Ripple hat gleich zum Start ins Jahr 2026 einen wichtigen Haken in der Regulierung gesetzt, während XRP technisch in eine Verschnaufpause übergeht. Parallel sorgt ein erster Rückgang bei US-Spot-ETFs für Aufmerksamkeit, nachdem zuvor wochenlang nur Kapitalzuflüsse zu sehen waren. Im Kern geht es nun darum, ob sich diese Mischung aus regulatorischem Fortschritt, sinkendem Handelsangebot und abkühlender ETF-Dynamik als stabile Basis für den weiteren Kursverlauf erweist.

Enge Spanne nach starkem Jahresauftakt

XRP hat den Jahresbeginn mit einer kräftigen Rally eingeläutet und notiert aktuell um 2,10 US‑Dollar. Nach einem Anstieg von rund 25 % in der ersten Woche 2026 ist der Schwung jedoch vorerst abgeflaut, der Coin pendelt in einer engen Spanne zwischen Unterstützung um 2,07 US‑Dollar und Widerstand bei 2,17 US‑Dollar.

Auslöser der aktuellen Seitwärtsphase war ein deutlicher Abbau von Hebelpositionen auf Binance Futures. Zunächst traf es späte Short-Seller: Am 5. Januar wurden bei einem schnellen Anstieg in Richtung 2,40 US‑Dollar rund 4,4 Millionen US‑Dollar an Short-Positionen liquidiert. Direkt im Anschluss drehte der Markt und zwang Long-Trader zum Rückzug – etwa 5,5 Millionen US‑Dollar an Longs wurden aufgelöst, der Kurs fiel zurück in die aktuelle Handelsspanne.

Auffällig ist dabei vor allem, dass die Käufer den Bereich um 2,07–2,08 US‑Dollar bisher klar verteidigt haben. Als XRP an die Untergrenze der Range lief, sprang das Handelsvolumen deutlich an und führte zu einem schnellen Rebound von etwa 2,09 auf 2,16 US‑Dollar – am Widerstand um 2,17 US‑Dollar war dann aber erneut Schluss.

Technisch bleibt damit ein klares Bild:
- Primäre Unterstützung: 2,07–2,08 US‑Dollar
- Widerstand: 2,17 US‑Dollar
- Weitere Unterstützungen: zunächst um 2,05 US‑Dollar, tiefer im Bereich von 1,85–1,90 US‑Dollar

Mit einem RSI von gut 28 ist der Markt kurzfristig eher überverkauft, während der Kurs nur leicht über dem 50‑Tage-Durchschnitt liegt und spürbar unter dem 52‑Wochen-Hoch von 3,04 US‑Dollar. Das spricht eher für eine abgekühlte, aber keineswegs überdrehte Marktlage.

Regulierung: UK-Zulassung und SEC-Entspannung

Ein zentraler Treiber der aktuellen XRP-Story sind regulatorische Fortschritte. Am 9. Januar 2026 hat Ripple mit seiner britischen Tochter Ripple Markets UK Ltd. die Registrierung bei der britischen Finanzaufsicht FCA erhalten. Die Zulassung erfolgt im Rahmen der Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungs-Regeln und erlaubt bestimmte Krypto-Aktivitäten im Vereinigten Königreich.

Wichtig ist dabei die Signalwirkung: Die Registrierung bestätigt, dass Ripple die strengen Vorgaben zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung erfüllt. Auch wenn es sich noch nicht um eine vollumfängliche Finanzdienstelizenz handelt, stärkt der Schritt die Position Großbritanniens als Krypto-Standort und rückt XRP in einem regulierten Umfeld stärker ins Rampenlicht.

Noch entscheidender für den globalen Blick auf XRP war jedoch die Beilegung des US-Rechtsstreits. Seit die SEC im August 2025 ihre Klage gegen Ripple eingestellt hat, ist die wesentliche Rechtsunsicherheit für viele Institutionen vom Tisch. Asset Manager können XRP seitdem deutlich einfacher in regulierte Produkte einbauen, ohne das Risiko eines späteren regulatorischen Rückschlags mittragen zu müssen – die Grundlage für die nun aktiven Spot-ETFs.

ETF-Flows: Erster Dämpfer nach Rekordserie

Diese US-Spot-ETFs auf XRP haben seit ihrem Start Mitte November 2025 eine eindrucksvolle Entwicklung hingelegt. Über rund 50 Handelstage summierten sich die Zuflüsse auf 1,2 Milliarden US‑Dollar, das verwaltete Vermögen liegt bei etwa 1,53 Milliarden US‑Dollar. Damit repräsentieren die Fonds rund 1,16 % der gesamten XRP-Marktkapitalisierung – ein beachtlicher Anteil für ein neu aufgelegtes Produkt.

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Am 7. Januar 2026 kam es jedoch erstmals zu einem Nettoabfluss:
- Nettoabflüsse an einem Tag: 40,8 Millionen US‑Dollar
- Haupttreiber: 21Shares-ETF TOXR mit 47,25 Millionen US‑Dollar Rückgabe
- Andere Anbieter wie Canary, Bitwise und Grayscale lagen leicht im Plus oder unverändert

Zuvor hatten die Produkte 43 Handelstage in Folge nur Zuflüsse verzeichnet – eine für Krypto-ETFs außergewöhnlich stabile Serie. XRP war damit nach Bitcoin der zweitschnellste Coin, der über Spot-ETFs die Marke von einer Milliarde US‑Dollar an verwaltetem Vermögen erreicht hat.

Der erste Abflusstag deutet eher auf eine Normalisierung als auf einen Bruch der Story hin: Nach der extrem gleichförmigen Zuflussphase beginnen institutionelle Investoren offenbar, Gewinne mitzunehmen oder Allokationen feinzujustieren. Entscheidend wird nun sein, ob sich daraus ein anhaltender Trend entwickelt oder ob es bei einzelnen Gegenbewegungen im Rahmen eines insgesamt positiven Bildes bleibt.

Angebot: Börsenbestände auf Mehrjahrestief

Parallel zu den ETF-Strömen hat sich die Angebotsseite deutlich verknappt. Die auf zentralen Börsen gehaltene Menge an XRP ist im Laufe des Jahres 2025 um 57 % von 4 Milliarden auf rund 1,7 Milliarden Token gefallen. Anfang 2026 liegt dieser Wert bei etwa 1,6 Milliarden XRP – dem niedrigsten Stand seit sieben Jahren.

Ein wesentlicher Grund ist, dass ETF-Verwahrer große Mengen XRP in regulierten Strukturen bündeln und damit dem kurzfristigen Handel entziehen. Für den Markt bedeutet das: Weniger frei verfügbares Angebot kann Kursbewegungen verstärken – nach oben wie nach unten –, wenn größere Orders in den Markt kommen.

Auch Ripples eigenes Escrow-System spielt hier hinein. Im Januar 2026 wurden planmäßig 1 Milliarde XRP aus dem Escrow freigeschaltet, wovon rund 700 Millionen direkt wieder gesperrt wurden. Netto kamen damit etwa 300 Millionen Token neu in den Umlauf. Kritiker sehen in den weiterhin umfangreichen Escrow-Beständen einen Bremsklotz für das Knappheits-Narrativ von XRP im Vergleich zu Bitcoin, das feste und vollständig transparente Angebotsgrenzen kennt.

Ökosystem: Stablecoin, Tokenisierung und Infrastruktur

Neben Kurs und Regulierung wächst auch das XRP-Ökosystem spürbar weiter. Besonders sichtbar ist dies beim USD‑Stablecoin RLUSD von Ripple. Dieser hat bis Januar 2026 über mehrere Blockchains eine Marktkapitalisierung von 1,3 Milliarden US‑Dollar erreicht und ist damit bereits die drittgrößte US-regulierte Stablecoin. Auf dem XRP Ledger selbst liegen rund 322 Millionen US‑Dollar in Stablecoins.

Noch dynamischer war die Entwicklung im Bereich der Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA). Das Volumen tokenisierter Assets auf dem XRPL ist 2025 um mehr als 2.200 % von rund 24,7 Millionen auf 567,9 Millionen US‑Dollar gewachsen. Anfang 2026 sind es etwa 500 Millionen US‑Dollar – nach dem starken Anstieg ein konsolidiertes, aber hohes Niveau.

Unterstützt wird diese Entwicklung durch neue institutionelle Infrastruktur. So hat Evernorth, ein von Ripple und SBI Holdings unterstütztes Unternehmen für digitale XRP-Vermögenswerte, eine Kooperation mit Doppler Finance angekündigt. Im Fokus stehen Lösungen für institutionelle Liquidität und Treasury-Management auf dem XRP Ledger – etwa strukturierte Liquiditätsbereitstellung und Rahmenwerke für die Verwaltung großer XRP-Bestände.

Ausblick: Klare Marken, klare Treiber

Kurzfristig befindet sich XRP charttechnisch in einer bereinigten Konsolidierungsphase: Die Hebelpositionen wurden weitgehend zurückgefahren, die Handelsspanne ist eng definiert. Ein Ausbruch über den Widerstand bei 2,17 US‑Dollar mit Anschlusskäufen würde das Bild vom „Reset“ hin zu einem neuen Aufwärtstrend drehen und den Weg in Richtung 2,25–2,30 US‑Dollar öffnen. Fällt der Kurs hingegen klar unter 2,07 US‑Dollar, rücken zunächst 2,05 US‑Dollar und dann der Bereich um 1,85–1,90 US‑Dollar als nächste Unterstützungen in den Vordergrund.

Fundamental bleibt XRP derzeit besser unterwegs als Bitcoin und Ethereum, weil der Coin von sehr spezifischen Katalysatoren profitiert: regulatorische Klarheit, erfolgreiche Spot-ETFs, sinkende Börsenbestände und ein wachsendes Ökosystem aus Stablecoins, tokenisierten Assets und institutioneller Infrastruktur. Für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 wird maßgeblich sein, ob die ETF-Nachfrage nach der ersten Abkühlung stabil hoch bleibt und ob Ripple seine Bank- und Zahlungsdienstleister-Partnerschaften in messbare XRP-Transaktionsvolumina auf dem Ledger übersetzen kann.

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