XRP: Rang drei zurück
XRP startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Die Kryptowährung hat Binance Coin (BNB) bei der Marktkapitalisierung überholt und sich damit den dritten Platz unter den größten Krypto-Assets (ohne Stablecoins) zurückgeholt. Treiber sind knappe verfügbare Bestände, starke ETF-Zuflüsse und ein deutlich freundlicheres regulatorisches Umfeld. Wie stützt dieses Zusammenspiel die aktuelle Rally?
Flippening und Marktstruktur
In den vergangenen 24 Stunden ist das Handelsvolumen von XRP um rund 175 % auf 3,8 Milliarden US-Dollar nach oben geschnellt. Dadurch stieg die Marktkapitalisierung auf etwa 123 Milliarden US-Dollar und lag damit knapp über BNB mit 121 Milliarden US-Dollar – ein sichtbarer Wechsel in der Spitzengruppe des Kryptomarkts.
Bemerkenswert: Während die US-Aktienindizes eher ruhig verliefen (S&P 500 leicht im Plus, Nasdaq praktisch unverändert), legte XRP innerhalb des Tages rund 8 % zu. Diese Entkopplung von Tech-Aktien unterstreicht, dass derzeit vor allem krypto-spezifische Faktoren – insbesondere Angebotsknappheit und ETF-Ströme – den Kurs bewegen.
Angebot verknappt sich deutlich
Auf der Blockchain-Ebene zeigt sich ein Bild, das vielen Privatanlegern zunächst widerspricht: Trotz verbreiteter Inflationssorgen wird das tatsächlich handelbare Angebot knapper.
Börsenbestände auf Mehrjahrestief
Daten von Analysehäusern wie Glassnode weisen darauf hin, dass die XRP-Bestände auf zentralisierten Börsen auf rund 1,6 Milliarden Token gefallen sind – den niedrigsten Stand seit 2018. Seit Oktober 2025 wurden mehr als 2 Milliarden XRP von Handelsplätzen abgezogen. Das deutet auf eine Verschiebung weg vom kurzfristigen Trading hin zu langfristiger Verwahrung und institutionelle Cold-Storage-Lösungen hin.
Escrow-Freigabe ohne Verkaufsdruck
Zum 1. Januar 2026 lief das programmierte Escrow-System von Ripple wie vorgesehen:
- Freigeschaltet: 1 Milliarde XRP
- Sofort wieder gesperrt: 700 Millionen XRP (70 %)
- Effektive Liquidität: 300 Millionen XRP gingen in den freien Umlauf, vor allem zur Unterstützung von On-Demand-Liquidity-(ODL)-Zahlungskorridoren
Diese disziplinierte Steuerung der Freigaben, kombiniert mit den starken Abflüssen von Börsen, führt faktisch zu einem „Angebotsschock“: Das frei handelbare Volumen schrumpft, während die Nachfrage steigt.
ETF-Zuflüsse und institutionelle Nachfrage
Der rote Faden für 2026 ist klar: regulierte Produkte und institutionelles Kapital. Seit dem Start der US-Spot-XRP-ETFs Ende 2025 lagen die Nettozuflüsse bereits bei über 1,2 Milliarden US-Dollar.
Analysten von Standard Chartered bleiben entsprechend positiv und rechnen für 2026 mit weiteren ETF-Zuflüssen zwischen 4 und 8 Milliarden US-Dollar. Als entscheidenden Vertrauensfaktor nennen sie die Bereinigung regulatorischer Risiken nach der 125-Millionen-Dollar-Einigung zwischen Ripple und der US-Börsenaufsicht SEC im August 2025. Diese Klärung wird als Voraussetzung gesehen, damit größere Adressen in nennenswertem Umfang einsteigen.
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Regulatorische Schubkräfte: Japan und USA
Zusätzlich zu den ETF-Strömen kommen zwei politische Entwicklungen hinzu, die die Kaufseite stützen:
Steuerreform in Japan
Seit 2026 gilt in Japan für Kryptoanlagen ein pauschaler Steuersatz von 20 % statt zuvor bis zu 55 %. Digitale Assets werden damit steuerlich Aktien gleichgestellt. Zusammen mit der Zulassung des ersten japanischen XRP-ETFs hat das in einem der traditionell stärksten XRP-Märkte spürbar neue Liquidität freigesetzt.Fortschritte in den USA
Nachdem das Repräsentantenhaus den CLARITY Act im Juli 2025 verabschiedet hat, steht im Januar 2026 eine Ausschussberatung im US-Senat an. Der Markt preist eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür ein, dass ein Rahmengesetz kommt, das XRP offiziell als nicht-wertpapierähnliches Produkt unter die Aufsicht der Rohstoffaufsicht CFTC stellt. Für viele Institutionen wäre das eine entscheidende rechtliche Klarstellung.
Sentiment: Skepsis trotz Kursanstieg
Interessant ist die Stimmungslage: Trotz steigender Kurse bleibt die Furcht im Markt ausgeprägt. Der Crypto Fear & Greed Index steht aktuell bei 24 und signalisiert „Extreme Angst“. Gleichzeitig liegt die negative Stimmung in sozialen Medien um 20 bis 30 % über dem Niveau von November.
Beobachter werten dieses Auseinanderlaufen von Kurs und Stimmung als klassische „Wall of Worry“-Phase: Während Privatanleger zögerlich bleiben, scheinen vor allem institutionelle Investoren und ETF-Anbieter die Kaufseite zu dominieren und aus einem zunehmend dünnen Orderbuch zu schöpfen.
Technisches Bild und Einordnung
Mit einem aktuellen Kurs von 1,88 US-Dollar notiert XRP rund 38 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 3,04 US-Dollar. Der RSI von 28,8 signalisiert kurzfristig einen überverkauften Bereich, was zur jüngsten Korrektur und der Distanz zum 50‑Tage-Durchschnitt passt.
In der Summe treffen bei XRP damit mehrere Ströme aufeinander: ein verknapptes Angebot durch sinkende Börsenbestände und straffe Escrow-Praxis, wachsende ETF-Nachfrage im Milliardenbereich und ein zunehmend konstruktives regulatorisches Umfeld in Schlüsselmärkten wie Japan und den USA. Die weitere Entwicklung in 2026 dürfte vor allem davon abhängen, ob die erwarteten Zuflüsse in die regulierten Produkte und die politischen Entscheidungen im US-Senat tatsächlich im avisierten Umfang eintreten.
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