Wiener Börse: ATX schließt mit Mini-Plus – Fed und Bilanzen rücken in den Fokus
Die Wiener Börse startete mit einem Hauch von Optimismus in die neue Woche. Der heimische Leitindex ATX schloss am Montag mit einem leichten Plus von 0,11 Prozent bei 5.525,07 Punkten. Damit bewegt er sich weiter in der bekannten Handelsspanne. Doch wohin geht die Reise jetzt? Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich bereits auf die großen Ereignisse der kommenden Tage.
Makro-Daten und Tech-Giganten geben den Takt vor
Nach einer von geopolitischen Spannungen geprägten Vorwoche kehrt der Fokus zurück zu Wirtschaftsdaten und Unternehmenszahlen. Das zentrale Ereignis dieser Woche ist die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Sie wird die Stimmung an allen globalen Märkten prägen.
Parallel beginnt die Hochphase der Berichtssaison. Besonders gespannt wird auf die Quartalszahlen der großen US-Technologiekonzerne geschaut. Im heimischen Umfeld stehen die Ergebnisse der Raiffeisen Bank International (RBI) im Rampenlicht. Ein Thema bleibt jedoch im Hintergrund: die Ukraine-Gespräche, die ohne Durchbruch endeten, aber kommende Woche fortgesetzt werden sollen.
Analysten bewerten: OMV abgestuft, RBI mit höherem Ziel
Unternehmensseitig sorgten am Montag vor allem Analystenempfehlungen für Bewegung:
- OMV im Abwärtstrend: Die Aktie des Energie- und Chemiekonzerns verlor 1,8 Prozent. Der Grund: Die US-Bank Goldman Sachs stufte das Papier von "Neutral" auf "Sell" herab und senkte das Kursziel von 48 auf 44 Euro. Das deutet auf Skepsis gegenüber den künftigen Perspektiven hin.
- RBI vor Zahlen: Die Deutsche Bank Research bekräftigte ihre "Hold"-Empfehlung für die RBI, erhöhte aber das Kursziel von 27 auf 32 Euro. Analystin Marlene Eibensteiner erwartet dennoch einen Rückgang der operativen Leistung und deutlich höhere Risikokosten. Die Aktie ignorierte die Warnung vorerst und legte 1,8 Prozent zu.
- Wienerberger trotz Herausforderungen gefragt: Die UBS hält an ihrem "Sell"-Votum für den Ziegelkonzern fest. Die kurzfristige Entwicklung in Nordamerika bleibe herausfordernd, belastet durch einen Rückgang im Wohnneubau. Trotzdem gewann die Aktie 1,2 Prozent – ein Zeichen, dass der Markt hier vielleicht anders denkt.
Wer stützte, wer belastete den Index?
Unterstützung für den ATX kam von Titeln wie Andritz, Erste Group und BAWAG, die mit Kursgewinnen von bis zu 0,7 Prozent glänzten. Auf der Verliererseite fanden sich erneut die Bauwerte – ein Indiz für die anhaltenden Sorgen in der Branche.
Die Börsenwoche hat also verhalten begonnen. Die wahren Richtungsweiser stehen aber noch aus: Die Fed und die Flut an Unternehmensbilanzen werden zeigen, ob dem Mini-Plus nachhaltige Kraft folgt.








