Wiener Börse im Sog globaler Handelsängste: ATX verliert deutlich
Die Wiener Börse steckt am Dienstag tief im roten Bereich. Der heimische Leitindex ATX verlor kräftig 1,8 Prozent und schloss bei 5.344 Punkten. Damit folgte Wien dem klaren Negativtrend an den europäischen Handelsplätzen. Doch was treibt die Kurse eigentlich so massiv nach unten?
Grönland-Streit wirft Schatten auf Europa
Hauptgrund für die Talfahrt sind die eskalierenden transatlantischen Spannungen. Auslöser sind die Zugriffswünsche von US-Präsident Donald Trump auf Grönland, die mit neuen Zolldrohungen verbunden sind.
Von diesen Strafzöllen wären acht europäische NATO-Länder betroffen, darunter auch Deutschland. Diese neue Welle der Unsicherheit nagt kräftig an der europäischen Anlegergunst.
Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup, bringt es auf den Punkt: Ein Schatten liege nun über der erwarteten Gewinnbelebung europäischer Konzerne. Die Angst vor einem neuen Handelskonflikt lähmt die Märkte.
Einzelwerte: Durchwachsene Nachrichtenlage
Auch bei den großen Titeln ging es fast ausnahmslos bergab. Ein Blick auf die Einzelwerte zeigt ein gemischtes Bild mit überwiegend negativen Tendenzen:
- Flughafen Wien gab bekannt, für 2026 mit einem Passagierrückgang zu rechnen. Nach dem Rekord von 32,6 Millionen Fluggästen im Vorjahr werden für 2026 nur noch rund 30 Millionen erwartet. Die Aktie verlor 0,4 Prozent.
- Kapsch TrafficCom konnte trotz eines neuen Auftrags in Griechenland nicht überzeugen. Die Papiere fielen um 2,0 Prozent.
- Do&Co erhielt zwar eine bestätigte Kaufempfehlung der Berenberg Bank, musste dennoch ein Minus von 1,0 Prozent hinnehmen.
- Das ATX-Schwergewicht OMV geriet unter Druck vom schwächelnden Ölsektor und verlor 2,1 Prozent.
Einziger Lichtblick im ATX Prime: Die Bajaj Mobility AG (ehemals Pierer Mobility) konnte sich mit einem Plus von 1,0 Prozent behaupten.
Verlierer des Tages: Diese Werte brachen ein
Die größten Verluste des Tages verzeichneten drei bekannte Titel:
* RHI Magnesita: -4,3%
* AT&S: -3,8%
* Strabag: -3,7%
Insgesamt zeigt der Handelstag deutlich: Globale politische Verwerfungen können die heimische Börse innerhalb kürzester Zeit aus der Bahn werfen. Die Anleger warten nun gespannt auf die nächsten Entwicklungen im Grönland-Streit.








