Der Rechtsstreit ist beendet, die Klagen sind vom Tisch – und plötzlich reden alle wieder über XRP. Nach Jahren des Rechtskampfes mit der SEC hat die Kryptowährung endlich die erhoffte Klarstellung erhalten. Doch kann das wirklich der Game-Changer sein, auf den Anleger so lange gewartet haben?

Befreiungsschlag nach Jahren des Bangens

Im August 2025 wurde es offiziell: Die gegenseitigen Berufungen im SEC-Verfahren gegen Ripple sind Geschichte. Damit bestätigte sich das Urteil von 2023, wonach XRP-Verkäufe an öffentlichen Börsen keine Wertpapiergeschäfte darstellen. Was jahrelang wie ein Damoklesschwert über dem Projekt hing, ist endlich vom Tisch.

Die Auswirkungen ließen nicht lange auf sich warten. US-Finanzinstitute, die XRP zuvor gemieden hatten, zeigen plötzlich wieder Interesse. Noch wichtiger: Mehrere Vermögensverwalter – darunter Bitwise, WisdomTree und 21Shares – haben bereits Anträge für einen XRP-ETF gestellt.

Neue Geschäftsfelder im Fokus

Parallel zur juristischen Entspannung treibt Ripple die technische Weiterentwicklung voran. Mit RLUSD startet das Unternehmen einen eigenen, vollständig durch US-Dollar und kurzfristige Staatsanleihen gedeckten Stablecoin. Die Verwahrung übernimmt BNY Mellon – ein klares Signal für institutionelle Standards.

Besonders spannend: Die Partnerschaft mit SBI Holdings soll RLUSD ab dem ersten Quartal 2026 auch in Japan verfügbar machen. Japan gilt als einer der regulatorischsten Krypto-Märkte der Welt.

Technische Revolution auf der XRP-Blockchain

Mit der EVM-Sidechain hat das XRP Ledger im Juni 2025 einen bedeutenden Sprung gemacht. Die Ethereum-kompatible Schicht ermöglicht Smart Contracts, ohne die Energieeffizienz des ursprünglichen Netzwerks zu beeinträchtigen.

Das Ergebnis: DeFi-Entwickler strömen auf die Plattform, automatisierte Market Maker entstehen, und tokenisierte Finanzprodukte werden möglich. Ein Bereich, der XRP bislang verschlossen war.

Zahlungsgeschäft: Das Fundament wächst

Das Kerngeschäft läuft unterdessen wie geschmiert. Ripples On-Demand Liquidity Service verzeichnet seit 2021 ein Volumenwachstum von über 1.700 Prozent. Neue Partnerschaften in Asien und Afrika erweitern das Netzwerk kontinuierlich.

Die Zahlen sprechen für sich: Über 2,8 Milliarden Transaktionen wurden bereits über das XRP Ledger abgewickelt – mit einem Gesamtwert von mehr als einer Billion Dollar. Transaktionskosten von gerade einmal 0,0002 Dollar machen das Netzwerk auch für Kleinbetragstransfers interessant.

Zwischen Euphorie und Realitätscheck

Trotz aller positiven Entwicklungen steht XRP weiter im Wettbewerb mit etablierten Zahlungsanbietern und neuen Blockchain-Lösungen. Die Frage bleibt: Reicht die neue regulatorische Klarheit aus, um XRP endgültig aus dem Schatten der Unsicherheit zu führen – oder war das alles nur der erste Schritt einer viel längeren Reise?