Ripple und sein XRP-Ökosystem melden in kurzer Folge mehrere strategische Nachrichten – von Bankensoftware über Stablecoins bis hin zu ETFs. Der Kurs tritt dabei eher auf der Stelle, doch im Hintergrund verschiebt sich die Rolle von XRP im institutionellen Umfeld. Entscheidend ist nun, ob diese Bausteine reichen, um aus der Seitwärtsphase eine neue Aufwärtsbewegung zu machen.

Technische Lage: Schwacher Schwung, wichtiger Bereich

XRP notiert aktuell bei 1,92 US‑Dollar und damit nur leicht über seinem jüngsten Zwischentief. Im Vergleich zum Hoch der letzten zwölf Monate liegt der Kurs deutlich zurück, bewegt sich aber knapp über dem 52‑Wochen‑Tief – ein Zeichen für eine noch fragile Stabilisierung.

Charttechnisch stützen Marktbeobachter vor allem den Bereich um 1,90 US‑Dollar. Diese Zone gilt als zentrale Unterstützung, um die im Januar aufgebaute positive Struktur zu erhalten. Gleichzeitig signalisiert der Relative‑Stärke‑Index (RSI) mit einem Wert unter 30 ein überverkauftes Niveau. Das deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck zuletzt dominierte, kurzfristig aber auch Erholungspotenzial vorhanden ist, falls neue Käufer einsteigen.

Evernorth und die XRP‑Treasury

Einen wichtigen Impuls auf der institutionellen Seite liefert Evernorth Holdings. Das Unternehmen hatte bereits im Oktober 2025 ein XRP‑Treasury‑Programm über 1 Milliarde US‑Dollar gestartet. Am 22. Januar wurde nun die nächste Ausbaustufe vorgestellt.

Kernpunkte der neuen Phase:

  • Partnerschaft mit t54 Labs zur Integration KI‑gestützter Automatisierung in das Treasury‑Management
  • Nutzung des XRP Ledger (XRPL) für automatisierte Renditegenerierung und Liquiditätsbereitstellung
  • Prüfung einer weiteren Kapitalaufnahme von bis zu 1 Milliarde US‑Dollar zur Aufstockung des XRP‑Bestands

Damit unterstreicht Evernorth eine langfristig ausgerichtete Ansammlung von XRP, trotz der zuletzt eher schwachen Kursentwicklung. Marktbeobachter sehen darin ein Signal, dass Unternehmen XRP zunehmend nicht nur als Spekulationsobjekt, sondern als Baustein für automatisierte Finanzinfrastrukturen betrachten.

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Banken-Integration: DXC bringt Ripple in die Kernsysteme

Parallel dazu sorgt eine Kooperation mit DXC Technology für Aufmerksamkeit. Am 21. Januar wurde bekannt, dass Ripple‑Lösungen direkt in die Hogan‑Kernbankplattform von DXC integriert werden. Diese Plattform bildet das Rückgrat von Banken mit mehr als 5 Billionen US‑Dollar an Einlagen und rund 300 Millionen aktiven Konten.

Im Unterschied zu früheren Pilotprojekten ermöglicht diese Integration:

  • Native Unterstützung von Digital‑Asset‑Verwahrung in bestehenden Bankensystemen
  • Programmierbare Zahlungen auf Basis von Ripple‑Technologie
  • Nutzung des XRPL, ohne dass Banken ihre gesamte IT‑Architektur umbauen müssen

Analysten werten dies als strukturellen Schritt, der die Lücke zwischen klassischer Bankinfrastruktur und Blockchain‑Anwendungen verringern kann. Für XRP entsteht damit eine potenzielle Brücke in den Massenmarkt des Zahlungsverkehrs, falls Banken die neuen Funktionen im größeren Stil ausrollen.

RLUSD‑Stablecoin stärkt Liquidität

Auch auf der Liquiditätsseite des XRP‑Ökosystems tut sich etwas. Ripple’s USD‑gebundener Stablecoin RLUSD wurde am 22. Januar auf Binance gelistet. Kurz darauf, am 23. Januar, wurden on‑chain 10 Millionen neue RLUSD‑Token gemintet – ein Zeichen für wachsende Nachfrage nach Handelspaaren und Liquidität im Netzwerk.

Die Bedeutung für XRP liegt in zwei Punkten:

  • Ein regulierungsorientierter, USD‑gebundener Stablecoin erleichtert Ein‑ und Ausstiege für institutionelle Marktteilnehmer.
  • Größere und stabilere Orderbücher können Preissprünge verringern und so die Volatilität von XRP dämpfen, wenn RLUSD als Basiswährung im Ökosystem stärker genutzt wird.

ETFs, Regulierung und institutioneller Kontext

Auf Produktebene bleibt der Zufluss in US‑basierte XRP‑Spot‑ETFs positiv. Am 23. Januar verzeichneten die Fonds Nettomittelzuflüsse von rund 3,43 Millionen US‑Dollar. Seit Auflage summieren sich die Nettozuflüsse auf über 1,23 Milliarden US‑Dollar. Im Vergleich zu Bitcoin‑ETFs sind diese Volumina kleiner, zeigen aber eine stetige Nachfrage institutioneller Anleger zu den aktuellen Bewertungsniveaus.

Regulatorisch stärkt Ripple seine Basis in Europa. Am 14. Januar erhielt das Unternehmen von der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF ein sogenanntes „Green Light Letter“ für eine vorläufige E‑Geld‑Instituts‑Lizenz (EMI). Diese Vorstufe zu einer vollständigen Lizenz passt zu den operativen Schritten, etwa der DXC‑Kooperation, und soll es Ripple ermöglichen, regulierte Zahlungsdienste in der EU anzubieten, sobald MiCA vollständig greift.

Stimmung und Ausblick

Die Markstimmung rund um Kryptowährungen ist insgesamt eher vorsichtig, der übergeordnete „Fear & Greed“-Index signalisiert Zurückhaltung. Im XRP‑Netzwerk selbst zeigen On‑Chain‑Daten jedoch, dass große Adressen im Bereich zwischen 1,80 und 1,90 US‑Dollar Positionen aufgebaut haben. In Kombination mit der möglichen Treasury‑Aufstockung durch Evernorth und der DXC‑Bankenintegration entsteht damit ein Cluster an institutionellen Faktoren, das als Fundament für einen erneuten Angriff auf die Marke von 2,00 US‑Dollar dienen kann, sobald der Markt wieder mehr Risikoappetit zeigt.

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