Solana startet ins neue Jahr mit einem widersprüchlichen Bild. Der Kurs liegt deutlich unter den Höchstständen von 2025, gleichzeitig ziehen institutionelle Gelder an, die Netzwerkauslastung erreicht Rekordwerte und große Finanzadressen bauen aktiv auf. Im Kern geht es um die Frage: Wie passt ein gedrückter Preis zu so starken Fundamentaldaten – und was treibt diese Diskrepanz?

Kurs unter Druck, Stimmung im Keller

Am Kryptomarkt überwiegt zum Jahresauftakt die Vorsicht. Solana notiert mit rund 125 US-Dollar nahe seinem jüngsten Jahrestief und damit deutlich unter früheren Rekordmarken. Rein technisch bewegt sich SOL in einer Konsolidierungsphase: Wichtige Unterstützungen werden im Bereich um 118 US-Dollar verortet, auf der Oberseite gilt der Bereich um 130 US-Dollar als erste Hürde.

Die Bilanz des vierten Quartals 2025 fällt schwach aus. SOL musste hier einen Rückgang von fast 39 % verkraften. Parallel dazu ist die Anlegerstimmung empfindlich: Der bekannte „Fear & Greed Index“ signalisiert mit Werten zwischen 20 und 32 „Extreme Fear“ – vor allem bei Privatanlegern. Verstärkt wurde diese Skepsis durch deutliche Ungleichgewichte am Derivatemarkt Ende Dezember, als Short-Positionen klar überwogen und es zu entsprechenden Liquidationen kam.

Bemerkenswert ist gleichzeitig der Blick auf die Handelsaktivität: Während das wöchentliche Volumen im breiten Altcoin-Segment im Vergleich zu 2024 etwa halbiert ist, verschiebt sich das Interesse in Richtung spezialisierter Solana-Produkte, die vor allem von institutionellen Marktteilnehmern genutzt werden.

Institutionen setzen auf Solana

Einer der wichtigsten Treiber zum Jahreswechsel sind neu zugelassene Spot-Solana-ETFs. Die US-Börsenaufsicht SEC hat diese Produkte im November 2025 genehmigt. Seitdem gilt SOL für einen wachsenden Teil der traditionellen Finanzwelt als reguliert investierbar.

Die Zahlen zeigen, wie schnell sich dieser Markt entwickelt:

  • In den Solana-ETFs von Bitwise (BSOL), Fidelity (FSOL) und Grayscale (GSOL) flossen allein im Dezember 2025 netto rund 95,3 Millionen US-Dollar.
  • Am 30. Dezember wurden nahezu 5,2 Millionen US-Dollar an einem Tag neu investiert.
  • Das verwaltete Vermögen dieser Produkte summiert sich inzwischen auf etwa 750 Millionen bis über 1 Milliarde US-Dollar.

Parallel dazu ist Solana auch in Firmenbilanzen angekommen. Öffentlich gelistete Unternehmen halten inzwischen etwa 5,9 Millionen SOL in ihren Treasury-Beständen – ein weiterer Hinweis auf wachsende Akzeptanz auf Unternehmensseite.

Ein besonderer Meilenstein für die Integration in bestehende Finanzstrukturen: Galaxy Digital hat jüngst Commercial Paper im Volumen von 50 Millionen US-Dollar direkt auf der Solana-Blockchain emittiert, begleitet von JPMorgan. Damit wird Solana konkret als Infrastruktur für klassische Geldmarktinstrumente genutzt.

On-Chain-Daten: Starke Erlöse und mehr Liquidität

Während der Kurs schwächelt, zeigt der Blick auf die Blockchain-Aktivität ein ganz anderes Bild. 2025 war für die Netzwerkauslastung ein Rekordjahr – mit einer klaren Abkopplung zwischen Preis und tatsächlicher Nutzung.

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Erlöse über Ethereum-Niveau:
Solana erzielte 2025 rund 1,5 Milliarden US-Dollar an annualisierten Netzwerkerlösen. Damit lag das Protokoll deutlich über den etwa 690 Millionen US-Dollar, die auf Ethereum Mainnet anfielen. Die Kennzahl speist sich im Wesentlichen aus Transaktions- und Prioritätsgebühren und deutet darauf hin, dass auf Solana trotz Marktabschwung intensive ökonomische Aktivität stattfindet.

Stablecoins als Liquiditätsbasis:
Die Stablecoin-Schicht auf Solana hat sich 2025 massiv verbreitert. Die gesamte Marktkapitalisierung der Stablecoins auf dem Netzwerk überschritt die Marke von 17 Milliarden US-Dollar. Besonders auffällig war ein Tag Ende Dezember, an dem mehr als 2 Milliarden US-Dollar in USDC und USDT neu auf Solana ausgegeben wurden – der größte tägliche Zuwachs seit September 2025. Solche Sprünge gelten häufig als Vorbereitung für steigende Aktivitäten im DeFi-Bereich, da sie unmittelbar frische Liquidität ins Ökosystem bringen.

Skalierung und Stabilität:
Technisch hat das Netzwerk seine Leistungsfähigkeit untermauert. Solana kann inzwischen über 50.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten und verzeichnet seit mehr als 15 Monaten keine Ausfälle. Das viel diskutierte Firedancer-Upgrade, das Ende 2025 teilweise live gegangen ist, soll die theoretische Kapazität perspektivisch auf über 1 Million Transaktionen pro Sekunde anheben und damit die Grundlage für weitere Nutzungsszenarien schaffen.

Ökosystem: Von Spekulation zu Anwendung

Die Entwicklung im Solana-Ökosystem entfernt sich zunehmend vom reinen Spekulieren auf Tokenpreise und rückt reale Anwendungen in den Vordergrund – insbesondere in den Bereichen tokenisierte Vermögenswerte und Zahlungsverkehr.

Einige zentrale Projekte:

  1. BlackRock auf Solana:
    Der weltweit größte Vermögensverwalter hat seinen tokenisierten BUIDL-Fonds auf Solana ausgeweitet. Der Fonds, der global bereits mehr als 100 Millionen US-Dollar an Dividenden ausgeschüttet hat, nutzt die hohe Geschwindigkeit des Netzwerks für untertägige Abwicklungen.

  2. Western Union und grenzüberschreitende Zahlungen:
    In einer strategischen Partnerschaft mit Western Union soll Solana als Infrastruktur für schnelle Auslandsüberweisungen dienen. Geplant ist ein Pilotprojekt mit einem eigenen Stablecoin (USDPT) in der ersten Jahreshälfte 2026. Damit rückt ein klassischer Zahlungsdienstleister näher an On-Chain-Lösungen heran.

  3. DeFi und Jupiter:
    Im dezentralen Finanzsektor bleibt der DEX-Aggregator Jupiter eine Schlüsselkomponente des Solana-Ökosystems. Das Protokoll managt aktuell einen größeren Token-Unlock und bereitet die „Jupuary“-Airdrop-Kampagne für Ende Januar 2026 vor. Solche Maßnahmen können kurzfristig für zusätzliche On-Chain-Aktivität und Nutzerzufluss sorgen.

Fazit: Diskrepanz mit klaren Signalen

Am 1. Januar 2026 steht Solana zwischen gedrücktem Kursbild und starken Fundamentaldaten. Auf der einen Seite dominieren bei Privatanlegern Angst, Kursverluste im vierten Quartal und eine fragile Marktstimmung. Auf der anderen Seite sprechen rekordhohe Netzwerkerlöse, kontinuierliche ETF-Zuflüsse, die Präsenz in Unternehmensbilanzen sowie Kooperationen mit Schwergewichten wie BlackRock und Western Union für ein Ökosystem, das sich strukturell weiterentwickelt.

Kurzfristig richtet sich der Blick vor allem auf die technische Unterstützungszone um 118 US-Dollar und darauf, ob die zuletzt stark gestiegene Stablecoin-Liquidität im ersten Quartal 2026 verstärkt in DeFi-Anwendungen auf Solana fließt. Diese beiden Faktoren werden maßgeblich bestimmen, ob sich die aktuelle Kurskonsolidierung zu einer nachhaltigen Erholungsphase entwickeln kann oder ob die Skepsis am Markt vorerst überwiegt.

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