Der südkoreanische Chipriese SK Hynix erlebte diese Woche eine der dramatischsten Kursbewegungen seiner Börsengeschichte. Erst ein historischer Crash mit Handelsstopp, dann eine ebenso spektakuläre Erholung – ausgelöst durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Doch während die Börse Achterbahn fuhr, blieb das operative Geschäft des HBM-Weltmarktführers völlig unbeeinflusst.

Panikverkäufe am Mittwoch

Am 3. März brachen die Kurse am südkoreanischen Aktienmarkt ein. Der KOSPI-Index stürzte um über 12 Prozent ab – der stärkste Tagesrückgang in der Geschichte der Börse, schlimmer noch als nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Um 11:19 Uhr wurde der Handel für 20 Minuten zwangsweise unterbrochen.

SK Hynix verlor an diesem Tag rund 11,5 Prozent und rutschte unter die Marke von einer Million Won. Der Auslöser: eskalierende Spannungen im Nahen Osten und ein Ölpreisschock. Da Südkorea nahezu 100 Prozent seiner fossilen Brennstoffe importiert – etwa 70 Prozent davon aus dem Nahen Osten – traf die Energiekrise den Markt mit voller Wucht.

Verschärfend wirkte die Konzentration des KOSPI: Mehr als ein Drittel des Index besteht nur aus Samsung Electronics und SK Hynix. Verkaufsdruck bei diesen beiden Titeln zieht den gesamten Markt mit nach unten. Allein im Februar hatten ausländische Investoren koreanische Aktien im Rekordwert von 19,9 Billionen Won abgestoßen.

Elite-Anleger kaufen nach

Nicht alle Marktteilnehmer flüchteten. Die erfolgreichsten ein Prozent der Kunden bei Mirae Asset Securities kauften am Morgen des 4. März gezielt SK Hynix-Aktien. Während Samsung zweistellig einbrach, fiel SK Hynix vergleichsweise moderat. Ein Signal: Profis nutzten die Panik als Einstiegschance.

Kehrtwende am Donnerstag

Einen Tag später folgte die Wende. Der KOSPI schoss am 5. März um 9,6 Prozent nach oben. SK Hynix legte über 10 Prozent zu, Samsung mehr als 11 Prozent – die stärksten Tagesgewinne seit der Finanzkrise 2008.

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Marktstratege Daniel Yoo von Yuanta Securities ordnete die Bewegung als rein technisch ein: "Die Erholung hatte nichts mit fundamentalen Faktoren zu tun." Massenhafte Margin Calls hatten Privatanleger zur Liquidation gezwungen. Als diese Zwangsverkäufe abgeschlossen waren, drehte der Markt abrupt. Unterstützung kam von einer nächtlichen Rally der US-Technologiewerte.

Das Geschäft läuft ungebremst

Während die Börse tobte, blieb SK Hynix operativ auf Kurs. Im vierten Quartal 2024 stiegen Umsatz und operativer Gewinn um 34 respektive 68 Prozent auf 32,8 und 19,2 Billionen Won. Für das erste Quartal 2026 kündigte das Management stabile Auslieferungsmengen an – entgegen der üblichen saisonalen Schwäche.

Auf dem Mobile World Congress Anfang März präsentierte SK Hynix HBM4, den neuesten High-Bandwidth-Memory für KI-Rechenzentren. Mit 2.048 I/Os liefert HBM4 die 2,54-fache Bandbreite der Vorgängergeneration bei über 40 Prozent besserer Energieeffizienz. Ende Februar startete das Unternehmen zudem mit Sandisk ein Standardisierungskonsortium für HBF, eine neue Speicherlösung für KI-Inferenz-Anwendungen.

Goldman Sachs erwartet, dass SK Hynix seinen HBM-Marktanteil von über 50 Prozent mindestens bis 2026 verteidigt. Bank of America stuft das Unternehmen als "Top Pick" im globalen Speichermarkt ein und prognostiziert für 2026 ein Umsatzplus von 51 Prozent bei DRAM und 45 Prozent bei NAND – ein "Superzyklus wie in den 1990er Jahren".

Nvidia-Konferenz als nächster Meilenstein

Am 16. März beginnt die Nvidia GTC in San Jose. SK-Group-Chef Chey Tae-won wird teilnehmen – Branchenbeobachter erwarten Gespräche über HBM4-Lieferungen für Nvidias kommende "Vera Rubin"-KI-Plattform. Ein strategischer Schritt für die nächste Chip-Generation. Die nächsten Quartalszahlen folgen am 29. April.

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