Die Wiener Börse ist mit einem kräftigen Rückschlag in den Handel gestartet. Der heimische Leitindex ATX verlor am Dienstag satte 1,5 Prozent und fiel auf 5.363 Punkte. Damit folgte der heimische Markt einem klaren Negativtrend in ganz Europa.

Was verdirbt Anlegern die Laune? Ein altbekannter Störfaktor: US-Präsident Donald Trump. Sein erneutes Muskelspiel im Handelskonflikt, diesmal um Grönland, schürt neue Ängste. Die Drohungen mit weiteren Zöllen werfen einen langen Schatten auf die europäische Wirtschaft.

Ein Schatten über der europäischen Konjunktur

Die Experten sind alarmiert. „Die Verschärfung der transatlantischen Spannungen nagt an der europäischen Anlagestory“, schreibt Beata Manthey von der Citigroup. Die neue Zollunsicherheit bedrohe die erhoffte Gewinnbelebung der Unternehmen.

Die Folge: Eine erhöhte Risikoaversion. Anleger ziehen sich zurück, die Aktienkurse geraten unter Druck. Das dürfte die Börsen noch eine Weile beschäftigen.

Flughafen Wien: Passagier-Rekord wohl nur Eintagsfliege

Während die großen Konflikte den Gesamtmarkt belasten, sorgen lokale Nachrichten für Bewegung bei Einzelwerten. Flughafen Wien geriet nach einer ernüchternden Prognose unter Verkaufsdruck.

Die Betreibergesellschaft rechnet für 2026 mit einem spürbaren Passagierrückgang:
* Nach einem Rekord von 32,6 Millionen Fluggästen im Jahr 2025
* wird für 2026 nur noch mit rund 30 Millionen gerechnet.

Der Gewinn soll zwar stabil bei 210 Millionen Euro bleiben. Die Anleger honorierten die schwächere Umsatzperspektive dennoch nicht. Die Aktie gab 0,4 Prozent nach.

Kapsch TrafficCom: Neuer Auftrag kann nicht überzeugen

Auch bei Kapsch TrafficCom halfen gute Nachrichten nicht gegen den allgemeinen Abwärtstrend. Das Unternehmen konnte zwar einen neuen Auftrag für Mautsysteme in Griechenland vermelden.

Doch die Investoren blieben skeptisch. Die Papiere des Technologiekonzerns stürzten im frühen Handel um starke 2,0 Prozent ab. Ein klares Zeichen, dass in unsicheren Zeiten selbst positive Unternehmensmeldungen untergehen können.

Do&Co: Analysten halten Kursziel – die Börse nicht

Interessant ist der Fall des Caterers Do&Co. Die Analysten der Berenberg Bank bekräftigten ihre Kaufempfehlung („Buy“) und das Kursziel von 250 Euro. Ein Vertrauensvorschuss, den die Börse heute ignorierte.

Die Aktie verlor parallel zum Gesamtmarkt 1,8 Prozent. Ein Muster, das sich fast im gesamten ATX Prime zeigte. Einzige Ausnahme: Der Immobilienentwickler UBM konnte sich knapp über Wasser halten.

Die größten Verlierer des Tages

Am unteren Ende der Leistungstabelle fanden sich heute bekannte Namen:
* RHI Magnesita: Minus 3,9 Prozent
* Strabag: Minus 3,3 Prozent
* AT&S: Minus 3,3 Prozent

Der schwache Start in die Handelswoche zeigt: Solange die handelspolitischen Unwetter von Washington ausziehen, bleibt die Stimmung an der Wiener Börse wohl gedrückt.