Tesla, Apple & KI-Honeymoon: Wenn Elon Musk Fluglinien kaufen will, während die Ernüchterung einsetzt
Liebe Leserinnen und Leser,
1,19 Milliarden Franken Umsatz – und trotzdem stürzt die Aktie ab. Was DocMorris heute erlebt, zeigt exemplarisch die Nervosität an den Märkten: Wachstum allein reicht nicht mehr, wenn die Profitabilität enttäuscht. Gleichzeitig eskaliert Elon Musk seinen Konflikt mit Ryanair-Chef Michael O'Leary zum öffentlichen Schaukampf und droht mit einer Übernahme der Billigfluglinie. Und während Tesla-Kunden in Deutschland der Marke den Rücken kehren, warnt die Deutsche Bank vor dem Ende des KI-Honeymoons. Drei Geschichten, die auf ihre Weise zeigen: 2026 wird das Jahr der Ernüchterung – für überzogene Erwartungen, politische Alleingänge und Geschäftsmodelle ohne Profitabilität.
DocMorris wächst kräftig – doch der Verlust steigt schneller
Die Online-Apotheke DocMorris hat 2025 ein Umsatzplus von 9,3 Prozent auf 1,19 Milliarden Franken erzielt. Das elektronische Rezept in Deutschland erwies sich als wichtigster Wachstumstreiber: Die Erlöse mit rezeptpflichtigen Medikamenten stiegen um 31 Prozent auf 234,8 Millionen Franken. Doch die Kehrseite: Der bereinigte operative Verlust (Ebitda) wird nun auf 48 bis 52 Millionen Franken geschätzt – deutlich höher als die ursprünglich anvisierten 35 bis 55 Millionen.
Der Grund liegt in den Investitionen: DocMorris baut massiv Infrastruktur auf, um das E-Rezept-Geschäft zu skalieren. Gleichzeitig bleibt das margenstarke Non-Rx-Geschäft mit nicht rezeptpflichtigen Produkten hinter den Erwartungen zurück – hier wuchs der Umsatz nur um 5,4 Prozent. Die Aktie reagierte prompt: An der Schweizer Börse SIX verlor sie zeitweise 7,9 Prozent. Für deutsche Anleger zeigt sich hier ein Dilemma: Wachstum im Gesundheitssektor ist teuer erkauft, und der Weg zur Profitabilität bleibt steinig. DocMorris hält zwar am Ziel fest, 2026 die operative Gewinnschwelle zu erreichen – doch der Markt glaubt offenbar nicht mehr daran.
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Elon Musk droht Ryanair mit Übernahme – und meint es ernst
Was als Schlagabtausch auf X begann, könnte tatsächlich Konsequenzen haben: Elon Musk erwägt den Kauf von Ryanair, nachdem ihn CEO Michael O'Leary öffentlich als "Idioten" bezeichnet hatte. Der Hintergrund: O'Leary lehnt die Installation von Musks Starlink-Antennen auf Ryanair-Flugzeugen ab – die Kosten lägen bei 200 bis 250 Millionen US-Dollar pro Jahr, viel zu teuer für die Billigfluglinie.
Musk konterte scharf, bezeichnete O'Leary als "absoluten Idioten" und startete eine Umfrage auf X: "Soll ich Ryanair kaufen und jemanden namens Ryan an die Spitze setzen?" Die Idee mag absurd klingen, doch Musk hat Vorgeschichte: Sein Twitter-Kauf 2022 begann ähnlich impulsiv. Für Ryanair wäre eine Übernahme durch Musk ein Kulturschock – die Airline lebt von Kosteneffizienz, während Musk für teure Technologie-Wetten bekannt ist. Ob der Tesla-Chef wirklich ernst macht, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Musks Unberechenbarkeit wird 2026 weiterhin Schlagzeilen produzieren.
Tesla verliert in Deutschland massiv an Boden
Drei von vier Deutschen können sich nicht vorstellen, einen Tesla zu kaufen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft vom Sommer 2025 mit über 5.300 Befragten. Für fast 60 Prozent kommt ein Kauf gar nicht infrage, für weitere 16 Prozent eher nicht. Die Folgen sind drastisch: Die Neuzulassungen von Tesla-Fahrzeugen brachen 2025 um 48 Prozent auf 19.390 Einheiten ein – Tesla rutschte von Platz 1 auf Platz 9 im E-Auto-Ranking.
Studienautor Matthias Diermeier führt den Absturz auf das politische Engagement von Elon Musk zurück. Dessen Unterstützung für Donald Trump und die AfD-Empfehlung vor der Bundestagswahl haben die Marke bei vielen Deutschen nachhaltig beschädigt. Interessant: Während knapp zwei Drittel der Grünen-Anhänger sich ein Elektroauto vorstellen können, sind es bei der AfD weniger als 20 Prozent – und selbst dort kommt Tesla kaum auf Zuspruch. Für deutsche Anleger zeigt sich: Musks politische Eskapaden sind kein Reputations-, sondern ein handfestes Geschäftsproblem.
Deutsche Bank warnt: Der KI-Honeymoon ist vorbei
Künstliche Intelligenz mag transformativ sein – doch 2026 wird das Jahr der Ernüchterung. Das prognostiziert eine Studie des Forschungsinstituts der Deutschen Bank. Die Analysten Adrian Cox und Stefan Abrudan identifizieren drei kritische Trends: Desillusionierung bei Nutzern, Verwerfungen in der Lieferkette und wachsendes Misstrauen in der Gesellschaft.
Konkret: Vier von acht KI-Agenten können Aufgaben auf dem Niveau eines Mitarbeiters mit 14 Jahren Berufserfahrung erledigen – keine einzige besser. Nutzer in Unternehmen stoßen zunehmend auf Fehler und stellen fest, dass KI im "Real Life" schwieriger einzusetzen ist als gedacht. Gleichzeitig drohen Engpässe bei Hochleistungsspeichern und anderen kritischen Komponenten, die die gesamte KI-Lieferkette lahmlegen könnten. Für OpenAI wird 2026 zum Schicksalsjahr: Das Unternehmen benötigt 17 Milliarden US-Dollar Barmittel, hat aber bisher kein tragfähiges Geschäftsmodell gefunden. Der für Anfang 2027 geplante Börsengang dürfte den Druck massiv erhöhen.
Für deutsche Anleger bedeutet das: KI-Aktien, die bisher von Euphorie getragen wurden, könnten 2026 auf den Prüfstand kommen. Wer investiert bleibt, sollte auf Unternehmen setzen, die bereits heute profitabel sind – nicht auf Versprechen von morgen.
Apple unter Druck: Speicherkosten explodieren
Aletheia Capital hat das Kursziel für Apple von 215 auf 205 US-Dollar gesenkt und die Verkaufsempfehlung bekräftigt. Der Grund: Die Kosten für Speicherchips dürften im ersten Quartal 2026 um das Dreifache steigen – und im zweiten Quartal nochmals zulegen. Für das iPhone 17 rechnet die Analysefirma mit einem Anstieg des Speicherbudgets um 80 bis 100 Prozent im zweiten Quartal, gefolgt von weiteren 30 bis 40 Prozent im dritten Quartal.
Die Folge: Die Bruttomarge könnte im zweiten Quartal um rund 400 Basispunkte schrumpfen, im dritten Quartal um weitere 250 Basispunkte. Gleichzeitig erhöht Apple die Forschungsausgaben um 25 bis 30 Prozent, um KI-Funktionen voranzutreiben – was die operative Hebelwirkung weiter verwässert. Trotz starker iPhone-Verkäufe bleibt die Frage: Kann Apple die steigenden Kosten an Kunden weitergeben, ohne Marktanteile zu verlieren? Die nächsten Quartale werden zeigen, ob die Margen-Erosion nur vorübergehend ist – oder der Beginn eines strukturellen Problems.
Ausblick: Wenn Erwartungen auf Realität treffen
Die kommenden Tage bringen Klarheit: Am 22. Januar berichtet Intel, Netflix liefert nach Börsenschluss Zahlen. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos sprechen heute EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron – die Welt wartet auf ihre Reaktion zu Trumps Grönland-Forderungen. Und in Deutschland rückt die Berichtssaison näher: Hypoport verlor nach Zahlen bereits 13 Prozent, DocMorris folgte mit minus 7,9 Prozent.
Was bleibt: 2026 wird das Jahr, in dem Märkte zwischen Versprechen und Wirklichkeit unterscheiden lernen. KI-Euphorie trifft auf Profitabilitätsdruck, politische Alleingänge auf wirtschaftliche Konsequenzen. Wer jetzt investiert, sollte weniger auf Visionen setzen – und mehr auf Bilanzen.
Bis morgen – und bleiben Sie kritisch!
Beste Grüße
Andreas Sommer








