AIXTRON, KuCoin & Agentic Commerce: Wenn Chips, Krypto und KI-Shopping die Märkte neu sortieren
Liebe Leserinnen und Leser,
drei Entwicklungen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben – und doch zeigen sie, wie sich die digitale Wirtschaft gerade neu aufstellt. Während AIXTRON im November den MDAX anführt und von der Chipnachfrage profitiert, baut KuCoin seine regulatorische Basis in Australien aus und positioniert sich als vertrauenswürdige Krypto-Plattform. Gleichzeitig revolutioniert "Agentic Commerce" still und leise das Online-Shopping: KI-Assistenten übernehmen zunehmend Kaufentscheidungen. Was diese drei Trends verbindet? Sie alle profitieren von einem Megatrend – der Digitalisierung von Infrastruktur, Finanzen und Handel.
AIXTRON führt den MDAX: Halbleiter-Boom treibt Kurs
Der Chiphersteller AIXTRON hat im November eine beeindruckende Performance hingelegt: Mit einem Plus von rund 24 bis 27 Prozent führt das Unternehmen die MDAX-Gewinnerliste an. Der Kursanstieg von etwa 13,88 Euro Ende Oktober auf über 17 Euro spiegelt die anhaltend starke Nachfrage nach Halbleiter-Produktionsanlagen wider.
Besonders interessant: Während viele Tech-Werte unter Druck stehen, profitiert AIXTRON von strukturellen Trends. Die Anlagen des Unternehmens werden für die Herstellung von Hochleistungschips benötigt – genau jene Komponenten, die für KI-Rechenzentren, Elektromobilität und 5G-Infrastruktur unverzichtbar sind. Der Markt honoriert diese Positionierung mit einem deutlichen Kursaufschlag.
Für deutsche Anleger ist AIXTRON ein Beispiel dafür, wie heimische Tech-Unternehmen von globalen Digitalisierungstrends profitieren können – ohne selbst im Rampenlicht der großen US-Tech-Konzerne zu stehen.
KuCoin setzt auf Compliance: Australien-Expansion mit klarer Strategie
Die Krypto-Plattform KuCoin zeigt, wie sich die Branche professionalisiert. Das Unternehmen hat seine Registrierung als Digital Currency Exchange (DCE) bei der australischen Finanzaufsicht AUSTRAC abgeschlossen und damit einen wichtigen regulatorischen Meilenstein erreicht. Parallel dazu eröffnete KuCoin ein Büro in Sydney und ernannte James Pinch zum Managing Director für Australien.
Die Botschaft ist klar: KuCoin will nicht nur Handelsvolumen generieren, sondern langfristig als vertrauenswürdige Infrastruktur wahrgenommen werden. Das zeigt sich auch in der Partnerschaft mit dem BMW Australian PGA Championship, wo KuCoin als exklusiver Krypto-Partner auftrat und Golf-Ikone Adam Scott als Markenbotschafter präsentierte. Solche Kooperationen sind mehr als Marketing – sie signalisieren den Willen, sich im Mainstream zu etablieren.
Für Krypto-Anleger ist die Entwicklung bedeutsam: Plattformen, die regulatorische Anforderungen erfüllen, dürften mittelfristig Marktanteile gewinnen – gerade in Märkten, wo Vertrauen und Sicherheit zunehmend wichtiger werden als reine Handelsgebühren.
Agentic Commerce: Wenn ChatGPT zum Shopping-Assistenten wird
Eine stille Revolution bahnt sich im E-Commerce an: "Agentic Commerce" – also KI-gestützte Shopping-Assistenten, die eigenständig Kaufentscheidungen treffen oder vorbereiten. Laut aktuellen Analysen stammt bereits etwa 1 Prozent des gesamten Website-Traffics von Walmart aus Verweisen von ChatGPT. Vor wenigen Monaten lag dieser Wert noch bei nahezu null.
Morgan Stanley rechnet in seinem Basisszenario mit einem Agentic-Commerce-Markt von rund 190 Milliarden Dollar bis 2030, im optimistischen Szenario sogar mit knapp 385 Milliarden Dollar – das wären 10 bis 20 Prozent des US-E-Commerce. Bereits heute nutzen 45 Prozent der US-Konsumenten ChatGPT, 53 Prozent davon für Produktrecherchen. 36 Prozent haben basierend auf KI-Empfehlungen bereits einen Kauf getätigt.
Besonders spannend: Lebensmittel und Haushaltswaren führen die Kategorien an – also genau jene Bereiche, in denen Routinekäufe dominieren. Für Anleger bedeutet das: Unternehmen, die frühzeitig Partnerschaften mit KI-Plattformen eingehen (wie Walmart mit OpenAI oder Target mit Google), könnten strukturelle Vorteile sichern. Gleichzeitig dürfte der Wettbewerb um Sichtbarkeit in KI-Empfehlungen härter werden – eine neue Form des "Ranking-Kampfes", den wir bisher nur von Google-Suchergebnissen kennen.
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Tech-Nachfolge und KI-Infrastruktur: Zwei Zukunftsfragen
Zwei weitere Entwicklungen werfen lange Schatten voraus: Bei Apple verdichten sich die Anzeichen, dass John Ternus, der für Hardware-Engineering verantwortlich ist, als Nachfolger von CEO Tim Cook aufgebaut wird. Der 50-Jährige hat maßgeblich die Umstellung auf Apple Silicon vorangetrieben und wird zunehmend bei Produktpräsentationen sichtbar. Für Anleger ist die Frage der Nachfolge zentral – immerhin steht Apple für operationale Exzellenz, die stark mit Cook verbunden ist.
Parallel dazu zeigt eine Analyse von Bernstein, wie unterschiedlich die USA und China beim Ausbau von KI-Rechenkapazität aufgestellt sind: Die USA und ihre Verbündeten werden 2025 voraussichtlich über 25 ZFLOPs an KI-beschleunigter Rechenleistung hinzufügen, China hingegen weniger als 1 ZFLOP. Trotz massiver Investitionen in Stromkapazität (über 500 Gigawatt in China) fehlt es an fortschrittlichen Chips. Das verdeutlicht, warum Unternehmen wie AIXTRON oder NVIDIA strategisch so wertvoll sind – sie kontrollieren Engpässe in der globalen Tech-Infrastruktur.
Anstehende Termine: Earnings-Saison läuft weiter
In den kommenden Tagen stehen weitere wichtige Quartalszahlen an: Am 2. Dezember berichtet CrowdStrike, am 3. Dezember folgen Snowflake, Salesforce und C3.ai. Am 11. Dezember legt Broadcom seine Bilanz vor – ein besonders spannender Termin, da das Unternehmen stark im KI-Chip-Geschäft positioniert ist. Diese Zahlen dürften weitere Hinweise liefern, ob die KI-Investitionswelle anhält oder erste Ermüdungserscheinungen zeigt.
Die Märkte sortieren sich neu – zwischen Chip-Boom, Krypto-Professionalisierung und KI-Shopping. Wer die Infrastruktur kontrolliert, hat langfristig die besseren Karten.
Beste Grüße und ein erfolgreiches Wochenende,
Andreas Sommer








