Kann der Schweizer Schienenfahrzeughersteller mit zwei Großaufträgen die Kurswende einleiten? Während viele Industrietitel unter der angespannten Konjunktur ächzen, setzt Stadler Rail heute ein deutliches Ausrufezeichen. Gleich zwei europäische Regierungen setzen auf die Technologie des Unternehmens – mit Millionenaufträgen, die weit über die reine Bestellung von Zügen hinausgehen.

Norwegen: 50-Millionen-Euro-Coup in der Signaltechnik

Der strategisch wichtige Sieg in Bergen könnte ein Türöffner für weitere europäische Projekte sein. Stadler liefert nicht nur Schienenfahrzeuge, sondern übernimmt die komplette Signaltechnik für den Ausbau des Stadtbahnsystems Bybanen.

  • Auftragsvolumen: 50 Millionen Euro für die erste Phase
  • Optionen: Mehrere Folgeaufträge für weitere Ausbaustufen
  • Bedeutung: Langfristige Partnerschaft mit staatlichem Auftraggeber

Hier zeigt sich die Stärke des Schweizers: Als einer der wenigen Anbieter kombiniert das Unternehmen Fahrzeugbau mit hochkomplexer Bahninfrastruktur.

Slowakei: 100 Millionen für Doppelstock-Premiumzüge

Während andere Hersteller mit Lieferengpässen kämpfen, sichert sich die slowakische Staatsbahn ZSSK vier KISS-Doppelstockzüge – mit Option auf zwei weitere Einheiten.

  • Einsatz ab 2026 auf der Hauptstrecke Bratislava-Žilina
  • Modernste Technik: Inklusive ETCS Level 2 für europäische Interoperabilität
  • Kapazitätsplus: Höhere Passagierzahlen bei gleicher Zugfrequenz

Besonders bemerkenswert: Die Bestellung erfolgt trotz angespannter Haushaltslagen in vielen EU-Ländern. Ein klares Vertrauensvotum in die Zuverlässigkeit der Schweizer Qualität.

Technologischer Vorsprung als Gamechanger?

Neben den reinen Auftragszahlen überzeugt Stadler mit technologischen Meilenleistungen. Die erfolgreichen Pantographen-Tests (Stromabnehmer) für Hochgeschwindigkeitsstrecken unterstreichen die Innovationskraft.

Kann das Unternehmen diesen operativen Schwung in nachhaltige Kursgewinne ummünzen? Der Markt honoriert die Nachrichten heute mit einer spürbaren Erholung – doch der langfristige Abwärtstrend bleibt eine Herausforderung. Entscheidend wird sein, ob sich die jüngsten Erfolge zu einer nachhaltigen Auftragspipeline entwickeln.