Per Ad-hoc-Meldung hat Verbio am Mittwoch seine EBITDA-Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach oben korrigiert — und das nicht als Reaktion auf regulatorische Rückenwind allein. Die Zahlen sprechen für eine operative Erholung mit echtem Fundament.

Prognose springt auf 100 bis 140 Millionen Euro

Bislang hatte Verbio lediglich ein operatives Ergebnis am oberen Ende des hohen zweistelligen Millionenbereichs in Aussicht gestellt. Nun peilt der Konzern ein EBITDA von 100 bis 140 Millionen Euro an — ein erheblicher Sprung. Als Treiber nennt das Unternehmen anhaltend hohe Absatzpreise für emissionsarme Biokraftstoffe, ein günstiges regulatorisches Umfeld sowie geopolitische Faktoren.

Die Basis dafür lieferten die Halbjahreszahlen: Verbio steigerte die Produktion von Biodiesel und Bioethanol auf über 618.000 Tonnen und verdreifachte das Gruppen-EBITDA gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 45,5 Millionen Euro. Das ist kein Ausreißer — das ist ein Trend.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Verbio?

Parallel beschleunigt sich der Schuldenabbau. Die Nettofinanzverschuldung soll bis Geschäftsjahresende auf rund 140 Millionen Euro sinken, nach zuvor 164 Millionen Euro. Verbio profitiert damit nicht nur von höheren Preisen, sondern leitet die Cash-Effekte gezielt in die Bilanzbereinigung.

Bitterfeld und South Bend als nächste Wachstumsstufe

Während das Kerngeschäft läuft, bereitet Verbio zwei strukturelle Wachstumsprojekte vor. In Bitterfeld entsteht die weltweit erste großtechnische Ethenolyse-Anlage auf Basis von Rapsmethylester — mit einem Investitionsvolumen von 80 bis 100 Millionen Euro. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen dort jährlich rund 60.000 Tonnen erneuerbare Moleküle für die Chemieindustrie produziert werden, darunter Grundstoffe für Wasch- und Reinigungsmittel sowie Hochleistungsschmierstoffe. Die Technologie basiert auf der Olefinmetathese, für die Richard Schrock 2005 den Nobelpreis für Chemie erhielt.

Gleichzeitig geht in South Bend, Indiana, eine zweite US-Anlage an den Start. Nach Investitionen von 230 Millionen US-Dollar soll sie ab 2026 mindestens 250.000 Tonnen Bioethanol und 850.000 Megawattstunden Biomethan jährlich liefern — und Verbios Abhängigkeit vom europäischen Markt spürbar reduzieren.

Der Markt reagierte unmittelbar auf die Ad-hoc-Meldung: Die Aktie legte am Mittwoch um mehr als sechs Prozent zu und übertraf damit bereits das zuletzt erhöhte Kursziel der Deutschen Bank. Mit einem Plus von rund 99 Prozent seit Jahresanfang notiert der Titel auf einem neuen 52-Wochen-Hoch von 44,24 Euro. Die breite Prognosespanne — immerhin 40 Millionen Euro Spielraum — zeigt allerdings, dass das geopolitische Umfeld für Verbio kalkulierbar, aber nicht berechenbar ist. Entscheidend wird sein, wie sich Absatzpreise und Margen im zweiten Halbjahr entwickeln, wenn beide Großprojekte in die operative Phase eintreten.

Verbio-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Verbio-Analyse vom 27. März liefert die Antwort:

Die neusten Verbio-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Verbio-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Verbio: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...