherungskonzern verkündete am heutigen Donnerstag gleich zwei signifikante Meilensteine in der Schweiz und Frankreich. Doch reicht diese Offensive im Bereich „Real Assets“, um den jüngsten Abwärtstrend der Aktie zu stoppen?
- Markteintritt: AllianzGI gründet als erster ausländischer Manager eine Anlagestiftung in der Schweiz.
- Infrastruktur: 200-Millionen-Euro-Investment in französischen Offshore-Windpark fixiert.
- Kursniveau: Aktie notiert bei 370,60 Euro in einer charttechnisch spannenden Zone.
Angriff auf Schweizer Platzhirsche
Der strategisch wichtigste Schachzug betrifft den lukrativen Schweizer Pensionskassenmarkt. Mit der Gründung der „Allianz Global Investors Anlagestiftung“ (AGAST) wagt sich der Konzern in ein Terrain vor, das bislang fast ausschließlich von lokalen Anbietern dominiert wurde.
Ziel ist es, Schweizer Vorsorgeeinrichtungen steuerlich optimierte Zugänge zu alternativen Anlagen zu bieten. Das erste Produkt fokussiert sich folgerichtig auf Infrastruktur-Investments. Marktbeobachter werten diesen Schritt als direkten Angriff auf die etablierte Schweizer Konkurrenz, da die Allianz hier ihre enorme Bilanzstärke und globale Expertise ausspielen kann. Gelingt es, signifikante Gelder einzusammeln, winken langfristige, stabile Verwaltungsgebühren abseits des schwankungsanfälligen Versicherungsgeschäfts.
200 Millionen für grüne Energie
Passend zur Infrastruktur-Offensive meldeten die Münchner Vollzug in Frankreich. Für rund 200 Millionen Euro sicherte sich der Konzern eine 20,25-prozentige Beteiligung am Offshore-Windpark „Îles d'Yeu et Noirmoutier“. Das Timing erscheint präzise gewählt: Die Anlage steht kurz vor der vollständigen Inbetriebnahme im ersten Quartal 2026.
Dies bedeutet, dass die Allianz fast unmittelbar von den Stromerlösen profitieren wird, ohne die vollen Risiken der frühen Bauphasen getragen zu haben. Solche Projekte liefern jene stabilen Cashflows, die Investoren im aktuellen Marktumfeld suchen.
Charttechnik und Bewertung
Trotz der positiven operativen Nachrichten konnte sich die Aktie dem jüngsten Abwärtsdruck nicht vollständig entziehen. Seit Jahresanfang verlor das Papier 4,41 Prozent an Wert und schloss heute bei 370,60 Euro. Der Kurs nähert sich damit dem 100-Tage-Durchschnitt von 371,26 Euro, der nun als Widerstand fungiert.
Interessant für antizyklische Anleger: Mit einem RSI von 37,3 ist die Aktie nicht mehr weit vom überverkauften Bereich entfernt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von rund 460 Euro beträgt mittlerweile knapp 20 Prozent, was die Bewertung für langfristig orientierte Investoren wieder attraktiver erscheinen lässt.
Fazit
Die Allianz demonstriert mit der heutigen Doppelmeldung operative Stärke in einem schwierigen Sektorumfeld. Während die Konkurrenz mit hausgemachten Problemen beschäftigt ist, baut CEO Oliver Bäte das Geschäft mit alternativen Investments konsequent aus. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird nun sein, wie schnell die neue Schweizer Stiftung nennenswerte Mittelzuflüsse (Assets under Management) generieren kann.
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