Nach dem gestrigen Rekordfeuerwerk geht es an der Wiener Börse heute deutlich gedämpfter zu. Der ATX wird vorbörslich mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 5.511 Punkten taxiert. Ein kleiner Dämpfer also, nachdem der Leitindex am Donnerstag erstmals die magische Marke von 5.500 Punkten durchbrochen hatte.

Was bremst den Schwung nach dem Rekord?

Die Anleger atmen durch – und nehmen Gewinne mit. Der kräftige Sprung um 2,5 Prozent am Vortag war eine direkte Reaktion auf entspannte geopolitische Signale. Die Rücknahme angedrohter US-Zölle im Streit mit Grönland und Fortschritte in den Ukraine-Gesprächen hatten für Rückenwind gesorgt.

Doch die großen Themen bleiben präsent. Die von US-Präsident Donald Trump verursachte Planungsunsicherheit wirkt weiter nach. Heute richten sich die Blicke auf die ersten wichtigen Konjunkturbarometer der Woche: die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMI) aus Frankreich, Deutschland und der Eurozone.

Konjunktur: Licht am Ende des Tunnels?

Trotz der aktuellen Zurückhaltung mehren sich die Hoffnungszeichen. Umfragen unter Finanzmarktteilnehmern, wie der ZEW- oder der sentix-Index, haben sich zuletzt verbessert. Analysten der Helaba sehen darin eine positive Vorzeichen für die PMI-Daten.

Auch die jüngsten Konjunkturdaten lieferten teilweise überraschend gute Ergebnisse. Selbst die Bank of Japan (BOJ) signalisierte heute trotz unveränderter Leitzinsen Zuversicht. Sie hob ihre Konjunktur- und Inflationsprognosen an. Eine allmähliche Stimmungserholung an den Märkten scheint möglich.

Die Gewinner und Verlierer des Rekordtages

Wer profitierte am meisten vom gestrigen Höhenflug? Die Banken standen klar im Rampenlicht:

  • Raiffeisen Bank International führte das Feld mit einem Plus von 7,05% auf 39,80 Euro an.
  • Der Baukonzern Porr legte um 6,24% zu.
  • Auch der Technologiekonzern AT&S gehörte mit einem Kursgewinn von 5,73% zu den Top-Performern.

Auf der Verliererseite fielen die Rückgänge moderat aus:
* Zumtobel verlor 2,09%.
* UBM Development gab 1,46% nach.
* Frequentis schloss 0,95% im Minus.

Nach dem gestrigen kräftigen Ruck – dem stärksten Tagesgewinn seit April des Vorjahres – geht es heute also erst einmal in die Konsolidierung. Ob die anstehenden Konjunkturdaten neuen Schwung bringen, wird sich im Laufe des Vormittags zeigen.