Wiener Börse schließt schwächer – Regierung präsentiert Milliarden-Industriestrategie
Die Wiener Börse beendet den Freitag im Minus. Der ATX verlor 0,36 Prozent und schloss bei 5.451,09 Punkten. Parallel stellte die Bundesregierung ein milliardenschweres Zukunftspaket für die heimische Industrie vor. Der weltpolitische Fokus liegt derweil auf Spannungen im Iran und diplomatischen Gesprächen um Grönland.
Milliarden für Österreichs Industrie: Neun Schlüsseltechnologien im Fokus
Die Bundesregierung will den Wirtschaftsstandort Österreich mit einem kräftigen Investitionsschub stärken. Ein zentraler Baustein ist ein staatlich subventionierter Industriestrompreis. Das Herzstück der Strategie sind jedoch massive Investitionen in neun ausgewählte Zukunftsfelder.
Bis zum Jahr 2029 sollen dafür 2,6 Milliarden Euro aus dem Forschungs-, Technologie- und Innovationspakt (FTI-Pakt) fließen. Die ausgewählten Schlüsseltechnologien sind:
* Künstliche Intelligenz und Dateninnovation
* Chips und Elektronische Komponenten
* Fortgeschrittene Produktionstechnologien und Robotik
* Quantentechnologie und Photonik
* Fortgeschrittene Werkstoffe
* Life Sciences & Biotech
* Energie- und Umwelttechnologien
* Mobilitätstechnologien
* Weltraum- und Luftfahrttechnologien
Mit diesem Fokus setzt die Regierung klar auf Hochtechnologie. Ob das Paket die erhoffte Wirkung entfaltet, wird sich zeigen müssen.
Weltpolitik: USA erhöhen Druck auf Iran und suchen Dialog zu Grönland
Während Österreich die heimische Wirtschaft stützt, spitzen sich andernorts Konflikte zu. Die USA verhängten neue Sanktionen gegen Verantwortliche für die Gewalt im Iran. Gleichzeitig verstärken sie Medienberichten zufolge ihre Militärpräsenz in der Nahost-Region.
Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" ist demnach auf dem Weg vom Südchinesischen Meer in den Nahen Osten. Diese Doppelstrategie aus diplomatischem Druck und militärischer Machtdemonstration sorgt für angespannte Blicke an die internationalen Finanzmärkte.
Ein anderes diplomatisches Schachspiel findet im Nordatlantik statt. Eine überparteiliche Delegation des US-Kongresses reiste nach Dänemark und Grönland. Ziel der Gespräche mit den Regierungschefinnen Mette Frederiksen und Jens-Frederik Nielsen ist es, Unterstützung nach den Drohungen von Ex-Präsident Donald Trump zuzusichern. Das dürfte die geopolitischen Sorgen rund um die arktische Region etwas besänftigen.
ATX im Detail: SBO stürzt nach Analysten-Herabstufung ab
Am heimischen Aktienmarkt sorgte eine Herabstufung für einen deutlichen Ausrutscher. Die Papiere des Ölfeldausrüsters SBO brachen um 5,8 Prozent ein. Der Grund: Die Erste Group senkte das Anlagevotum von "Buy" auf "Accumulate" und reduzierte das Kursziel.
Analystin Vladimira Urbankova begründete den Schritt mit den "zunehmend schwierigen" Marktbedingungen für SBO. Dazu zählten ungünstige Wechselkurse und die Auswirkungen US-amerikanischer Zölle. Langfristig bleibe man jedoch positiv gestimmt.
Weitere Verlierer des Tages waren:
* voestalpine: -2,5%
* Wienerberger: -2,5%
* Lenzing: -1,9%
Lichtblick: Finanzwerte und Andritz-Expansion stützen den Index
Unterstützung für den ATX kam vor allem von den Finanztiteln. Die BAWAG legte um 1,57 Prozent zu, die Uniqa gewann 0,8 Prozent.
Einen positiven unternehmensspezifischen Impuls lieferte Andritz. Die Aktie des steirischen Maschinenbauers stieg ebenfalls um 0,8 Prozent. Das Unternehmen gab den Erwerb einer 51-Prozent-Mehrheit am chinesischen Spezialisten Baoding Sanzheng Electrical Equipment bekannt. Mit dieser strategischen Akquisition stärkt Andritz seine Position als Lösungsanbieter für die Stahlindustrie, insbesondere im Bereich Elektroband. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen bewahrt.








