Alibaba steht unter Druck. Während der E-Commerce-Riese in China weiterhin das Cloud-Geschäft dominiert, wächst die Konkurrenz rasant – ausgerechnet durch ByteDance, den Mutterkonzern von TikTok. Dazu kommen schwache Konjunkturdaten aus China und neue Zolldrohungen aus den USA. Am Montag reagierte die Aktie mit einem Minus von über 3 Prozent.

ByteDance holt im Cloud-Geschäft auf

Das Forschungsunternehmen IDC beziffert Alibabas Marktanteil im chinesischen KI-Cloud-Segment für die erste Jahreshälfte 2025 auf rund 23 Prozent – Platz eins. ByteDance folgt bereits mit knapp 13 Prozent und gilt als am schnellsten wachsender Wettbewerber in diesem Bereich.

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Die Strategie von ByteDance: aggressive Preise kombiniert mit KI-fokussierten Angeboten, die gezielt Unternehmenskunden ansprechen. Vor allem bei rechenintensiven KI-Workloads, wo die Nachfrage derzeit stark anzieht, gewinnt der TikTok-Konzern Marktanteile.

Qwen-Chatbot als Gegengewicht

Alibaba setzt auf der Consumer-Seite auf seinen Chatbot Qwen, der seit dem Launch im November 2025 bereits 100 Millionen monatlich aktive Nutzer erreicht hat. Mitte Januar kündigte das Unternehmen neue "agentische" KI-Funktionen an: Der Assistent kann nun eigenständig Essensbestellungen aufgeben, Reisen buchen und weitere Aufgaben über Alibabas Plattformen wie Taobao, Alipay und Amap ausführen.

Die Investmentbank Jefferies bekräftigte Anfang Januar ihre Kaufempfehlung und verwies auf das Potenzial von Qwen als "KI-Superapp", die das integrierte Ökosystem des Konzerns nutzt.

Schwaches Wirtschaftsumfeld belastet

Chinas BIP-Wachstum fiel im vierten Quartal auf 4,5 Prozent – der Vorquartalswert lag bei 4,8 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Dezember nur um 0,9 Prozent im Jahresvergleich. Das deutet auf eine schwache Konsumstimmung hin, die Alibabas Kerngeschäft im E-Commerce belasten könnte. Analysten erwarten, dass dieser Bereich im laufenden Geschäftsjahr weiterhin mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes beisteuert.

Dazu kommen Zolldrohungen von US-Präsident Trump gegenüber NATO-Staaten, die asiatische Aktienmärkte zusätzlich unter Druck setzten.

Margen bleiben Sorgenkind

Die massiven Investitionen in Quick Commerce und künstliche Intelligenz belasten die Profitabilität. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 brach das bereinigte EBITDA um 78 Prozent ein, der Free Cashflow zeigte einen Abfluss von 21,8 Milliarden RMB. Die Konsensschätzung für den Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2026 liegt bei 6,10 Dollar – in den vergangenen 30 Tagen wurde sie um 5 Prozent nach unten korrigiert.

Was Analysten erwarten

Trotz der Gegenwinds hält die Wall Street an Alibaba fest. 13 Analysten vergeben im Schnitt eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von durchschnittlich 203,66 Dollar – das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 23 Prozent.

Am 19. Februar folgen die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Investoren werden vor allem auf das Cloud-Wachstum schauen – erwartet wird ein Plus von über 35 Prozent. Zudem dürfte interessieren, wie sich neue E-Commerce-Regulierungen auswirken, die im Februar in Kraft treten.

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